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Siemens Energy und Rosatom„Der nukleare Pakt mit dem Teufel“

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Siemens Energy muss seine Geschäftsbeziehungen mit Rosatom sofort beenden, fordern NGOs.  (Bild: Julia Broich)

Siemens Energy muss seine Geschäftsbeziehungen mit Rosatom sofort beenden, fordern NGOs. Da es bisher im nuklearen Sektor keine Sanktionen gibt, arbeitet Siemens bisher weiter eng mit der staatlich russischen Atomenergiegesellschaft zusammen.

07.02.2023 – 07.02.2023 – Die NGOs urgewald, Friends of the Earth Europe, der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sowie die russische Umwelt-NGO Ecodefense fordern, dass Siemens Energy seine Geschäftsbeziehungen zu Rosatom umgehend beendet.

Siemens Energy hat dies wie viele Unternehmen in mehreren Bereichen des Energiesektors bereits umgesetzt. Kooperationen im Bereich der Atomenergie, für den es derzeit keine Sanktionen gibt, blieben davon unberührt.

Rosatom ist direkt am Ukraine-Krieg beteiligt

Die russische Atomenergie-Gesellschaft Rosatom ist in staatlicher Hand. Nach eigenen Angaben umfasst Rosatom gut 350 Tochterunternehmen, plant und baut rund 34 Reaktoren weltweit und beliefert 75 mit Brennstoffen. Der Konzern entwickelt und produziert zudem russische Atomwaffen.

Rosatom sei zudem auch direkt am Krieg beteiligt, nämlich an der Besetzung der Atomruine Tschernobyl sowie Europas größten Atomkraftwerks, Zaporizhzhia. Um letzteres übernehmen und weiterbetreiben zu können, gründete Rosatom sogar eine neue Tochtergesellschaft, erklären die NGOs in ihrer Pressemitteilung „Der nukleare Pakt mit dem Teufel“.

Siemens Energy arbeitet weiterhin eng mit Rosatom zusammen

Siemens Energy und die französische Atomenergie-Gesellschaft Framatome arbeiten seit Jahren eng mit Rosatom zusammen. Unter anderem liefern sie bestimmte Steuersysteme für russische Reaktoren. Wenige Wochen vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatten die drei Konzerne einen neuen Kooperationsvertrag für die Reaktorbauteile verabschiedet.

Die Systeme sind elementar für die Steuerung von Reaktoren. Sie wurden bisher im Großteil der modernen Reaktoren von Rosatom sowohl in Russland als auch im europäischen und nicht-europäischen Ausland eingesetzt, erklärt Vladimir Slivyak von Ecodefense. Es sei wahrscheinlich, dass sie auch bei den weiteren geplanten oder in Bau befindlichen Rosatom-Reaktoren in Ägypten, Bangladesch, China, Indien, dem Iran und der Türkei eingesetzt werden, wenn Siemens Energy die Kooperation fortführe.

Rosatom zementiert atomare Abhängigkeit von Russland

Rosatom hat unter anderem Reaktoren in Ungarn gebaut. Auch hier sind die Steuersysteme von Siemens Energy verbaut, sagt Patricia Lorenz, Anti-Nuklear-Kampaignerin von Friends of the Earth Europe. „Damit hätte Russland sichergestellt, dass Ungarn noch lange EU-Sanktionen verhindern wird“, warnt sie.

Die Verwicklungen mit Rosatom ziehen ähnliche geopolitische Abhängigkeiten nach sich wie sie vor dem Ukraine-Krieg auch im Gassektor bestanden. Die EU und Deutschland müssten gerade jetzt, vor dem Hintergrund und mit den Erkenntnissen des weiter andauernden russischen Kriegs gegen die Ukraine die wirtschaftlichen Beziehung mit dem russischen Nuklearsektor beenden, fordern die NGOs. jb

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