Menü öffnen

StrukturwandelKohleregionen sollen voneinander lernen

Kohlemine in Schlesien
Kohlemine in Schlesien. (Foto: © D T G , CC BY-SA 3.0)

Was kommt nach der Kohle? Europaweit suchen zahlreiche Regionen den perfekten Strukturwandel, zukunftsfeste Arbeitsplätze und aussichtsreiche Investitionen. Bundesregierung und WWF greifen ihnen beim Austausch gelungener Beispiele unter die Arme.

17.12.2018 – Es gibt rund 40 Kohleregionen in Europa und alle stehen vor demselben Problem: Jahrzehntelang war der Kohleabbau und die Verfeuerung in Kraftwerken bedeutender Teil ihrer Wirtschaft und ihrer Identität. Der Kohleausstieg wird kommen, mal früher mal später, aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Im Saarland und im Ruhrgebiet ist das Ende des Steinkohlebergbaus vollzogen, die Auswirkungen werden aber noch Jahrzehnte zu spüren sein.

Spurlos kann solch ein Strukturwandel nicht vonstattengehen, dafür sind die Verflechtungen, ob wirtschaftlich oder kulturell, zu stark gewachsen. Es gibt aber ermutigende Beispiele, im Falle der deutschen Steinkohle beispielsweise die Abwicklung und der Umgang mit den Folgekosten. Mit der RAG-Stiftung wurde 2007 ein Modell für die sozialverträgliche Beendigung und die Übernahme der Ewigkeitskosten entwickelt. Nicht alles läuft perfekt, aber vieles gut.

Aus Fehlern und Erfolgen lernen

Von diesen Erfahrungen können andere Kohlereviere lernen, denn nicht jede Region muss die gleichen Fehler widerholen. Wie so oft sind aber auch nicht alle Positivbeispiele direkt übertragbar, jede Region hat unterschiedliche Voraussetzungen und Herausforderungen. Eben deshalb sind Informationen und Wissen Trumpf.

Den Dialog organisiert ein WWF-Projekt, an dem Kohlereviere aus Deutschland, Polen, Griechenland und Bulgarien sowie die EU-Kommission beteiligt sind. Finanziert von der „Europäischen Klimaschutzinitiative“ des Bundesumweltministeriums. „Unser Anspruch ist, dass wir nicht nur sagen, wie wir uns von den fossilen Energien verabschieden, sondern auch, was stattdessen kommt“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu dem Projekt. Das Ziel müssten sozial gerechte Übergangsstrategien sein, die betroffene Regionen zukunftsfest machen und das Klima schützen könnten.

„Just Transition“ für Schlesien

Um das zu erreichen kommen Vertreter von u.a. lokalen Behörden, Gewerkschaften und NGOs zu Workshops, Gesprächen mit der EU-Kommission und gegenseitigen Besuchen zusammen. Bislang fanden Studienreisen ins Ruhrgebiet und nach Westmakedonien in Griechenland statt. Im Frühjahr 2019 soll ein zweites Bürgermeister-Forum im Lausitzer Weißwasser stattfinden.

Auf der Klimakonferenz im polnischen Kattowitz, mitten im Herz der bedeutendsten Kohleregion des Landes, präsentierte der WWF Polen eine Übergangsstrategie für die Kohleregion Schlesien. Getreu dem Motto der polnischen Gastgeber, die die Konferenz unter dem Motto „Just Transition“ – also eines sozial gerechten Übergangs – stellten. cw


Mehr zum Thema


Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen



energiezukunft