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Corona-PandemiefolgenWeniger Stromverbrauch in Deutschland

Im ersten Halbjahr 2020 wurde weniger Kohlestrom verbraucht.
Im ersten Halbjahr wurde in Deutschland weniger Kohlestrom verbraucht, der Anteil der Erneuerbaren stieg.  (Foto: Kenueone / Wikimedia Commons / CC0 1.0)

Der Stromverbrauch in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2020 um 5,7 Prozent gesunken. Vor allem fossile Energieträger wurden weniger verbraucht. Der Anteil der Erneuerbaren Energien erreichte hingegen mit 50,2 Prozent einen neuen Rekord.

07.08.2020 – Die Corona-Pandemie hat im ersten Halbjahr 2020 zu einem spürbaren Rückgang des Stromverbrauchs geführt. Vor allem die Industrie hat erheblich weniger Strom nachgefragt als im Vorjahreszeitraum. Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betrug der Rückgang 5,7 Prozent.

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, die den gesamten Energieverbrauch – also auch den Kraftstoff- und Erdgasverbrauch – betrachtet, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Bezogen auf alle Energiearten meldet sie einen Rückgang von 8,8 Prozent. Deshalb wird auch mit einem kräftigen Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen gerechnet. Er könnte für das Gesamtjahr in einer Spanne zwischen 10 und 17 Prozent liegen.

Weniger Kohle, mehr Erneuerbare

Am deutlichsten wurde die Kohlekraft in den vergangenen Monaten zurückgefahren. Bei der Braunkohle waren es 35,5 Prozent, bei der Steinkohle 25 Prozent. Dieser starke Rückgang folgt einem internationalen Trend. Erstmals wurde im ersten Halbjahr 2020 weltweit mehr Kohlekraft abgeschaltet als in Betrieb genommen.

Durch den Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien stieg prozentual deren Anteil am Gesamtstromverbrauch auf einen Rekordanteil von 50,2 Prozent. Aber auch die günstigen Witterungsverhältnisse spielten eine Rolle: Windkraft und Solarenergie verzeichneten jeweils ein Ertragsplus von zehn Prozent. Insgesamt steigerten die Erneuerbaren ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2020 um drei Prozent.

Ausbau der Erneuerbaren weiter vorantreiben

Doch diese Zahlen sind kein Trend, dafür müsste der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben werden. Kerstin Andreae, Geschäftsführerin des BDEW sagt: „Es ist erfreulich, dass im ersten Halbjahr 2020 bereits über die Hälfte des Stromverbrauchs mit Erneuerbaren Energien gedeckt werden konnte. Auf diesen Erfolgen dürfen wir uns aber nicht ausruhen.“

Die Energiewirtschaft stehe in den Startlöchern, um in den dringend notwendigen Erneuerbaren-Ausbau zu investieren. Dafür werden verlässliche Rahmenbedingungen gebraucht. Die Bundesregierung solle deshalb möglichst schnell einen Entwurf für eine umfassende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vorlegen, die das 65-Prozent-Ziel in konkrete, technologiespezifische Ausbaupfade übersetzt.

Erste Ausschreibung zur Reduzierung der Kohleverstromung gestartet

Die Bundesnetzagentur startete Anfang August 2020 die erste Ausschreibung zur Reduzierung der Kohleverstromung. Bis zum 1. September können sich Kraftwerksbetreiber um insgesamt 4000 Megawatt an stillzulegender elektrischer Leistung bewerben. Sie geben Gebotswerte ab, zu denen sie bereit sind, auf die Verfeuerung von Kohle in ihrer Anlage zu verzichten. pf


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