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Urbane EnergiewendeBerlins Energiewende-Atlas ist online

Der Berliner Energieatlas ist online energieatlas.berlin.de
Der Berliner Energieatlas ist online energieatlas.berlin.de (Grafik: © Senatsverwaltung für Wirtschaft und Energie Berlin / der Berliner Energieagentur)

Der neue Berliner Energieatlas visualisiert online Daten zu Wärme, Strom und Infrastrukturen und führt energierelevante Daten detailliert zusammen. Ziel ist es, die urbane Energiewende voranzubringen indem Akteure und Projekte zueinanderfinden.

19.07.2018 – Berlins Energiewende wurde 2016 vom Senat einstimmig beschlossen – doch wo und wie ist diese sichtbar und nutzbar in der Stadt? Wie weit ist es beispielsweise zur nächsten Ladesäule, um das Elektrolastenfahrrad, den E-Roller oder das Elektroauto wieder startklar zu machen? Ist das Quartier, in dem man demnächst eine Wohnung beziehen will, ans Fernwärmenetz angeschlossen, kann Kraft-Wärme-Kopplung eine sinnvolle Option sein? Wie und wo bekommt man Mieterstrom? Und wo stehen Wind- oder Solaranlagen in Berlin?

Der neue Berliner Energieatlas, den die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Zusammenarbeit mit der Berliner Energieagentur (BEA) und der IDU IT+Umwelt GmbH online veröffentlicht hat, zeigt im Überblick wo es langgeht mit der Energiewende in der Hauptstadt. Die Autoren haben energierelevante Daten in Berlin zusammengefasst und für die Nutzer visuell aufbereitet. Mithilfe dieser gesammelten und strukturierten Informationen soll die Berliner Energiewende Auftrieb erhalten.

Quartiersplanung optimieren

Auf dem Online-Portal lassen sich bspw. auch Potenziale für Erneuerbare Energien im urbanen Kontext sowie Energieverbräuche ablesen. „Zukünftig können all diejenigen, die neue Stadtquartiere planen oder bestehende Quartiere energetisch sanieren, sich sehr schnell einen ersten Überblick über die vorhandene Infrastruktur und die Situation vor Ort verschaffen“, erläutert BEA-Geschäftsführer Michael Geißler eines der Ziele. Das sei bisher zeitaufwändig und noch zu umständlich. Quartierskonzepte  könnten bereits im Anfangsstadium mit Hilfe der verfügbaren Daten besser geplant, Energiekreisläufe in der Stadt optimal genutzt werden – etwa Abwärmequellen besser integriert werden oder Informationen zu Strom- und Gaserzeugungsanlagen aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Im Energieatlas wird auch ersichtlich, wie die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität vor Ort beschaffen ist.

Berliner Verwaltung hat ambitionierte Klimaziele

Das Online-Tool soll vor allem Verwaltung und Bezirke bei der Energiestadtplanung unterstützen. Immerhin will die Berliner Verwaltung bis 2030 „klimaneutral“ sein. Ebenso können Unternehmen, Energiedienstleister, Stadtplaner sowie die breite Fachöffentlichkeit auf das umfangreiche Datensatzangebot in vereinfachter Form zurückgreifen. Denn mit dem Berliner Energiewendegesetz (EWG), das seit 6. April 2016 in Kraft ist, hat sich Berlin einiges vorgenommen. Vor zwei Jahren schloss sich das Land Berlin zudem der Divestment-Bewegung an. Fast einstimmig beschloss das Abgeordnetenhaus den Abzug aller öffentlichen Gelder aus fossilen Unternehmen.

Allein der Wärmeverbrauch macht in Berlin 50 Prozent der CO2-Emmissionen aus. Perspektivisch soll der Wärmebedarf vor allem durch Solarthermie, Geothermie und Biomasse mittels KWK gedeckt werden – was bislang die Ausnahme ist. Mittels energetischer Sanierung könnte der Wärmebedarf von Gebäuden drastisch sinken. Es gibt viel ungenutztes Potenzial wie etwa Dachflächen für die Installation von Solaranlagen – bspw. im Rahmen des Mieterstrom-Modells.

Der Berliner Energieatlas versteht sich als ein dynamisches Instrument, das kontinuierlich gepflegt, weiterentwickelt und verbessert werden soll. Mitmachen ist daher erwünscht –  Anregungen und Hinweise sind den Machern ausdrücklich willkommen. na


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Kommentare

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Rudolf Koenig 23.07.2018, 09:51:49

+200 Gut Antworten

Wenn sich Berlin bei wirklich wichtigen Themen, wie der Elektrifizierung der ÖPNV Busflotte, auch so innovativ geben würde. In China werden ganze Städte mit elektrischen Bussen ausgerüstet und hier brüsten sich Politiker, wenn mal ein Feldtest mit wenigen Einheiten startet.

Freundliche Grüße

Rudolf Koenig

Rudolf Koenig 24.07.2018, 05:44:48

+213 Gut Antworten

... und hier noch ein Nachtrag zum gestrigen Kommentar:

 

GROßBRITANNIEN SETZT ROAD-TO-ZERO-STRATEGIE UM

London (energate) - Großbritannien macht Ernst bei der Verkehrswende und greift nach der Führungsrolle bei der Elektromobilität. Gemäß der "Road-to-Zero-Strategy" soll die Zahl der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2030 drastisch sinken. Ab 2040 sollen auf der Insel gar keine Verbrenner mehr zugelassen werden.

 

Und was machen "wir"?

 

BREITES BÜNDNIS ERFORSCHT SYNTHETISCHE KRAFTSTOFFE

Karlsruhe (energate) - In Baden-Württemberg hat eine Allianz aus Politik, Industrie und Wissenschaft ein Projekt zu synthetischen Kraftstoffen aufgelegt. "reFuels" soll die Chancen dieser Kraftstoffe in einem breit angelegten Programm erforschen.

 

Kann man angesichts solcher Fehlentwicklungen nicht wütend werden? Warum fördert man Erdgasantriebe nicht als Brückentechnologie bis zur Elektrifizierung? Die Technik ist da - der Wille nicht. Armes Deutschland!

 

Freundliche Grüße

Rudolf Koenig


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