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Strombedarf verdoppelt

Bitcoin-Energieverbrauch läuft aus dem Ruder

Die Beliebtheit der bekanntesten Kyptowährung ist nach wie vor ungebrochen. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Innerhalb von nur sechs Monaten hat sich der Energieverbrauch durch Bitcoin-Berechnungen verdoppelt. Hält der Trend an, könnte die Kryptowährung Ende nächsten Jahres so viel Energie verschlingen wie derzeit alle Solaranlagen weltweit erzeugen.

22.05.2018 – Bereits Ende dieses Jahres wird sich der Bitcoin-Stromverbrauch erneut verdoppeln und würde dann 0,5 Prozent des globalen Stromverbrauchs betragen, ein gewaltige Menge von 7,7 Gigawatt. Das geht aus einer neuen Studie des Finanzökonomen und Blockchain-Experten Alex de Vries hervor, die am vergangenen Mittwoch im Fachmagazin Joule veröffentlicht wurde.

Eine einzige Transaktion benötigt demnach so viel Strom wie ein durchschnittlicher niederländischer Haushalt in einem Monat verbraucht. Bereits jetzt liegt der Bitcoin-Energiehunger gleichauf mit ganzen Industrieländern wie Österreich oder den Niederlanden.

„Ziemlich schockierend“

Dieser steigende Strombedarf hilft uns sicher nicht bei der Erreichung unserer Klimaziele.Ein halbes Prozent des globalen Stromverbrauchs sei „ziemlich schockierend“, so de Vries, und ein extremer Unterschied verglichen mit dem regulären Finanzsystem. „Dieser steigende Strombedarf hilft uns sicher nicht bei der Erreichung unserer Klimaziele.“ Entwickle sich der Bitcoin-Preis so wie von einigen Experten vorhergesagt, könnte die Kryptowährung bald sogar fünf Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verschlingen. „Das wäre ziemlich schlimm“, kommentiert de Vries.

Setzt sich die aktuelle Steigerungsrate fort, würde Bitcoin Ende nächsten Jahrs bereits 1,8 Prozent verbrauchen – so viel Strom wie alle Solaranlagen weltweit derzeit erzeugen. Dennoch ist die Beliebtheit der bekanntesten Kryptowährung der Welt ungebrochen, ebenso deren Unberechenbarkeit. Innerhalb der letzten anderthalb Jahre stieg der Preis für ein Bitcoin um das zehnfache, gefolgt von einem Crash um 75 Prozent des Werts und schließlich der Erholung um das Doppelte.

Reale Folgen werden ausgeblendet

Die Blockchain-Währung gilt weiterhin als beliebtes Spekulationsobjekt, ohne dass die realen Folgen wie der enorme Energieverbrauch und gigantische Hardware-Ressourcen ernsthaft in Frage gestellt werden. Das US-Magazin grist hat ausgerechnet, dass durch effizientere Rechner der Anstieg des Bitcoin-Energieverbrauchs derzeit bei „nur“ 20 Prozent pro Monat liege. Würde sich die Rate fortsetzen, könnten Bitcoin-Transaktionen im Januar 2021 den gesamten Stromverbrauch der Welt benötigen.

Dazu wird es nicht kommen, die Zahl zeigt dennoch das rasant wachsende Problem auf. Zwar basteln Wissenschaftler an effizienteren Kryptowährungen, den überwiegenden Teil der Investoren hat das bislang nicht überzeugt, sie setzen ungehindert auf die bekannteste digitale Münze. cw


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Kommentare

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Markus A. Wursthorn 22.06.2018, 22:25:54

Ich bin schwer enttäuscht. Davor war ich sowieso schon enttäuscht, weil die Kryptowährung ihrem eigentlichen Auftrag, ein Zahlungsmittel zu sein, bei dem keine Transaktionskosten an den Finanzsektor gehen, noch nicht gerecht geworden ist, sondern lediglich ein Spekulationsobjekt ist. Es wäre doch gerade der Charme einer Kryptowährung, nicht mehr materiell zu sein wie eine Goldmünze, sondern virtuell und das heißt dann auch "anenergetisch". Es wäre ja gerade das Faszinierende, wenn Mining nicht mehr materielles Schürfen mit, wie im Falle von Gold, erheblicher Umweltbelastung wäre, sondern ein virtuelles Schürfen, das von Masse und Kraft enthoben wäre. Wenn nun die Kryptowährung ganz reale Energie braucht und das so happig, dann ist die Frage, wie sowas überhaupt in unsre Welt, in der winzige Chips immer mehr leisten, passt. Hätten wir noch Röhrencomputer, die ganze Zimmer füllen, dann würde mich sowas nicht wundern. Wenn es um ein kryptographisch-mathematisches Rätsel geht, dann hätte sowas einer der großen Mathematiker des 17. Jahrhunderts wie Fermat rein mit Papier und Bleistift besorgen können ohne dazu ein Monstrum von Rechenanlage zu brauchen. Wieso braucht es überhaupt den Antagonismus riesiger Rechenzentren um die Währung zu erzeugen ? Eine wirkliche autonome sich selbst steuernde Währung müsste auch auf dem Handy generierbar sein, dann könnte jede(r) da mitmachen und allenfalls müsste das Handy eine Stunde früher wieder ans Ladegerät...

Energytheory 10.09.2018, 13:39:34

Anenergetische Erzeugung von was auch immer ist leider tatsächlich unmöglich.

Jede Produktion, jede Berechnung, jedes Aufschreiben oder auch nur Merken und Transportieren von egal was, auch Bitcoins oder sonstige virtuelle Dinge, erfordert Energie.

Das folgt aus den Gesetzen der Thermodynamik. Ohne Energie herrscht absoluter Stillstand in jeder denkbaren Beziehung.

 

Die Rechenleistung, die nötig ist, wird stets an die insgesamt verfügbare Rechenleistung angepasst - sprich, erhöht - um die qualifizierte Berechnung stets ohne einen monopolartigen Vorteil eines einzigen schnellen Rechners zu gewährleisten.


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