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Solar Decathlon Europe 21/22Beim Bauen in Kreisläufen denken

Auf dem Solar Campus in Wuppertal errichtete das Team RoofKIT ein Demonstrationsobjekt in Originalgröße (Gebäude im Vordergrund). (Foto: Solar Decathlon Europe 21/22)
Auf dem Solar Campus in Wuppertal errichtete das Team RoofKIT ein Demonstrationsobjekt in Originalgröße (Gebäude im Vordergrund). (Foto: Solar Decathlon Europe 21/22)

Der Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs Solar Decathlon Europe steht fest. Das Projekt RoofKIT überzeugte die Jury mit einer energieeffizienten und kreislaufgerechten Aufstockung eines Bestandsgebäudes – mit Integration solarer Energie.

29.06.2022 – Beim internationalen, studentischen Gebäude-Energie-Wettbewerb Solar Decathlon Europe 21/22 (SDE 21/22) zeigten Studententeams vom 10. bis 26. Juni in Wuppertal, wie sich nachhaltiger Wohnraum in Städten realisieren lässt. Um- und Weiterbau statt Abriss und Neubau, energieeffizientes und solares Bauen im urbanen Bestand war die Devise. Die ein- bis zweigeschossigen Wettbewerbsgebäude zeigten anspruchsvolle Architektur, Bau- und Gebäudetechnik. Alle Häuser nutzen Solarsysteme zur Dekarbonisierung der Energieversorgung:

Mit einer energie- und ressourceneffizienten Dachaufstockung konnte ein interdisziplinäres Team vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den ersten Platz für sich verbuchen: mit dem Projekt RoofKIT. „Wie kann Architektur in Zeiten des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und der steigenden Nachfrage nach Wohnraum ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht werden?“ Das war die Ausgangsposition des interdisziplinären Teams RoofKIT vom KIT. „Entwürfe und Bauten müssen im Einklang mit den natürlichen und technischen Kreisläufen stehen“, so der Planungsansatz des Teams. Sie machten in ihrem Projekt deutlich, wie energie- und ressourceneffizientes, kreislaufgerechtes und sozial verbindendes Bauen aussehen kann. Das Team aus Forschenden und Studierenden des KIT sowie externen Experten entwarf eine Aufstockung für ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das Café ADA in der Altstadt von Wuppertal, und errichtete dafür auf dem Solarcampus in Wuppertal einen Gebäudeteil in Originalgröße als Demonstrationsobjekt.

„Das Team hat sehr eindrücklich gezeigt, wie am KIT die Lehre mit Forschung und Innovation Hand in Hand geht, und vor allem, wie engagiert unsere Studierenden Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung übernehmen“, kommentierte Professor Alexander Wanner, Vizepräsident des KIT für Lehre und akademische Angelegenheiten, den Erfolg. „Weg von linearen temporären Lösungen, hin zu einem endlos zirkulären Ansatz der Schönheit, Langlebigkeit und Kreislaufgerechtigkeit“, beschreibt Professor Hebel das dem Projekt zugrundeliegende Konzept. „Die Aufstockung und Sanierung bestehender Gebäude bietet die Chance, in Städten neuen Wohnraum zu schaffen und zugleich Solarenergie intensiv zu nutzen“, meint Nadine Georgi, Architektur-Studentin am KIT und Mitglied von RoofKIT.

Die vom Karlsruher Team entworfene Dachaufstockung besteht aus Holzwohneinheiten, die um ein Atrium angeordnet sind; Stauraum und technische Infrastruktur sind zentral untergebracht. RoofKIT verwendet vorgefertigte Holzmodule, berichtet das Team, was eine präzise Konstruktion gewährleiste. Für das Projekt würden ausschließlich Monomaterialien verwendet, also keine Materialmischungen. Dies unterstütze die Vision von Städten als Materiallager, aus der sich Menschen zunächst bedienen, statt neue Rohstoffe einzusetzen. Auf Farben, Imprägnierungen, Klebstoffe, Schäume und Nassabdichtungen wurde laut Team verzichtet, um die Kreislauffähigkeit des Gebäudes und seiner Materialien zu 100 Prozent zu gewährleisten. Solaranlagen auf der Gebäudehülle decken den gesamten Energiebedarf, einschließlich Elektrogeräte und Elektromobilität.

Für Professor Dirk E. Hebel und Professor Andreas Wagner von der Fakultät für Architektur des KIT, die das Projekt begleiten, bestätigt der Wettbewerbssieg ihren Weg, das KIT auf internationaler Ebene als wichtigen Ort für nachhaltiges Bauen zu etablieren. „Wir könnten stolzer nicht sein auf dieses unglaubliche Team und auf eine Generation von Studierenden, die sich ihrer Verantwortung für die Zukunft bewusst sind“, schwärmen die Profs.

16 Teams aus elf Ländern waren in Wuppertal beim  Solar Decathlon Europe 21/22 zusammengekommen, um Solarhäuser mit neutraler oder sogar positiver Energiebilanz zu planen, zu bauen und zu betreiben. Wer sich vor Ort die Gebäude angesehen hat, konnte sich schwer entscheiden – so innovativ wie vielfältig waren die Entwürfe. Und machen Hoffnung auf die nächste Generation von Bauschaffenden. Auf dem zweiten Platz landete das Team VIRTUe aus Eindhoven; die Teams AuRA aus Grenoble und SUM aus Delft erreichten jeweils den dritten Platz.

Von Wuppertal geht es jetzt mit RoofKIT auf die Reise: Das Team plant , das aufgebaute Gebäude nach Karlsruhe zu bringen, um auch hier zu zeigen, „wie sich zukunftsgerichtetes Bauen und Wohnen in der Stadt nach den Kriterien Ökologie, Ökonomie, Soziales und Ästhetik heute schon verwirklichen lässt.“ na

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