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Startups: Grüne Gründungen liegen im Trend

Die meisten grünen Startups finden sich im Energiesektor. Auf dem Euref-Campus in Berlin-werden Erneuerbare Energieerzeuger im Smart Grid vernetzt und gesteuert, das wird hier gerade an der Schautafel erläutert. (Foto: Nicole Allé)
Die meisten grünen Startups finden sich im Energiesektor. Auf dem Euref-Campus in Berlin-werden Erneuerbare Energieerzeuger im Smart Grid vernetzt und gesteuert, das wird hier gerade an der Schautafel erläutert. (Foto: Nicole Allé)

Während die Zahl von Unternehmensgründungen in Deutschland seit Jahren rückläufig ist, befindet sich der Gründergeist im Bereich der Green Economy im Aufwind und kommt laut einer Studie auf einen Anteil von 17 Prozent aller Neugründungen hierzulande.

28.08.2016 – Im letzten Jahr wurden deutschlandweit rund 398.000 Gründungen von neuen Unternehmen unterschiedlichster Größe gezählt, davon fällt ein erheblicher Anteil in grüne Themenbereiche – Tendenz sogar steigend, laut einer aktuellen Studie von Green Economy Gründungsmonitor des Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Demnach seien 17,3 Prozent aller Gründungen im Jahr 2014 dem Bereich der Green Economy zuzuordnen. Insgesamt haben somit 21.500 „grüne“ Betriebe im Jahr 2014 den Gründersprung geschafft. Welches Unternehmen als „grüne Gründung“ bezeichnet werden kann wird nach der EGSS-Klassifikation des europäischen Statistikamtes auch klar definiert – das sind „Unternehmen, die mit ihren Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen Beitrag zu den ökologischen Zielen der Green Economy leisten“.

Den Löwenanteil nimmt der Energiesektor mit rund 86 Prozent ein, gefolgt vom Baugewerbe, wo ebenfalls etliche Neugründungen zu verzeichnen sind – beide Bereiche hängen aufgrund erhöhter energetischer Anforderungen an den Gebäudebau und -bestand sowie dem Erreichen der Klimaziele ohnehin immer enger zusammen. Lokal gesehen konzentrieren sich die grünen Startups auf den Norden Deutschlands, an der Spitze Hamburg und Schleswig-Holstein. Hier fällt der Zusammenhang mit dem verstärkten Ausbau der Windkraft in den letzten Jahren auf. Die Windbranche hat sich in den letzten Jahren als Jobmotor nicht nur in Deutschland hervorgetan –weltweit sind rund 1,1 Millionen Menschen in der Branche angestellt.

Die Studie hat auch einen Blick zu den europäischen Nachbarn geworfen, dabei punkten Schweden und Finnland noch vor Deutschland mit grünen Innovationen, doch Deutschland habe nun mit den neu erstellten Zahlen Schweden eingeholt. Um den Trend zu halten und die öffentliche Wahrnehmung grüner Start-Ups zu fördern hat das vom Bundesumweltministerium und der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Vorhaben StartUp4Climate das Portal www.start-green.net entwickelt. Es soll der grünen Gründerszene als Plattform zur Vernetzung und Bekanntmachung dienen. Der Community-Preis StartGreen Award zeichnet zudem beispielhafte und besonders innovative grüne Startups und Gründungsförderer aus. Etliche Preise und Crowdfunding-Plattformen gibt es im Internet. Der Green Alley Award etwa fördert junge Gründer die sich mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft beschäftigen. Und auf dem Euref-Campuis in Berlin Schöneberg können sich junge grüne Startups bspw. in der green garage einmieten und sich ausprobieren.

Grundlage für die Studie waren Datensätze zu über 1,3 Mio. wirtschaftsaktiven Unternehmen in Deutschland aus der Unternehmensdatenbank von Creditreform. In der Statistik tauchen nur Betriebe mit „größerer wirtschaftlicher Bedeutung“ auf, da diese „wirtschafts-, innovations- und umweltpolitisch deutlich relevanter seien als etwa Personen mit eingetragenen Nebenjobs und Gewerbescheinen“ so Klaus Fichter, Gründer und Direktor des Borderstep Instituts. Neue Zahlen zu Gründungsaktivitäten in Deutschland 2015 und 2016 soll es im Frühjahr 2017 geben. Der Studienleiter geht dabei von einer Fortsetzung des Trends aus. na

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