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KlimaschutzOhne CO2 aus der Luft zu filtern, geht es nicht mehr

Am Geothermiekraftwerk Hellisheiði auf Island wird bereits CO2 aufgefangen und als Mineral gespeichert. CarbFix nennt sich das Projekt.
Am Geothermiekraftwerk Hellisheiði auf Island wird bereits CO2 aufgefangen und als Mineral gespeichert. CarbFix nennt sich das Projekt. (Foto: © CarbFix / Arni Saeberg)

Das Pariser Klimaziel? Ist nicht mehr mit normalen Klimaschutzmitteln zu erreichen. Wir werden in den nächsten Jahrzehnten CO2 aus der Atmosphäre entziehen müssen, um die globale Erhitzung in den Griff zu bekommen, zeigt eine neue Untersuchung.

23.09.2019 – In der Öffentlichkeit wird das Thema kaum diskutiert, in Fachkreisen umso mehr: Es reicht nicht mehr aus, nur den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu senken, wir müssen aktiv CO2 aus der Atmosphäre filtern. Negative Emissionen nennen einige das. Entweder indem wir natürliche Prozesse dafür verstärken oder indem wir mithilfe neuer Technologien Gase einfangen und speichern. Und wahrscheinlich müssen wir alle Möglichkeiten einsetzen, die wir halbwegs vertretbar nutzen können.

Für Pariser Klimaziel unabdingbar

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change). Das renommierte Institut hat erstmals wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema ausgewertet (insgesamt 136), die Ergebnisse zusammengefasst und in der Fachzeitschrift Climatic Change veröffentlicht.

Das Ergebnis: Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, ist ohne Technologien zur CO2-Entnahme nicht zu erreichen. Für das 2-Grad-Ziel, das im Pariser Klimaabkommen als Minimalziel gilt, kann nur schneller Klimaschutz die Abhängigkeit von diesen Technologien noch stark begrenzen.

Mehrere Methoden gleichzeitig einsetzen

„Insgesamt wird deutlich, dass man in der Zukunft mit diversen Methoden zugleich CO2 aus der Atmosphäre entnehmen muss“, fasst Jan Minx zusammen, Leiter der Arbeitsgruppe Angewandte Nachhaltigkeitsforschung am MCC. Man müsse mehrere Technologien einsetzen, um genug Gase und mit vertretbaren Risiken zu entnehmen.

Zu den bekanntesten Methoden gehören die Aufforstung von Wäldern, das maschinelle Ausfiltern aus der Luft mit speziellen Anlagen, das Verteilen besonderer Mineralien auf Ackerböden sowie der Anbau von Biomasse als Energieträger, mit Auffangen und Speichern des beim Verfeuern freigesetzten CO2. (Mehr über solche Technologien haben wir hier aufgeschrieben.)

Keine Wunderwaffe gegen die Klimakrise

Minx, der zugleich einer der Leitautoren des nächsten Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC ist, warnt, das Filtern von Treibhausgasen löse das Problem nicht. „Wir brauchen die Entnahme von atmosphärischem CO2, aber sie ist auch mit Risiken verbunden. Deshalb sollte sich die Menschheit so wenig wie möglich von ihr abhängig machen. Und das geht nur durch ambitionierten Klimaschutz.“

Die Studie zeigt auf, dass die Frage, wie viele negative Emissionen wir benötigen, stark von der weiteren Entwicklung der Menschheit abhängt. Zunächst natürlich vom Klimaschutz, daran sind weitere Faktoren geknüpft wie Bevölkerung, Wirtschaftsleistung, Urbanisierung und Bildung. „Das macht deutlich, dass wir das Klimaproblem nur über eine breiter gefasste Politik der Nachhaltigkeit in den Griff bekommen“, so Klimaforscher Minx. cw


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Kommentare

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Denkender Bürger 23.10.2019, 06:33:00

Mit Sicherheit ist es gut und richtig, Schadstoffe jedweder Art (also nicht nur CO2) aus der Luft herauszuholen - das ist keine Frage.

Ob dadurch am Ende allerdings das Klima "gerettet" wird, kann und muß kritisch hinterfragt werden:

Es sind zu viele Faktoren, welche das Klima beeinfussen und auf welche der mensch keinen Einfluß hat - sei es nun die Sonnenaktivität, die Sonnenwinde, die Verschiebung der Konstellation Erde/Sonne oder auch die durch den Mond bedingte Veringerung der Erdrotation.

Verlangsamt wird der Klimawandel durch die beschriebenen und geforderten Maßnahmen vielleicht - aber aufgehalten wird er damit mit Sicherheit nicht.

Derzeit läuft der Trend in Richtung Erwärmung - was aber nicht heißt, daß es nicht irgendwann mal wieder umgekehrt kommen kann - wenn z.B. die Sonne mal eine inaktive Phase bekommt.

Deshalb sollte man in der betrachtung solcher Maßnahmen nicht den Klimawandel in den Vordergund rücken, sondern andere ökologische Aspekte.

Das würde der Sache wesentlich gerechter werden.

Günther Müller 27.10.2019, 11:27:59

+5 Gut

Sie suchen die Probleme an der falschen Stelle. Die Erde und die Bewohner werden täglich durch das Verbrennen fossiler Energien geschädigt. Nicht nur CO2, Stickoxide, Feinstaub, Quecksilber….

 

Alle Kriege, ausgelöst nach der Macht über die fossilen Energien, haben und bringen weiter Leiden und Tod über die Menschheit.

 

Massentierhaltung mit Unmengen an Gülle, die unser Wasser verseucht und Methan das die Klimaerwärmung verstärkt. Landverbrauch für Viehfutter durch Abholzung der Regenwälder.

Eine Landwirtschaft, die tausende von Giften auf die Felder spritzt und somit den Boden, das Wasser, die Luft und die Nahrungsmittel vergiftet.

 

Zitat Wikipedia: „Ammoniak kommt durch Düngung und Massentierhaltung in die Atemluft. Dort wandelt er sich in Ammoniumsulfat und -nitrat um, was maßgeblich dazu beiträgt, dass Feinstaubpartikel entstehen. Zudem fördert Ammoniak zusammen mit Stickstoffoxiden die Bildung von gesundheitsschädlichem, bodennahem Ozon“

 

Die Ernährung der Menschen durch ein zu viel an tierischen Produkten führt dann zu Krankheiten. Darauf hat die Pharmaindustrie gleich die „passenden“ Medikamente, um die Patienten für einen langen Weg der dauerhaften Krankheit als Kunden zu binden. Warum sollte ein Pharmaunternehmen einen Saatguthersteller sonst übernehmen. Die Macht über das Saatgut wird die zukünftige Macht über die Menschheit, denn kranken Menschen sind gut fürs Geschäft.

 

Der Wohlstand der Nordhalbkugel beruht auf die Armut der Südhalbkugel.

1% der Menschheit besitzt 99% des Vermögens. Wenn man sich z.B. mal die Erben des Autoherstellers aus Bayern nachschaut: Die eine Dividende von 1 Milliarde Euro pro Jahr erhalten, die müssten ja täglich 60.000 Euro ausgeben, um nicht noch reicher zu werden. Diesen Tagesbetrag erhält ein Handwerker nicht im Jahr.

Günther Müller 27.10.2019, 11:29:11

+4 Gut

Fortsetzung:

Der ständige Drang nach immer mehr Wachstum läßt die Vorräte der Erde immer schneller leeren.

Und der Müll, der dann anfällt wird in ferne Länder exportiert. In Südostasien wird unser Plastikmüll am Strand verbrannt oder vergraben. In Afrika wird unser Elektroschrott am Strand mit katastrophalen Folgen verbrannt.

Die Überfischung der Weltmeere und das gleichzeitige Entsorgen von Abfall in die Weltmeere.

 

Der sinnlose Transport von Waren um die halbe Welt, weil es irgendwo billiger ist. Kleidung, die in Asien unter unwürdigen Bedingungen herstellt wird, inkl. dem Anbau der Baumwolle. Dann bei uns für 1€ über die Ladentheke geht und nach einmaliger Benutzung weggeworfen wird.

Millionen von Einwegkaffeebechern und Einwegplastikflaschen, die nach der Benutzung einfach weggeworfen werden.

 

Auf deutschen Straßen sind seit 1950 knapp 780.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten übersteigt 31 Millionen. Hinter dem Lenkrad setzt der Verstand bei den meisten Autofahrer aus. Es wird gedrängelt, genötigt, gerast, um im Endeffekt dann länger im Stau zu stehen.

 

Jeder ist nur auf den eigenen Vorteil aus. Vorstände in großen Unternehmen die Millionenboni erhalten, auch wenn sie das Unternehmen „an die Wand gefahren“ haben. Der kleine Mitarbeiter wird dann mit dem Mindestlohn abgespeist.

 

Ich könnte immer weiter machen…….

 

Die Akteure der erneuerbaren Energien versuchen die Erde ein wenig sauberer und gerechter zu machen. Das sollte man darin sehen und nicht immer dagegen im fragwürdigen These alles in Frage zu stellen.


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