TOP-THEMA
Europawahl




Bund investiert Pensionsrücklagen in fossile Energien

Der Bund hat einen Teil der Versorgungsrücklagen für Beamte auch in den italienischen Erdölkonzern ENI investiert, der mit der Ölplattform „Oil Bouri DP4“ die größte Plattform im Mittelmeer betreibt. (Foto: Cipiota, wikimedia commons, CC BY-SA 3
Der Bund hat einen Teil der Versorgungsrücklagen für Beamte auch in den italienischen Erdölkonzern ENI investiert, der mit der Ölplattform „Oil Bouri DP4“ die größte Plattform im Mittelmeer betreibt. (Foto: Cipiota, wikimedia commons, CC BY-SA 3.0)

Der Bund investiert offenbar einen Teil der Beamtenpensionen in Unternehmen, die ihr Geld mit schmutzigen Kohle-, Öl- und Gasgeschäften verdienen. Diese Praxis steht nun in der Kritik, denn gleichzeitig fördert die öffentliche Hand die Energiewende.

05.08.2015 – Die Kritik kommt vor allem von der Grünen-Bundestagsfraktion und der unabhängigen Organisation Carbon Disclosure Project, die die Umwelt- und Klimaverträglichkeit von Unternehmen und Staaten überprüft und öffentlich macht. Gemeinsam rechneten sie nach wie der Bund und die Bundesagentur für Arbeit einen Teil der Versorgungsrücklagen für Beamte in Unternehmen anlegen, wie der Spiegel berichtet.

Insgesamt geht es um rund 112 Millionen Euro, die in Konzerne investiert sind, die ihr Geld mit fossilen Energien machen. Denn seit 2007 legt der Bund zehn Prozent seines Versorgungsfonds im Eurostoxx 50 an, ein Aktienindex der 50 große börsennotierte Unternehmen in der Eurozone beinhaltet. Seit 2008 tut dies auch der Fonds der Agentur für Arbeit. Zum Eurostoxx 50 gehören allerdings auch drei große Konzerne, die ihre Geschäfte mit Kohle, Öl und Gas machen: Total, Repsol und ENI. Ihr Anteil am Aktienindex ist mit knapp zehn Prozent erheblich.

Investitionen sind auch finanzielles Risiko

Dieses Investment passt nur schwer zu den Klimazielen der Bundesregierung und der Förderung der Energiewende. Die Grünen haben nun die Bundesregierung aufgefordert, die Anlagepraxis zu ändern. Es könne nicht sein, dass die öffentliche Hand die Energiewende finanziere und der Bund gleichzeitig sein Geld in schmutzige Klimakiller investiere, so die Grünen.

Außerdem gibt es für die Investitionen auch ein finanzielles Risiko, wenn die sogenannte Kohlenstoffblase platzt. Denn einen Teil der gesamten Kohle-, Öl- und Gasreserven werden die Konzerne abschreiben müssen, sie können aufgrund der CO2- und Klimaziele nicht verwendet werden. Das würde zu einem massiven Wertverlust der Konzernanteile und Investitionen führen. cw

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

max 2.000 Zeichen