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Greenpeace-StudieKlimaschutz-Versäumnisse im Verkehr kosten Milliarden

Verregnte Aussichten in der Automobilindustrie
Klimaschutz-Versäumnisse im Verkehrssektor könnten bis 2030 bis zu 36 Milliarden Euro kosten. (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain)

Die Bundesregierung muss mehr für den Klimaschutz im Verkehr unternehmen. Ansonsten kann es richtig teuer werden: Bis zu 36 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten stehen auf dem Spiel, so das Ergebnis einer Greenpeace-Analyse.

11.03.2019 – Bis 2030 will Deutschland seinen CO2-Ausstoß im Verkehrssektor gegenüber 1990 um mindestens 40 Prozent senken. Doch davon ist man zurzeit weit entfernt. Die Emissionen sind inzwischen sogar höher als damals. Und das schadet nicht nur dem Klima und der Gesundheit vieler Menschen, sondern kann Deutschland auch richtig teuer zu stehen kommen. Verfehlen EU-Mitgliedsstaaten nämlich ihre Klimaziele, müssen sie von anderen Ländern Emissionsberechtigungen zukaufen.

Je nach Preisentwicklung der CO2-Zertifikate können so bis 2030 zusätzliche Kosten in Höhe von 7 bis 36 Milliarden Euro anfallen. Das geht aus einer Kurzexpertise des NewClimate Institute im Auftrag von Greenpeace hervor. Erreicht die Bundesrepublik etwa die Hälfte der angepeilten Emissionsreduktion, liegen die Kosten immer noch bei 5 bis 26 Milliarden Euro. Selbst wenn der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor um 30 Prozent gesenkt werden kann, können immer noch Kosten zwischen 3 und 16 Milliarden Euro anfallen.

„Das Geld wäre besser in nationalen Klimaschutz investiert“

„Ohne deutlich mehr Klimaschutz im Verkehr steuert die Bundesregierung auf Milliardenkosten zu, die an anderer Stelle im Haushalt fehlen werden“, sagt Studienautor Professor Niklas Höhne. „Das Geld wäre besser in nationalen Klimaschutz investiert.“

Dabei sind die gesamten Kosten, die durch den Ausstoß von CO2 im Verkehr entstehen, noch deutlich höher. Laut Berechnungen des Umweltbundesamts verursacht der Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid 180 Euro an nicht ausgeglichenen Schäden, etwa durch Ernteverluste, Produktionsausfälle oder Schäden an Infrastruktur und Gebäuden. 2017 summierten sich die Gesamtschäden aus dem Verkehr damit auf 20,7 Milliarden Euro – ohne Einberechnung der Klimaschäden.

Ausstieg aus klimaschädlichen Diesel und Benzinern

„Deutschland muss seinen klimapolitischen Rückstand im Verkehr mit einschneidenden Maßnahmen aufholen“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup. „Um Milliardenkosten zu vermeiden, muss Minister Scheuer jetzt den Ausstieg aus klimaschädlichen Diesel und Benzinern einleiten. Nur dann sinken die CO2-Emissionen im Verkehr schnell genug.“

In der vergangenen Woche hat deshalb auch die Verkehrskommission getagt. Im Auftrag des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) soll sie Maßnahmen erarbeiten, wie der CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 um mindestens 40 Prozent gesenkt werden kann. Erste Vorschläge der Kommission wurden von ihm jedoch mit der Begründung abgeschmettert, sie seien „gegen jeden Menschenverstand“. Es könnte in den nächsten Jahren also teuer werden für die Bundesrepublik. jk


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