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Neuer Rekord: Stromexporte erzielen über 2 Mrd. Euro

Der meiste Strom ging in die Niederlande, dort wurden 2015 mit 971 Mio. Euro am meisten Einnahmen erzielt. Die größten Ausgaben in Höhe von 449 Mio. Euro flossen nach Frankreich. (Grafik: Fraunhofer ISE)
Der meiste Strom ging in die Niederlande, dort wurden 2015 mit 971 Mio. Euro am meisten Einnahmen erzielt. Die größten Ausgaben in Höhe von 449 Mio. Euro flossen nach Frankreich. (Grafik: Fraunhofer ISE)

2015 hat Deutschland so viel Strom exportiert wie noch nie und dabei einen Überschuss von gut 2 Milliarden Euro erzielt. Angesichts der großen Überkapazitäten und des Ausbaus der Erneuerbaren könnten Atom- und Kohlekraftwerke rasch dichtmachen.

25.02.2016 – Mit einem Außenhandelsbilanzüberschuss von 2,07 Milliarden Euro liegen die Stromexporte 2015 deutlich über dem alten Rekordwert von 1,94 Milliarden Euro aus dem Jahr 2013. Eine genauere Analyse zeigt, dass der ins Ausland gelieferte Strom im Durchschnitt die gleichen Marktpreise erzielt wie der nach Deutschland importierte Strom aus den Nachbarländern. Das sind die Ergebnisse einer Analyse von Wissenschaftlern vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die Daten des Statistischen Bundesamts ausgewertet haben.

Die exportierte Strommenge lag im vergangenen Jahr bei 50 Terawattstunden (TWh) – ebenfalls ein neuer Rekord. Während 8074 von 8760 Stunden waren die Stromexporte höher als die Importe, das entspricht einer Quote von 92 Prozent. Die durchschnittlich exportierte Leistung lag bei 5,7 Gigawatt (GW). Der meiste Strom wurde dabei in die Niederlande geleitet, die einen Teil des Stroms direkt nach Belgien und Großbritannien weiterleitete. Auch in die Schweiz flossen hohe Exporte, die fast vollständig nach Italien gingen. Die höchsten Importe kamen dagegen aus Frankreich, wobei Deutschland hauptsächlich als Transitland für weitere Länder benutzt wurde.

„Können es uns leisten aus der klimaschädlichen Braunkohle auszusteigen“

Trotz des schrittweisen Ausstiegs aus der Atomenergie wachsen seit Jahren die Stromexporte aufgrund der wachsenden Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Besonders die Windenergie an Land konnte die Stromerzeugung stark steigern und um 20 TWh im Vergleich zu 2014 zulegen. Windkraft auf See steigerte die Erzeugung um 7 TWh. Nur Solar- und Bioenergie kommen durch die politischen Rahmenbedingungen kaum voran. „Aufgrund der gestiegenen Produktion aus erneuerbaren Energien können wir es uns leisten, schneller aus der klimaschädlichen Braunkohle auszusteigen und schon dieses Jahr erste Kraftwerksblöcke stillzulegen“, stellt Prof. Bruno Burger vom Fraunhofer ISE fest.

Sorgen bereitet ihm allerdings der stark eingebrochene Ausbau der Solarenergie, 2015 erreichte diese nur die Hälfte des von der Bundesregierung definierten Zubaukorridors. „Der optimale Mix zwischen Solar- und Windenergie liegt bei einem Verhältnis von 1:1 bei der installierten Leistung“, so Burger. Denn Simulationen der Fraunhofer-Wissenschaftler zeigen, dass bei gleicher installierter Leistung die jahreszeitlichen Schwankungen bei der Stromerzeugung und der Speicherbedarf am geringsten sind. Der Photovoltaikausbau liegt allerdings derzeit um 4 GW oder 10 Prozent unter der Windenergie. cw

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