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Bremen setzt auf Fahrrad und ÖPNV statt E-Autos

Bremen verzichtet bewusst auf eine Elektroauto-Strategie und setzt stattdessen auf das Fahrrad, den ÖPNV, Carsharing und laufen. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">CC0 1.0</a>)
Bremen verzichtet bewusst auf eine Elektroauto-Strategie und setzt stattdessen auf das Fahrrad, den ÖPNV, Carsharing und laufen. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Nahverkehr, Fahrrad, laufen und als Zukunftsvision die autofreie Stadt. So stellt sich Bremen die Zukunft der Mobilität in einer modernen Großstadt vor und verzichtet bewusst auf ein E-Auto-Konzept. Die rot-grüne Regierung liefert gute Argumente.

04.11.2017 – „E-Autos haben vergleichbare Probleme wie normale Autos“, begründete Jens Tittmann, Sprecher des Bremer Umweltressorts, gegenüber dem Weser-Kurier die Strategie der Hansestadt. Diese steht im Gegensatz zum Bremer Umland: Nachbarstädte wie Delmenhorst und Oldenburg erarbeiten gerade Elektromobilitäts-Konzepte und wollen E-Autos fördern.

Für die Bremer Regierung aus SPD und Grünen sind Elektroautos dagegen keine Antwort auf die Mobilitätsprobleme. „Woher kommt denn der Strom für das Elektroauto? Solange der von Kohlekraftwerken erzeugt wird, ist das Elektroauto nicht wirklich zu befürworten“, so Sprecher Tittmann. Zudem gebe es viele andere Probleme, die durch Autos – egal ob elektrisch oder durch Verbrennungsmotoren angetrieben – verursacht werden. Tatsächlich ändert die Antriebsart nichts an verstopften Innenstädten, an Staus und dem enormen Flächenverbrauch. Auch Elektroautos stehen im Schnitt 23 Stunden am Tag und besetzen öffentliches Land.

Lieber öffentliche E-Busse

Die Bremer Linie ist also nicht unbegründet. Auch das Feinstaub-Problem wird durch Elektroautos nur gemindert und nicht gelöst: Der Reifenabrieb ist für die innerstädtische Feinstaubbelastung nach wie vor kein kleines Problem, der Abrieb von Bremsen und Straßenbelag sowie Aufwirbelungen von der Straße bleiben bestehen.

Gänzlich ablehnen wollen die Bremer Elektroautos nicht, aber „die Bus- und Dieselflotte der BSAG auf Elektrobetrieb umzurüsten ist viel effizienter als unnötig viele Elektroautos“, so Tittmann. Die Zukunft der Mobilität in einer modernen Großstadt sei Carsharing mit einem gut ausgebauten Nahverkehr und Fahrradautobahnen.

Und noch etwas spricht für die Bremer Haltung: Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass Autofahren die Gesellschaft finanziell belastet und Fahrradfahren Gewinne bringt. Konkret rechneten sie schon 2015 vor: Jeder Autokilometer verursacht volkswirtschaftliche Kosten von 15 Cent. Jeder mit dem Rad zurückgelegte Kilometer bringt dagegen 16 Cent. Einberechnet wurden u.a. Gesundheits- und Klimakosten sowie Ausgaben für den Straßenbau. cw

Markus am 04.09.2018

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Da muss die Regierung in Bremen aber noch mal in sich gehen. Auch wenn man gerne die Bilder des kommunistischen Chinas der 1970er Jahre mit tausenden von Radfahrern sehen möchte, es geht doch an der Realität vorbei. Eine Energiewende kann nur mit tausenden von Akkus (stationär und in Autos) erfolgen. Bremen sollte also mal Solarzellen auf jedem öffentlichen Gebäude und die Nutzung von E-Autos wo immer es bereits geht, vorschreiben anstatt die feuchten Träume der Alt-68er zu bedienen in den das gemeine Volk Rad fährt, während die Politkommissare Lohse und Co. in noblen schwarzen Karrossen am Arbeiter- und Bauernvolk vorbeirasen.

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