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Weltbank finanziert weiterhin Kohleprojekte

Der Sitz der Weltbank in Washington D.C., USA. Von hier aus führte die multinationale Organisation Ihre Geschäfte und vergibt Kredite mit dem Ziel die Armut in der Welt zu bekämpfen. (Foto: <a href="https://flic.kr/p/eA3XG" target="_blank">Shiny Things
Der Sitz der Weltbank in Washington D.C., USA. Von hier aus führte die multinationale Organisation Ihre Geschäfte und vergibt Kredite mit dem Ziel die Armut in der Welt zu bekämpfen. (Foto: Shiny Things/flickr.com, CC BY-NC 2.0)

Die Weltbank hat trotz ihres im Jahr 2013 beschlossenen weitgehenden Kohle-Ausstiegs die Expansion der Kohlekraft in Asien weiterhin mitfinanziert, so das Resultat einer Untersuchung, die nun kurz vor der Weltbank-Jahrestagung veröffentlicht wurde.

06.10.2016 – Der kürzlich wiedergewählte Präsident der Weltbank Jim Yong Kim kritisierte in der Vergangenheit mehrfach den Ausbau asiatischer Kohleförderung und wurde dafür von Umwelt- und Menschenrechts­organisationen gelobt. Die Förderung von Kohlekraftwerken durch Weltbankgelder sollte drastisch eingeschränkt werden. Lediglich unter „seltenen Umständen“ seien Kredite noch annehmbar.

In einem umfassenden Hintergrundbericht der US-amerikanischen NGO Inclusive Development International unter Mithilfe anderer Nichtregierungsorganisationen wird nun deutlich, dass die Weltbank weltweit 91 Projekte finanziert hat, die direkt oder indirekt den Bau neuer Kohlekraftwerke und weitere klimaschädliche Vorhaben vorangetrieben haben. Geschehen ist dies vornehmlich durch eine Mitgliedsorganisation der Weltbank, die International Finance Corporation (IFC).

Klimaversprechungen werden untergraben

Die weiterhin stattfindende Förderung von klimaschädlichen Projekten durch den IFC untergrabe die Aussagen des Weltbankchefs, so Kate Geary, Forest Campaign Manager bei der Organisation Bank Information Center auf urgewald.org. Die Untersuchungen zeigen auf, dass die multinationale Organisation somit nicht nur klimaschädliche Projekte fördert, sondern gleichzeitig auch in großem Maße soziale Ungerechtigkeit und Umweltschäden in Risikobranchen wie Bergbau, Infrastruktur oder Agrarwirtschaft begünstigt. Dadurch werden auch Mechanismen in Kraft gesetzt, welche die globale Armut vorantreiben.

Noch 2015 hatte die Weltbank Einwände aus der Energieindustrie zurückgewiesen, dass Kohleverstromung Armut lindern könne und damit den eigenen Bestrebungen, Kohleinvestitionen zurückzufahren, augenscheinlich mehr Gewicht verliehen. Die nun ans Licht gebrachten Geschäfte des IFC widersprechen diesen Aussagen.

Weltbank mit Vertrauensproblemen

Anhand dieser Entwicklungen könnte es Beobachtern in Zukunft schwerfallen, Aussagen der Weltbank bezüglich ihrer Investitionen in Klimaschutz-Projekte zu vertrauen. Rund 28 Prozent seiner Investitionen sollen für derartige Maßnahmen in Zukunft zur Verfügung gestellt werden, erklärte die Organisation nach dem Klimagipfel 2015 in Paris und vollzog damit nach eigener Ansicht einen fundamentalen Wandel in seiner Ausrichtung.

Es wurden von der Weltbank auch durchaus Projekte finanziert, die ein klares Klimaschutz-Ziel verfolgen. Milliardenbeträge flossen etwa in die hydroelektrische Infrastruktur in Myanmar, Erneuerbare Energien in der Türkei oder Solarprojekte in Indien. Der Bericht von Inclusive Development International zeigt jedoch, dass die Weltbank Ihre ökologischen Bemühungen durch intransparente Förderungen von wenig nachhaltigen Projekten relativiert. bm

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