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Erneuerbare WärmeEtappenziele für die Wärmewende

Alter Heizkörper
Die Wärmewende muss schneller kommen. Dazu braucht es Etappenziele. (Bild: Tama66 / pixabay)

Die Wärmewende braucht einen klaren Rahmen. Der Bundesverband Erneuerbare Energien fordert konkrete Vorgaben für die sozial- und klimagerechten Umsetzung der Wärmestrategie in Gebäuden und schlägt Maßnahmen vor, um nachzuschärfen.

31.01.2022 – Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hat Vorschläge zur Nachschärfung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vorgelegt. Wie auch eine Reihe anderer Verbände lobte der BEE die im Koalitionsvertrag geplanten Eckpunkte zur Weiterentwicklung des GEG bis 2025. Um Ziele wie den Mindestanteil von 65 Prozent Erneuerbare Energie für neu installierte Wärmeerzeuger ab 2025 zu erreichen, brauche es jedoch konkrete Zwischenziele.

Den Anteil Erneuerbarer Wärme schrittweise erhöhen

Erneuerbare Wärme sollte schneller kommen. So empfiehlt der BEE, dass neue Heizungen bereits ab 2023 die im GEG festgelegten Mindestanteile für Erneuerbare Energien aufweisen müssen. Diese fallen je nach Technologie unterschiedlich hoch aus, liegen aber noch deutlich unter den ab 2025 geforderten 65 Prozent. Diese Lösung soll verhindern, dass Fristen für fossile Wärmeerzeugung ausgereizt und möglichweise auch nicht eingehalten werden. Der BEE legte zudem eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Nutzungspflicht für Erneuerbare Energien im Wärmesektor zu stärken und fordert weniger Ausnahmen.

Ein weiterer Schlüsselvorschlag des BEE lautet, Neubaustandards kurzfristig auf 55 % des Referenzgebäudes abzusenken. Damit soll verhindert werden, dass zeitnah vermehrt Gebäude geplant, schon genehmigt, und noch über Jahre hinaus gebaut werden, die nicht die entsprechenden Standards ausweisen.

Fördermittel praktikabel gestalten

Die Regeln für Fördermittel sollten ebenfalls überarbeitet und klimakompatibel ausgestalten werden. Dabei müsse unter anderem sichergestellt werden, dass auch Kleininvestoren Fördermittel in Anspruch nehmen können.

CO2-Kosten sollten je nach energetischem Zustand des Gebäudes gestaffelt umgelegt werden können. Förderungen für rein fossil betriebene Heizungen müssten hingegen umgehend eingestellt werden. Der BEE sieht zudem Potenzial bei Boni für besonders effiziente Wärmetechnologien mit Erneuerbaren Energien. Diese könnten Innovationen auf dem Gebiet fördern.

Besonders die Regelungen zur Förderung von Gebäudenetzen müssten zudem deutlich praktikabler ausgestaltet und eine höhere Anzahl an Gebäudeeinheiten ausgedehnt werden.

Wärmenetze fördern

Bei der Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) bestehe erheblicher Bedarf, nachzubessern. Fördermittel müssten hier deutlich erhöht werden. Der BEE fordert, noch ab diesem Jahr mindestens eine Milliarde Euro jährlich für die Förderung von Wärmenetzen zur Verfügung zu stellen, und mittelfristig auf zwei Milliarden zu erhöhen. Machbarkeitsstudien und Transformationspläne müssten vereinfacht werden und im Verhältnis zu Aufwand und Verzögerung des Projekts stehen. Erfüllt ein EE-Wärmenetz bereits laut Plan den geforderten Anteil an Erneuerbaren, sollten Transformationspläne gänzlich entfallen. Dies wäre besonders bei kleinen und mittelgroßen Wärmnetzen essenziell.

Das Maßnahmenpaket enthält auch konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes, der Bundesförderung Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) und Vorschläge für den Wohnungsneubau.

Worten Taten folgen lassen

Eine weitere Herausforderung sieht der BEE bei der Bereitstellung von Flächen für Solar- und Geothermie. Erneuerbare Wärmeerzeugung sollte im § 35 Baugesetzbuch als privilegiert verankert und entsprechend behandelt werden. Auch bei der Ausbildung von Fachkräften müsse nachjustiert werden, damit Auszubildende das Handwerk der Wärmewende beherrschen. jb


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Kommentare

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Armin Bühler 01.02.2022, 07:36:52

Gerade im Winter ist die Zufuhr regenerativer Energie volatil, der Bedarf hoch und abgesehen von Windkraft, das Angebot insbesondere als PV vom eigenen Gebäude, gering. Ohne Speicher und der Möglichkeit zum Lastabwurf wird es schwer werden die Nutzung regenerativer Energie, außerhalb von Wärmenetzen, wesentlich zu steigern ohne Gleichzeit die Stromnetze mit ihren zunehmenden Aufgaben (Mobilität) zu überlasten.

Nach über 20 Jahren Erfahrung in Neubau und ungedämmten Sanierungen (Denkmal) lässt sich sagen, mit ca. 100 Liter Wasser je qm Wärmebezugsfläche (äquivalent) oder thermisch vom Raum getrennte Gebäudemasse (ca. 1qm Beton je qm Wärmebezugsfläche) als thermisch träge Speicherheizung und flinker Unterstützung mit einer konfektionsfreien Flächenheizung (Wand/Decke), kann bei laufender Unterstützung von Solarthermischen oder PV/Wärmepumpen Systemen und Niedrigsttemperatur-Wärmeverteilung (28-45°C°C im Speicher, sowie <26°C Vorlauf im Heizkreis) eine nahezu Heiz-/Kühlenergieautarke Temperieren der Gebäude erreicht werden. Mit cleveren Gebäudekonzepten und smarter Steuerung, betragen die bisher realisierten Kosten je qm sanierter Wohnfläche Standard NetZero /Heizenergie >70% autark, bei unter 500€/qm. Die Konzepte sind bewusst einfach gehalten, so können branchenfremde Kräfte oder betreute Heimwerker ebenfalls problemlos "Hand anlegen" um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Norbert Hoffmann 01.02.2022, 16:24:18

Wir haben die Wärmewende vollzogen. Ein völlig neues Energiekonzept hat uns dazu verholfen. Wir heizen mit Sonnenwärme die wir ganzjährig sammeln und speichern. Es wäre die Lösung unserer Probleme aber keiner hört zu oder setzt sich mit uns auseinander. Alle Veröffentlichungen im TV oder anderen Medien blieben ohne Resonanz. Dabei ist das Ganze nur Physik und ich nicht mal gut darin. Natürlich könnten wir eine Wärmewende schaffen wir müssen nur aufhören zu diskutieren und anfangen. Innovative Ideen habe ich viele gesehen auf der Suche nach Lösungen. Umgesetzt fast nichts denn es fehlt die Transparenz was es gibt und vor allem sind diese Innovationen nicht sichtbar denn keiner weiß wie er auf sich aufmerksam machen soll. Mir geht es genauso :)

Armin Bühler 01.02.2022, 20:58:58

+27 Gut

Hallo Herr Hoffmann,

ich würde ihnen gerne zuhören. Seit über 20 Jahren entwickeln wir solche Systeme.

Inzwischen machen wir mit unserer raum-k.world auf uns aufmerksam. Branchen- und Firmenübergreifend,

denn einer allein hat nicht alles Wissen und nicht alle Komponenten. Als Mittelständler können wir so aber

etwas größeres machen als die Summe unserer Komponenten. Wenn sie mit mit meinem Namen unter Klimadecke googeln sollten Sie mich bald finden.

 

Ich freue mich schon von ihnen zu hören.


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