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Klimakonferenz in Bonn

Keine guten Nachrichten für den Klimaschutz

Der „Lange Eugen“ (Bildmitte) ist Hauptsitz des UN-Klimasekretariats und war einmal Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestags. Das Klimatreffen fand im World Conference Center statt (im Bild links oben). (Foto: © Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Gespräche in Bonn sollten die Grundlagen für ein Regelwerk zum Klimaschutz schaffen, um dieses beim nächsten Klimagipfel im Dezember zu verabschieden. Doch daran scheiterten die Teilnehmer. Auch die nationalen Klimaschutzpläne gehen nicht weit genug.

12.05.2018 – Die bislang eingereichten nationalen Klimaschutzpläne von rund 180 Nationen würden zu einer katastrophalen Erderwärmung von 3 bis 4 Grad führen, erklärten die Teilnehmer der Klimaverhandlungen in Bonn. In Vorbereitung auf den nächsten großen Klimagipfel im Dezember im polnischen Katowice, kamen in den letzten zwei Wochen Vertreter der Staaten sowie NGOs am Sitz des UN-Klimasekretariats zusammen, um über die dringlichen Fragen des Klimawandels zu diskutierten. "Es gibt keinen Zweifel: Wir wollen, dass alle nach Hause gehen und ihre Ambitionen erhöhen. Denn die derzeitigen Pläne würden die Temperatur auf dem Planeten um drei Grad ansteigen lassen und das wäre ein Desaster", so Harjeet Singh von der Klimaschutzorganisation „Action Aid“ gegenüber Deutschlandfunk.

Zwar wurden die Gespräche in Bonn als konstruktiv angesehen, wirkliche Fortschritte konnten jedoch nicht erzielt werden. Insbesondere an der Erarbeitung eines Regelbuchs zum Klimaschutz scheiterten die Teilnehmer. Ein neues konkretes Klimaregelwerk soll alle Staaten – die Teil des Pariser Klimaschutzabkommens sind – zu konkreten Maßnahmen verpflichten und Standards festlegen. Unter anderem soll das Regelwerk einheitliche Normen beinhalten, wie einzelne Länder ihren CO2-Ausstoß messen und angeben, um Betrügereien vorzubeugen. "Damit Anfang 2020 bessere Klimaziele von den großen Ländern eingereicht werden können, braucht es ein solides Regelwerk für Vergleichbarkeit und Transparenz der Klimaschutz- und Klimafinanzierungsbeiträge von allen Staaten", sagt Rixa Schwarz von Germanwatch.

Zweifel an Einhaltung des Pariser Klimaabkommens

Das Pariser Klimaabkommen ließ bislang offen, welche konkreten Ziele sich jedes Land bei der Verringerung ihres CO2-Ausstoßes setzen müsse. Bei der Unterstützung der Entwicklungsländer durch die Industriestaaten hingegen wurden schon in Paris konkrete Beschlüsse gefasst. Ab 2020 sollen jährlich 100 Milliarden US-Dollar fließen um die Entwicklungsländer beim Aufbau für eine klimafreundliche Energieversorgung und die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Es bestehen jedoch Zweifel an der Einhaltung dieser Zusage. Bislang seien nur ca. 80 Millionen Dollar gesichert. "Die Industrieländer müssen für verlässliche Klimafinanzierung sorgen, damit weltweit Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel möglich werden. Beim Thema Finanzierung sind diese Staaten in Bonn viel zu vage geblieben", so Rixa Schwarz. Harjeet Sing ergänzt: "Wir müssen klar sagen: Das Geld kann in den Verhandlungen in Bangkok oder in Polen nicht mehr zur Debatte stehen. Es ist die wichtigste Angelegenheit überhaupt."  

Da die Gespräche in Bonn keine klaren Ergebnisse hervorbrachten, haben sich die Teilnehmer auf eine weitere Zwischenkonferenz Anfang September in Bangkok verständigt. Dort soll dann ein neuer Textvorschlag für das künftige Regelwerk erarbeitet werden. Die bisherigen Entwürfe seien noch zu umfangreich, um im Dezember den Klimagipfel in Katowice zu einem positiven Abschluss zu bringen. mf


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