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Power-to-Gas für 1.000 Fahrzeuge

Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft des Bundeslandes Baden-Württemberg, hört zu, während Projektleiter Dr. Michael Specht vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) den Aufbau eines ZSW-Elektrolyse
Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft des Bundeslandes Baden-Württemberg, hört zu, während Projektleiter Dr. Michael Specht vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) den Aufbau eines ZSW-Elektrolyse-Blocks erläutert. (Bild: © Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg ZSW)

Ein in großem Maßstab geplantes Projekt soll beweisen: Wasserstoff-Erzeugung mit Power-to-Gas ist effizient und wirtschaftlich. Die Industrie soll aus der Erfahrungen des Pilotvorhabens lernen, um entsprechende Anlagen später selber betreiben zu können.

28.06.2015 –  Ein neues Power-to-Gas-Projekt mit einer elektrischen Anschlussleistung von einem Megawatt soll regenerativen Wasserstoff für mehr als 1.000 Brennstoffzellenfahrzeuge herstellen. Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Wasserstoff-Erzeugung mit Power-to-Gas effizient und wirtschaftlich ist. Die Industrie soll aus den Erfahrungen des Pilotvorhabens lernen und anschließend eine Art Leitfaden erhalten, um entsprechende Anlagen später selber betreiben zu können. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) koordiniert das Projekt. Maßgeblich beteiligt sind neben verschiedenen Unternehmen zudem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und die DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Seit 2012 betreibt das ZSW bereits eine kleinere Forschungsanlage in Stuttgart mit 250 kW. Die Forscher arbeiten viele Jahre kontinuierlich daran, Konzept und Technologie zu verbessern. Nun sollen die letzten wissenschaftlichen Weichen für den wirtschaftlichen Betrieb der Power-to-Gas-Technologie gestellt werden. Wo die Anlage stehen wird und wer sie betreibt, ist noch unklar. Hierzu wird im Sommer eine öffentliche Ausschreibung ausgelobt. In der Anlage soll per Elektrolyse Wasserstoff aus erneuerbarem Strom, sogenannter eH2, erzeugt und anschließend an Wasserstoff-Tankstellen verteilt werden. Perspektivisch können allein mit der vom ZSW geplanten Industrieanlage mehr als 1.000 Brennstoffzellenfahrzeuge klimaneutral mobil sein. „Wir wollen die Energiewende im Verkehr voranbringen“, sagte Dr. Michael Specht, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren. Profitieren sollen Energieversorger, Automobilhersteller und Unternehmen aus dem Maschinen-, Komponenten- und Anlagenbau.

„Power-to-Gas kann ein entscheidendes Element in der Energiewende sein, vor allem, wenn sich diese Anlagen in Zukunft für die Betreiber rechnen“, erklärte Nils Schmid (SPD), Minister für Finanzen und Wirtschaft in Baden-Württemberg. Anlagen- und Maschinenbauern der Region biete die Technik zudem Chancen, sich mit innovativen Produkten und Dienstleistungen auf dem Weltmarkt zu behaupten, so Schmid weiter. Das Bundesland unterstützt die Forschungsarbeiten mit 4,5 Millionen Euro.

Wasserstoff wird heute aus Erdgas und Erdöl gewonnen und überwiegend als Industriegas eingesetzt. Er kann aber auch alternativ mit regenerativem Strom durch Elektrolyse von Wasser erzeugt werden und ist der Kraftstoff von Fahrzeugen, die mit Brennstoffzellen fahren. rr

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