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Weckruf zum Tag der FischeFischbestände in den Meeren stark bedroht

Netz voller Fische im Ozean
90 Prozent der Fischbestände in den Weltmeeren sind laut DUH überfischt. Lasche Gesetze machen dem Wahnsinn kein Ende. Konsumenten sollten sich indes fragen, ob Fisch nicht viel seltener auf den Teller kommen sollte. (Foto: C. Ortiz Rojas / Wikimedia Commons / Public domain)

Am Tag der Fische wird gezielt auf die Bedrohung der Fische in den Weltmeeren aufmerksam gemacht. 90 Prozent der Fischbestände sind überfischt oder infolge des Klimawandels, der Verschmutzung der Meere und Zerstörung der Lebensräume zurückgegangen.

22.08.2018 – Heute ist Tag der Fische – seit 2007 wird einmal im Jahr an diesem Tag auf die katastrophale Situation unserer Meeresbewohner aufmerksam gemacht: Die anhaltende Verschmutzung und Zerstörung der Lebensräume in unseren Meeren durch Plastikmüll, Atommüll oder Ölverschmutzung, die steigenden Wassertemperaturen infolge des Klimawandels und die Überfischung durch industrielle Fischerei haben dafür gesorgt, dass 90 Prozent der weltweiten Bestände zurückgegangen oder stark gefährdet sind.

Politischer Wille zum Schutz der Meere ist gefragt aber leider kaum vorhanden: Vor allem die fehlende Durchsetzung der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU (GFP) trage zur Überfischung bei, kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und fordert deshalb gemeinsam mit der Initiative Our Fish, dass in Nord- und Ostsee bestehende EU-Regelungen zum Schutz der Fischbestände endlich konsequent umgesetzt werden. Denn in Europa seien bereits 41 Prozent der Fischbestände überfischt.

Die Gemeinsame Fischereipolitik der EU (GFP) trat 2014 in Kraft. Sie verpflichtet eigentlich die Mitgliedstaaten, die Überfischung bis 2020 zu beenden – und zwar indem alle kommerziellen Fischbestände so bewirtschaftet werden, dass der höchstmögliche Dauerertrag für jeden Bestand erreicht werden kann und verschwenderische Rückwürfe verhindert werden. Der ungewollte Beifang wurde im Jahr 2011 auf 1,7 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr geschätzt, berichtet die DUH.

Gesetze werden nicht überprüft

Damit die ungewollten Fische nicht mehr – wie derzeit übliche Praxis – verletzt oder tot ins Meer zurückgeworfen werden, wurde die Anlandeverpflichtung stufenweise für bestimmte Arten und Fanggebiete eingeführt. Alle Fische, für die Fangquoten existieren, müssen seitdem an Land gebracht werden. Ab 2019 gilt die Anlandeverpflichtung dann EU-weit. Im Detail: Die Mitgliedstaaten verpflichten sich laut Artikel 15 der GFP dafür zu sorgen, dass alle Fische mit an Land gebracht werden, für die Fangbegrenzungen und Mindestgrößen existieren. In Artikel 13 und 15 sind außerdem detaillierte und genau Aufzeichnungen von allen Fängen festgeschrieben.

„Die Anlandeverpflichtung soll Anreize schaffen, optimierte Fanggeräte einzusetzen, mit denen möglichst nur die gewünschte Zielart des Fangs und von vornherein weniger ungewollter Beifang im Netz landet“, erläutert  DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. Wie viel und was tatsächlich im Netz lande, werde jedoch weder ausreichend kontrolliert noch dokumentiert. An der Rückwurfpraxis in Europa habe sich daher nichts geändert, mahnt Rebecca Hubbard, Direktorin der Our Fish-Initiative. „Immer noch gehen Millionen von Meerestieren tot über Bord und das ist illegal. Wir müssen Beweise einfordern, dass mit unserem Fisch verantwortungsvoll umgegangen wird.“ Die Deutsche Umwelthilfe und Our Fish fordern deshalb Kontrollen und eine vollständige Dokumentation von Fang und Beifang durch Kameraaufzeichnung an Bord der Schiffe, um die illegalen Rückwürfe einzudämmen. Die technischen Lösungen hierfür gebe es bereits.

#Stoppt Rückwürfe!

Mit ihrer Petition und der Aktion  #StopptRückwürfe wollen DUH und Our Fish auch die Konsumenten für die gängige Praxis illegaler Fischrückwürfe sensibilisieren und zudem ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Im Moment sei der Tag der Fische leider vor allem eines, bedauert Müller-Kraenner, „eine Erinnerung daran, wie wenig seit 2007 passiert ist.“ na


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Mattes 22.08.2018, 08:44:44

+155 Gut Antworten

Heute ist der 22.08.18

Clemens Weiß 22.08.2018, 08:48:02

+161 Gut Antworten

Hallo Mattes,

 

danke fürs Korrekturlesen, haben wir geändert.

 

Viele Grüße

Clemens Weiß / Redaktion


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