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Greenpeace fliegt aus Braunkohle-Bieterverfahren

Wind- statt Kohlekraft: Viele Jahre nach dem Rückbau kann auch wieder Gras über die Kohle-Geschichte wachsen. (Foto: Nicole Allé)
Wind- statt Kohlekraft: Viele Jahre nach dem Rückbau kann auch wieder Gras über die Kohle-Geschichte wachsen. (Foto: Nicole Allé)

Greenpeace Nordic ist aus dem Bieterverfahren um Vattenfalls ostdeutsche Braunkohle-Sparte ausgeschlossen worden, wie die mit dem Verkauf betraute Citigroup der Umweltorganisation schriftlich mitteilte. Greenpeace akzeptiert die Begründung aber nicht.

03.11.2015 – Denn, so berichtete Greenpeace www.greenpeace.de gestern in Hamburg, begründet Citigroup die Entscheidung mit der Behauptung, „Greenpeace Nordic beabsichtigt nicht, als Bieter aufzutreten“. Das entspreche aber nicht den Tatsachen. „Selbstverständlich will Greenpeace Nordic als Bieter auftrete, kommentiert Annika Jakobson, Programmdirektorin von Greenpeace Schweden die Entscheidung der Citigroup. „Mit unserem Stiftungsmodell haben wir eine realistische Möglichkeit entwickelt, um weitere ökologische Schäden zu vermeiden und soziale Härten aufzufangen, indem wir einen nachhaltigen Strukturwandel in der Region anstoßen. Auch die schwedische Regierung hat beschlossen, dass Vattenfall keine weiteren Tagebaue aufschließt.“

Es passe nicht zur Absicht der Citigroup, den Käufer alleine nach dem höchsten Preis auszusuchen. „Wenn Vattenfall und der schwedische Staat sich schon mit einem Verkauf der Braunkohlesparte aus der Verantwortung stehlen wollen, dann muss ein Käufer ein ökologisch und sozial schlüssiges Konzept vorlegen.“

Am 20. Oktober hatte Greenpeace Nordic frist- und formgerecht eine Absichtserklärung für den Erwerb von Vattenfalls Braunkohle-Sparte eingereicht mit dem Ziel, den Ausstieg bis 2030 klima- und sozialverträglich abzuwickeln.

Nun wende sich Greenpeace Nordic in einem Offenen Brief an den für den schwedischen Staatskonzern Vattenfall AB zuständigen Wirtschaftsminister Schwedens, Mikael Damberg. Darin weise man darauf hin, so Greenpeace, dass aus den Unterlagen der Citibank hervorgehe, dass Vattenfall seinen Verkauf ausschließlich an der Wertmaximierung orientiere. Diese Orientierung stehe jedoch im Widerspruch zur Entscheidung der schwedischen Regierung, dafür zu sorgen, dass keine weiteren Braunkohletagebaue geöffnet werden sollen.

Daher fordert Greenpeace Nordic den schwedischen Wirtschaftsminister nun dazu auf, seinen Einfluss geltend zu machen und durchzusetzen, dass Umweltaspekte im Bieterverfahren berücksichtigt werden und Greenpeace Nordic damit weiterhin beteiligt bleibt.

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