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StromerzeugungWeltweite CO2-Emissionen stagnieren – ein Wendepunkt?

Solche Windparks wie in Kalifornien lassen die US-Emissionen sinken und bilden einen Ausgleich zum steigenden Treibhausgasausstoß in Asien.
Solche Windparks wie in Kalifornien lassen die US-Emissionen sinken und bilden einen Ausgleich zum steigenden Treibhausgasausstoß in Asien. (Foto: Cameron Venti on Unsplash)

Überraschend sind die globalen CO2-Emissionen der Stromerzeugung im vergangenen Jahr nicht weiter angestiegen, sondern stagnieren erstmals seit Jahren – trotz Wirtschaftswachstum. Die Internationale Energieagentur hofft auf einen Wendepunkt.

12.02.2020 – „Wir müssen jetzt hart daran arbeiten, damit 2019 als endgültiger Höhepunkt der globalen Emissionen in Erinnerung bleibt und nicht nur als eine weitere Wachstumspause“, sagte Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA) am Dienstag. Die Welt habe die Technologien dafür.

Seine Organisation präsentierte überraschende Zahlen: Nach zwei Jahren steigender Emissionen im Stromsektor pendelte sich der Wert 2019 bei 33 Gigatonnen ein, obwohl die Weltwirtschaft um 2,9 Prozent wuchs.

Industriestaaten kompensieren Wachstum in Asien

Als Grund nennen die Energieexperten sinkende Emissionen in den Industriestaaten, allen voran der EU und den USA. Dort würden Windräder und Solaranlagen eine immer größere Rolle spielen und aktiven Klimaschutz betreiben. Zudem werde Kohlestrom zunehmend durch Erdgas verdrängt und in Japan nehme die Nutzung der Atomkraft wieder zu.

Somit kompensierten die Industriestaaten die weiter wachsenden CO2-Emissionen der restlichen Welt. Dort stieg der Treibhausgasausstoß 2019 um fast 400 Millionen Tonnen an, wobei fast 80 Prozent des Anstiegs auf Länder in Asien entfielen, in denen die Kohleverstromung weiter zunahm.

CO2-Emissionen der Stromerzeugung so niedrig wie zuletzt vor 30 Jahren

Die Industriestaaten machen den Zahlen der IEA zufolge erhebliche Fortschritte. Dort gingen die Emissionen des Stromsektors auf ein Niveau zurück, das zuletzt Ende der 1980er Jahre erreicht wurde. Damals lag der Strombedarf um ein Drittel niedriger als heute. Die Kohleverstromung in diesen Ländern ging um fast 15 Prozent zurück. Diese signifikanten Entwicklungen hob die IEA hervor:

  • Mit 2,9 Prozent oder 140 Millionen Tonnen weniger Treibhausgasemissionen führen die USA das Länderranking an. Die US-Emissionen sind um fast eine Gigatonne gegenüber ihrem Höchststand im Jahr 2000 zurückgegangen.
  • In der Europäischen Union sanken die Emissionen 2019 um 160 Millionen Tonnen oder 5 Prozent, was auf den Rückgang im Energiesektor zurückzuführen ist. Erstmals wurde mit Erdgas mehr Strom als mit Kohle erzeugt, während Windräder fast so viel Strom erzeugten wie Kohlekraftwerke.
  • Die Emissionen Japans sanken um 45 Millionen Tonnen oder 4 Prozent, der schnellste Rückgang seit 2009. Hier gaben wieder in Betrieb genommene Atomreaktoren den Ausschlag.

„Dieser willkommene Stopp des Emissionswachstums gibt Anlass zu Optimismus, dass wir die Herausforderung des Klimawandels in diesem Jahrzehnt bewältigen können“, sagte Birol. Die Entwicklung sei ein Beweis dafür, dass der Übergang zu sauberen Energien im Gange ist. cw