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Erfolg für den Kampf gegen die globale Erderwärmung

In vielen Klimaanlagen werden immer noch Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) zur Kühlung verwendet. Ein neuer Beschluss zum Montrealer Protokoll könnte dies jedoch zukünftig ändern. (Foto: © CWCS Managed Hosting, flickr.com/photos/122969584@N07/13778436885
In vielen Klimaanlagen werden immer noch Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) zur Kühlung verwendet. Ein neuer Beschluss zum Montrealer Protokoll könnte dies jedoch zukünftig ändern. (Foto: © CWCS Managed Hosting, flickr.com/photos/122969584@N07/13778436885, CC BY 2.0)

Durch einen neuen Beschluss zum Montrealer Protokoll könnte die Klimaerwärmung um 0,5 Grad verringert werden. Die Verhandlungen zur Abschaffung des in Kühlmitteln verwendeten FKW dauerten sieben Jahre an. Indien stellte sich bis zum Schluss quer.

26.07.2016 – Am 1. Januar 1989 trat das Montrealer Protokoll in Kraft und verhinderte seitdem erfolgreich den weiteren Abbau der Ozonschicht. Es gilt daher als ein Meilenstein im Umwelt-Völkerrecht. Alle Unterzeichnerstaaten konnten sich damals auf die vollständige Abschaffung der Emissionen von chlor- und bromhaltigen Chemikalien einigen. Heutzutage sind die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in den meisten Anwendungsbereichen verboten.

Nach siebenjährigen Verhandlungen wurde nun ein neuer Beschluss gefasst, der weitere klimaschädliche Gase nachhaltig reduzieren soll. Die Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) gelten als Ersatzstoffe für bereits verbotene Chemikalien und werden beispielsweise als Kühlmittel in Klimaanlagen verwendet. Sie sind um ein vielfaches schädlicher als Kohlendioxid und verursachen eine erhebliche Treibhauswirkung. Im Oktober soll der ausgearbeitete Vertragstext in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, endgültig verabschiedet werden.

„Diese Entscheidung ist ein Meilenstein für die Verringerung klimaschädlicher Gase“, so der österreichische Minister für Land- und Forstwirtschaft Andrä Rupprechter (ÖVP). „Gemeinsam können wir die Treibausgase in den nächsten 2 bis 3 Jahrzehnten weltweit um 85 Prozent reduzieren.“ In der Tat könnte der Beschluss 0,5 Grad Celsius der globalen Klimaerwärmung verhindern, was angesichts der Auswirkungen selbst geringer Temperaturveränderungen ein großer Erfolg wäre.

Indien bremst Klimaschutzabkommen

Die EU, die Schweiz, die USA, einige afrikanische Länder sowie kleinere Inselstaaten haben sich für eine möglichst schnelle Reduktion des FKW-Verbrauchs ausgesprochen. Das ehrgeizige Abkommen sieht vor, dass der Verbrauch der klimaschädlichen Gase in den Jahren 2016 bis 2018 zunächst als Referenz für die Entwicklungsländer ermittelt werden soll. Damit können die weniger entwickelten Länder ihre Emissionen zumindest noch bis zu dem Level der Industrieländer anheben. Ab 2021 soll der FKW-Verbrauch dann kontinuierlich abgesenkt werden.

Allerdings versuchten die indischen Delegierten diese Regelung mit allen Mitteln zu verhindern. Das Land schlug vor, dass erst das Jahr 2031 als Referenz für den FKW-Verbrauch verwendet werden soll und die Emissionen bis dahin ungebremst ansteigen dürfen. Mit diesem Vorschlag war Indien allerdings allein auf weiter Flur. Wahrscheinlich möchte das Land die FKW-Reduktion deswegen so weit wie möglich herauszögern, um von den Patenten der FCKW-Ersatzstoffe noch möglichst lange profitieren zu können.

Temperaturrekord in Kuwait: 54 Grad Celsius

Dabei drängt die Zeit für die Begrenzung der immer stärkeren weltweiten Klimaveränderungen. So konnte in den letzten Tagen ein weltweiter Temperaturrekord gemessen werden. In der kuwaitischen Stadt Mitribah erreichte das Thermometer 54 Grad Celsius. Ein Wert, der noch nie vorher auf der Erde gemessen werden konnte. Zumindest nicht in diesem Kontext. Mit den Neuerungen des Montrealer Protokolls können derartige Negativrekorde hoffentlich schon bald in ihrer Häufigkeit eingeschränkt werden. jk

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