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Dämmen allein reicht nicht

Geht es um Fragen zur Gebäudeenergie, haben technische Fragestellungen, v. a. zur Dämmung, allgemeine Klimaschutzaspekte weitgehend aus der Diskussion verdrängt. Das Buch ist ein Plädoyer für eine innovationsoffene Klimaschutzpolitik im Gebäudebereich – und zugleich für eine gesellschaftliche Transformation.

Fast 40 Prozent der CO2-Emissionen stammen in Deutschland aus dem Gebäudebereich. Um die Pariser Klimaschutzziele zu erfüllen, müssen auch im Bereich Neubau und Gebäudesanierung Klimaschutzmaßnahmen eine größere Rolle spielen. Wie aber kann es gelingen, dass der Gebäudebestand in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und damit zum Erreichen der Klimaziele leisten kann?

Die Energiewende im Gebäudebereich ist zwar auch eine technische Herausforderung – aber mindestens ebenso eine gesellschaftliche Aufgabe, sagen die Autoren des Buches. Denn etwa achtzig Prozent der vorhandenen Wohngebäude befinden sich im Streubesitz, das heißt, sie werden selbst genutzt oder von Kleinanbietern vermietet. Das Buch wendet sich an Besitzer von Wohngebäuden ebenso wie an Energieberater, Architekten, technische Gebäudeausstatter und Wohnungsbaugesellschaften – aber auch an alle Nutzer von Gebäuden. Denn alle Eigentümer und Nutzer von Gebäuden müssten dazu beizutragen, die Freisetzung von CO₂ zu verringern.

Vor allem Gebäude im Bestand bieten ein riesiges Potenzial an Energieoptimierung. Das betrifft alle Formen bestehender Gebäude – Industrie- und Gewerbebauten, öffentliche Bauten und Verwaltungsgebäude als auch Wohnbauten vom Mehrfamilien- bis zum Einfamilienhaus. Doch mit einer Wärmedämmung sei es nicht getan – der Slogan „Dämmen lohnt sich“ gehe an der ökonomischen als auch ökologischen Realität vorbei, finden die Autoren: Denn es gehe nicht nur um Energieeinsparung, sondern auch darum, CO₂-Emissionen zu vermeiden. Es sollte daher der Fokus beim Bauen und Sanieren darauf liegen, auf die Kraft der Sonne und auf regenerative Energiequellen zu setzen – statt noch einen weiteren Zentimeter an Dämmmaterial auf die Gebäudehülle zu bringen.

Erst veränderte ökonomische Anreize und flankierende rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen schaffen die notwendigen Impulse, um das Verhalten der maßgeblichen Akteure zu verändern, appellieren die Autoren an die Politik. Aufgabe der Bundesregierung wäre es daher, die Anreize zu stärken und bestehende Hürden abzubauen. Das Regelwerk der Zukunft sollte grundsätzlich innovationsoffen sein und nicht vorschreiben, auf welche Weise das Ziel zu erreichen ist.

Martin Führ, Annette Rudolph-Cleff, Kilian Bizer, Georg Cichorowski (Hrsg.):
Dämmen allein reicht nicht
Plädoyer für eine innovationsoffene Klimaschutzpolitik im Gebäudebereich
152 Seiten
oekom verlag München, 2018
ISBN-13: 978-3-96238-098-4
28 Euro


Kommentare

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Lars 13.11.2019, 14:53:46

Interessant, dass Gebäude im Bestand ein riesiges Potenzial an Energieoptimierung bieten. Ein Freund von mir hat sein Haus mit einer neuen Art von Dämmtechnik dämmen lassen. Mit ihr ist es möglich Objekte formschlüssig zu dämmen. Daher ist sie effektiver als herkömmliche Dämmplatten. Ich nehme an, dass auch diese Dämmtechnik energieoptimierend wirkt.

http://www.thermowhite-nordwest.de/produkte/thermowhite/eigenschaften-vorteile/


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