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Finalisten für DGNB-Preis gewählt

Nachhaltiges Bauen gewinnt an Bedeutung

Auf dem Solardach des Futurium-Gebäudes in Berlin Mitte
Erneuerbare Energien erleben auf dem Futurium in Berlin: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach wird zum „solaren Meer mit Skywalk“. (Foto: Futurium, House of the Future, Berlin / flickr / CC BY-ND 2.0)

Wie vielfältig klimaoptimiertes Bauen und Sanieren aussehen kann, macht der DGNB-Preis für Nachhaltiges Bauen auch in diesem Jahr wieder mit drei besonders gelungenen Projekten deutlich. Die Auswahl unter den Finalisten dürfte wieder schwerfallen.

18.10.2018 – Obwohl das energieoptimierte Bauen und Sanieren hinsichtlich Klimaschutz und Energiewende immer wichtiger wird, werden die dazu notwendigen Parameter bei öffentlichen und Bürogebäuden häufig noch nicht in die Planung mit einbezogen. Dabei müssen ab 2021 all diese Bauten „Nearly-Zero-Energy-Buildings“ sein. Doch selbst die Bestandsbauten des Bundes selbst erfüllen die Kriterien der energetischen Anforderungen nicht und ein Großteil müsste längst energetisch saniert werden. Umso wichtiger, dass die DGNB mit ihrem Preis für Nachhaltiges Bauen gelungene Beispiele würdigt und damit zeigt, dass nachhaltiges, energieoptimiertes und dabei architektonisch anspruchsvolles Bauen nicht nur möglich, sondern auch zukunftsweisend und notwendig ist. Die Finalisten des Wettbewerbs stehen nun fest: das Zukunftsmuseum Futurium in Berlin, das energetisch sanierte Bürogebäude Hamburg Heights sowie das Rathaus Freiburg. „Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen, drei Architekturprojekte zu finden, die auf herausragende Art die Themen Nachhaltigkeit, gestalterische Qualität und Innovation zusammenbringen“, sagt Martin Haas, DGNB Vizepräsident und Vorsitzender der Jury. „Es sind drei Gebäude, bei denen die jeweiligen Architekten, Planer und Bauherren die individuellen Bauaufgaben auf beispielgebende Weise gelöst haben.“

Gute Energie erlebbar machen – Futurium, Berlin

Das Futurium dient als Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum. Es liegt eingebettet zwischen Berliner Spreebogen, Hauptbahnhof und Charité und steht mit seiner zukunftweisenden Gebäudekonzeption für ästhetisch erlebbare, nachhaltige Baukultur in Deutschland. Es gelingt, das Energiekonzept für den Besucher herauszustellen. So wird die Photovoltaikanlage auf dem Dach zum „solaren Meer mit Skywalk“ und ist wie alle anderen Bereiche barrierefrei zugänglich. Auf dem Dach anfallendes Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und für die adiabatische Kühlung sowie für die Bewässerung der Außenanlagen verwendet. Ein „Energiespeicher“ verbindet drei Gebäudeebenen miteinander und stellt eine gelungene Visualisierung des zukunftsweisenden Energiekonzeptes dar. Er lagert Energiegewinne z.B. durch die Solarthermieanlage in einem hocheffizienten Speichermedium – hier Paraffin – zwischen. Als primärenergetisches Plusenergiegebäude sei das Futurium nicht nur das derzeit nachhaltigste Bundesgebäude, sondern auch Leuchtturmprojekt in der gesamten Nachhaltigkeitslandschaft, befindet die DGNB-Jury.

Denkmal energetisch – Hamburg Heights – Height 1, Hamburg

Das ehemalige Spiegel Verlagshaus in Hamburg, jetzt Height 1 genannt, wurde in den 1960er Jahren gebaut. Die Herausforderung für Architekten und Planungsteams lag nun in der energetischen Sanierung des Bestandsbaus unter den Auflagen des Denkmalschutzes. Dabei wurde besonderer Wert auf den Erhalt der Fassadengestaltung sowie die bauphysikalische und wärmetechnische Optimierung im Umgang mit dem außenliegenden Tragwerk gelegt. Eine ökologisch verträgliche und bauphysikalisch optimale Lösung bieten Kalziumsilikatplatten als Innendämmung. Ausgehend von dem baujahrstypischen Ansatz einer Vollklimatisierung und Festverglasung wurde der Aufenthaltsqualität für den Nutzer bei der Sanierung besondere Beachtung geschenkt: Daher wurden Parallel-Ausstellfenster in die Fassade eingesetzt, um eine natürliche Lüftung zu ermöglichen. Primärenergetisch unterschreitet der sanierte Bestandsbau sogar die Anforderungen an einen Neubau um neun Prozent. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Energiewende im Bereich Bauen maßgeblich durch die Erhöhung der Sanierungsrate erreicht werden soll und der kontrovers geführten Diskussion der divergierenden Zielsetzungen von Baukultur und energetischer Sanierung, bewertet die Jury das Projekt als ein sehr gutes Beispiel für die Erreichung beider Zielsetzungen.

Rathaus Freiburg – erstes öffentliches Netto-Plusenergiegebäude der Welt

Das neue Rathaus Freiburg öffnete im November 2017 seine Pforten für die Freiburger Bürgerschaft, Stadtverwaltung und Politik. Das erste öffentliche Netto-Plusenergiegebäude der Welt erzeugt im Laufe eines Jahres mehr Energie als es verbraucht. Die überschüssige Energie wird dabei ins Stadtnetz eingespeist. Für ein Verwaltungsgebäude eher ungewöhnlich kommen die Kriterien des Passivhauses zur Anwendung. Darüber hinaus nutzt das Gebäude erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Geothermie zur Stromgewinnung als auch zum Heizen und Kühlen. Damit liegt der Primärenergiebedarf des Rathauses für Heizung, Kühlung, Belüftung und Warmwassererzeugung bei nur 45 kWh/m² im Jahr, was nur 40 Prozent des Primärenergiebedarfs eines vergleichbaren, modernen Bürogebäudes entspricht. Das neue Rathaus Freiburg sei ein hervorragendes Beispiel für den Vorbildcharakter, den öffentliche Gebäude für die Umsetzung ökologischer und architektonischer Standards haben, so die Jury.

Vergeben wird Deutschlands wichtigster Architekturpreis für nachhaltige Gebäude am 7. Dezember 2018 in Düsseldorf im Rahmen der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.


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