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Kleinräumige Landwirtschaft fördert die Artenvielfalt

Die kleinräumige Bewirtschaftung von Feldern fördert die Biodiversität – und sollte mehr gefördert werden. (Foto: Pixabay / Gemeinfrei CC0 Creative Commons)
Die kleinräumige Bewirtschaftung von Feldern fördert die Biodiversität – und sollte mehr gefördert werden. (Foto: Pixabay / Gemeinfrei CC0 Creative Commons)

Agrarökologen haben die traditionell großräumige Landwirtschaft im Osten Deutschlands mit der eher kleinräumigen Landwirtschaft im Westen hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Aspekte verglichen – und fordern eine Umverteilung der Fördergelder.

29.08.2017 – Es gibt bereits Studien die belegen, dass die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren auf ökologisch bewirtschafteten Feldern höher als auf konventionell betriebenen ist. Eine Gruppe von Agrarökologen hat nun den Nachweis erbracht, dass die Bewirtschaftung auf kleinräumigen Agrarflächen grundsätzlich die Biodiversität fördert und für Landwirte auch profitabel ist. Die Forscher untersuchten etliche Gruppen von Pflanzen und Insekten entlang der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen und verglichen ökologische und konventionelle Betriebe im einstigen Osten mit Betrieben in Westdeutschland entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs.

Die von Feldrändern und Randstrukturen geprägte kleinräumigere Landwirtschaft im westlichen Bundesland wies dabei laut Studie eine höhere Biodiversität auf. Bei der Bewirtschaftung kleiner Äcker fielen zwar höhere Kosten für die Landwirte an, so ein Fazit der Wissenschaftler der Universität Göttingen in ihrer Studie im Fachjournal Nature Ecology & Evolution, doch die Biodiversität profitiere davon, und zwar ähnlich wie bei einer Umstellung auf ökologischen Landbau.

Bei der großräumigen Bewirtschaftung ist der Profit eher wirtschaftlich, die Artenvielfalt leidet. „Großräumigkeit führte zu keinem höheren Ertrag, aber zu 50 Prozent mehr Gewinn für die Landwirte – wegen der geringeren Produktionskosten“, so Studienautor Dr. Péter Batáry. Die Umstellung zum Öko-Landbau sei indes in beiden Landschaftstypen mit geringen Ertragseinbußen, aber auch mit einer Verdopplung des Gewinns verbunden.

Geld für Biodiversität statt für Fläche

Der Ökolandbau ist im Hinblick auf die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland noch gering – obwohl biologisch erzeugte Lebensmittel häufiger nachgefragt werden. Das liegt vor allem an einer einseitigen Subventionspolitik. Nach ihren Erkenntnissen aus der Studie fordern die Agrarökologen nun, Fördergelder von der großräumigen auf die kleinräumige Landwirtschaft umzuverteilen. „Die Kleinräumigkeit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung für die Biodiversitätsförderung ist genauso wichtig wie die Umstellung auf ökologischen Landbau, spielt aber leider bei der Förderung im Rahmen der EU-Agrarpolitik bisher keine Rolle“, bedauert Batáry. na

test am 29.08.2017

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