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Folge von FukushimaRadioaktive Stoffe in Wein nachgewiesen

In einigen kalifornischen Weinen befindet sich nach dem Reaktorunfall von Fukushima eine deutlich gestiegene Konzentration an Caesium-137. (Foto: pixabay.com, CC0 Creative Commons)

Sieben Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima haben Forscher eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: Selbst im 8.000 Kilometer entfernten Kalifornien kann in Weinen ein Anstieg von radioaktiven Partikeln nachgewiesen werden.

25.07.2018 – Auch sieben Jahre nach der Atomreaktorkatastrophe von Fukushima werden immer neue Auswirkungen deutlich – und das nicht nur im pazifischen Inselstaat selbst. So ist die Strahlung anscheinend bis zur US-amerikanischen Westküste vorgedrungen. Im rund 8.000 Kilometer entfernten Kalifornien konnte in unterschiedlichen Weinen ein deutlicher Anstieg bei der Konzentration von radioaktiven Partikeln nachgewiesen werden, berichtet der Sender CNN.

Die beiden französischen Physiker Michael Pravikoff und Philippe Hubert vom Centre d'Etudes Nucléaires de Bordeaux-Gradignan haben in ihrer Studie achtzehn unterschiedliche Weine aus dem kalifornischen Anbaugebiet Napa Valley der Jahrgänge 2009 bis 2012 auf Caesium-137 analysiert. Damit wollten die Wissenschaftler untersuchen, ob die Konzentration der radioaktiven Spuren nach der Katastrophe von Fukushima angestiegen ist.

Das Ergebnis: In einigen Weinen befindet sich nach dem Reaktorunfall eine deutlich höhere Konzentration an Caesium-137, als es vorher der Fall war. Dabei entsteht dieses Isotop während der nuklearen Kernspaltung.

Verdopplung der radioaktiven Konzentration

Zunächst hatten die Forscher erfolglos versucht, die Strahlung mit Gamma-Detektoren zu analysieren. Da diese Methode jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen führte, griffen sie auf eine „destruktive Analyse“ zurück. Die Weinflaschen wurden geöffnet und der Inhalt mittels sehr heißen Temperaturen zu Asche verdampft. Die Cabernet-Flaschen wiesen letztendlich sogar doppelt so viel Caesium-137 auf, wie es vor der Katastrophe der Fall war.

Trotzdem könne der Wein aus Kalifornien auch weiterhin bedenkenlos getrunken werden. Die Menge an radioaktivem Material, die aus Fukushima in die Weingebiete gelangt ist, sei zu niedrig, um ernsthaft eine Gefahr für den Menschen darzustellen.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass radioaktive Stoffe in Weinen nachgewiesen wurden. So führte bereits die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl dazu, dass viele europäische Weine deutlich höhere Mengen des radioaktiven Isotops aufwiesen. jk


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