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20 Staaten bilden Klima-Allianz

V20 nennen sie sich und das V steht für Verletzlichkeit. Rund um den Globus haben sich Länder zusammengetan, um ein Gegengewicht zu den Industriestaaten zu bilden. Ihr Ziel: den Klimawandel stoppen und die Hauptverursacher endlich zum Handeln bewegen.

12.10.2015 – Gemeinsamer Kampf gegen den Klimawandel: Die zwanzig am stärksten vom Klimawandel bedrohten Staaten haben sich zur Gruppe „V20“ zusammengeschlossen, um ihre Kräfte zu bündeln. „V“ steht für „Vulnerability“, also Verletzlichkeit. Mitglieder der Vereinigung sind die Malediven, die Philippinen, Nepal, Osttimor, Afghanistan, Äthiopien, Bangladesch, Barbados, Bhutan, Costa Rica, Ghana, Kenia, Kiribati, Madagaskar, Ruanda, St. Lucia, Vietnam, Tansania, Tuvalu und Vanuatu. Ziel der Allianz ist es, ein Gegengewicht zu der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer zu bilden, die den Klimawandel maßgeblich verursachen und ihn nicht ausreichend bekämpfen. Präsident ist der philippinische Finanzminister Cesar Purisima.

Die Kosten, die der Klimawandel verursachen wird, werden Experten zufolge ungleich höher liegen als die Ausgaben, die für einen effektiven Klimaschutz notwendig sind. Allein auf die V20 könnten ohne effektive Maßnahmen gegen die Erderwärmung bis zum Jahr 2030 nach Aussagen Purisimas 400 Milliarden US-Dollar zukommen – eine Summe, die diese zum Teil sehr armen Länder nicht stemmen können. Deswegen soll ein Versicherungsmechanismus aus privaten und öffentlichen Mitteln eingerichtet werden.

Dr. Atiur Rahman, Gouverneur der Bangladesh Bank, erklärte: „Wir wollen die Welt wissen lassen, dass wir die Gefahren, denen unsere Volkswirtschaften aufgrund des gedankenlosen Agierens der großen Wirtschaftsmächte ausgesetzt sind, nicht ignorieren werden. Die Welt soll auch wissen, dass unserer gefährdeten Länder im Rahmen ihrer Zusammenarbeit alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um die Klimakrise unter Kontrolle zu bringen. Wir werden nicht aufgeben, bevor unsere Bemühungen Erfolg hatten.“

Mit ihrem Zusammenschluss wollen die 20 Staaten nicht nur gemeinsam Mechanismen zum Bekämpfen des Klimawandels entwickeln, sondern auch massiven Druck auf den Weltklimagipfel im Dezember in Paris ausüben. Das Ungleichgewicht ist groß: Experten sind sich einig, dass die reichen Länder, die den Klimawandel hauptsächlich verursachen, sich gleichzeitig viel besser vor ihm schützen können. So besitzen beispielsweise die Niederlande, die ebenfalls vom steigenden Meeresspiegel bedroht sind, das technische Know-how und die finanziellen Mittel für Hightech-Deiche und zahlreiche weitere Anpassungen. In vielen anderen Ländern der Erde wie etwa Vanuatu ist dies nicht der Fall. rr

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