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FlugbereitschaftLeere Regierungsflieger, volle Emissionen

Regierungsmaschine „Konrad Adenauer“
Namensgeber der Regierungsmaschine „Konrad Adenauer“ vom Typ Airbus A340-300 ist der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. (Foto: Snifjaku / wikimedia.org, CC BY-SA 4.0)

Obwohl die Regierungsflüge der meisten deutschen Politiker in Berlin starten, ist die Flugbereitschaft der Bundesregierung in Köln-Bonn stationiert. Dadurch gibt es jedes Jahr hunderte Leerflüge – und tausende Tonnen unnötige CO2-Emissionen.

23.02.2019 – Mehr als 870 Mal hoben Regierungsmaschinen der Flugbereitschaft im vergangenen Jahr ohne Passagiere in Köln/Bonn ab, um Politiker aus Berlin abzuholen. Das geht aus einer kleinen Anfrage der Grünen hervor. Nachdem die Flugzeuge der Bundesregierung in den letzten Monaten häufiger mit technischen Pannen in die Schlagzeilen gerieten, entbrennt nun eine neue Diskussion über die Flugzeugflotte: Sollte die Flugbereitschaft nach Berlin verlagert werden?

876 Bereitstellungsflüge, 4.262 Tonnen CO2

Zurzeit sind alle Regierungsmaschinen mitsamt der Crew noch in Köln/Bonn stationiert. Dabei fliegen die Minister fast immer ab Berlin, weswegen sich Jahr für Jahr unzählige Leerflüge ansammeln. Tobias Lindner, verteidigungspolitischer Sprecher der Grünen, ist mit dem Ergebnis seiner Anfrage unzufrieden. Die Situation sei „für alle Beteiligten mehr als unbefriedigend“. In den letzten drei Jahren hätten die unnötigen Flüge CO2-Emissionen von rund 4.262 Tonnen pro Jahr verursacht.

„Dies erhöht die Komplexität des Betriebs der Flugbereitschaft, verursacht unnötige Bereitstellungsflüge, ist schlecht für die Umwelt und eine Belastung für das Personal.“ Tobias Lindner

Bei den sogenannten Bereitstellungsflügen gehe es nur darum, ein Flugzeug an den Ort zu bekommen, an dem dann Politiker als Passagiere aufgenommen werden. Dafür müssten auch hohe Übernachtungskosten der Besatzungen berücksichtigt werden. Pro Monat kommen dafür 22.000€ zusammen, im Jahr 2018 waren es insgesamt sogar über 320.000€. „Das ist teuer und für die Besatzungen sicherlich nicht die schönste Situation, ein ständiges Leben in Hotels führen zu müssen“, so Lindner.

Dauerbaustelle BER

Auch wenn die Flugbereitschaft der Bundeswehr zurzeit noch schwerpunktmäßig am Flughafen Köln/Bonn angesiedelt ist, gab es bereits Überlegungen, diese nach Berlin umzuziehen. Aufgrund der anhaltenden Probleme am Flughafen Berlin Brandenburg (BER), wurden diese vorerst auf Eis gelegt. Zukünftig sollen dort jedoch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, sodass der Flugbetrieb von Regierungsmaschinen ab 2026 komplett nach Berlin verlegt werden könnte. Wenn der BER bis dahin geöffnet wurde. jk


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