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Mexiko testet CO2-Emissionshandel

In der Hauptstadt Mexikos lebten 2010 über 8,8 Millionen Menschen. Mit der Einführung eines Emissionshandels könnte sich zukünftig die Luftqualität deutlich verbessern. Dafür muss der Zertifikatehandel allerdings effizient funktionieren. (Foto: © K
In der Hauptstadt Mexikos lebten 2010 über 8,8 Millionen Menschen. Mit der Einführung eines Emissionshandels könnte sich zukünftig die Luftqualität deutlich verbessern. Dafür muss der Zertifikatehandel allerdings effizient funktionieren. (Foto: © Kasper Christensen, flickr.com/photos/kc_aplosweb/6142301439, CC BY-SA 2.0)

Im Herbst wird Mexiko zusammen mit 60 Unternehmen eine einjährige Testphase eines Emissionshandels starten. Ab 2018 könnte dann ein Markt für den Handel mit CO2-Zertifikaten entstehen, der die Einhaltung der Klimaschutzpläne ermöglichen würde.

18.08.2016 – Neben dem europäischen Emissionshandelssystem gibt es auf der Welt bereits verschiedene Länder und Bundesstaaten, die ihre Treibhausgasemissionen mithilfe eines Zertifikatehandels reduzieren. In Europa wird in den letzten Jahren allerdings immer deutlicher, dass der Handel mit CO2-Zertifikaten irgendwie nicht so recht funktionieren will. War beim Start 2005 noch ein Preis von etwa 30 Euro pro Zertifikat anvisiert, sank er nach dem Brexit-Referendum auf unter Fünf Euro.

Nun startet mit Mexiko ein weiteres Land mit einer Versuchsphase für ein Emissionshandelssystem, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ab November werden rund 60 Unternehmen für ein Jahr mit CO2-Emissionsrechten handeln und für jede verbrauchte Tonne Kohlendioxid ein Zertifikat erwerben. Sobald sie ihr „Verschmutzungskontingent“ überschreiten, müssen die Firmen an der Börse die entsprechende Anzahl von Zertifikaten nachkaufen. Reduzieren sie ihre Emissionen, können die Unternehmen ihre überschüssigen Zertifikate wiederum verkaufen. Damit kann unter sehr geringen volkswirtschaftlichen Kosten der Anreiz zur Emissionsreduzierung geschaffen werden.

Klimaschutzplan: Reduzierung der CO2-Emissionen

Mexiko muss nun zunächst die Höchstgrenzen für den Ausstoß an Treibhausgasemissionen festlegen. Bis 2030 will das Land laut einem in Dezember 2015 bekanntgegebenen Klimaschutzplan seine CO2-Emissionen um 22 Prozent reduzieren.

Deutschland hat das lateinamerikanische Land bei den Vorbereitungen für die Pilotphase des Emissionshandels beraten und unterstützt. Aufgrund langjähriger Erfahrung mit dem europäischen Emissionshandel sowie unterschiedlichen Aktivitäten im Kohlenstoffmarkt, hat Deutschland gewissermaßen einen Expertenstatus beim Emissionshandel. So berät auch ein vom Bundesumweltministerium finanziertes Team der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die chinesische Regierung bei der Erstellung eines landesweiten Handels mit CO2-Zertifkaten. jk

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