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Erneuerbare WärmeWärmewende soll 2025 Meilenstein erreichen

Display einer Wärmepumpe
Die Wärmewende in den Städten ist eine harte Nuss. Wärmepumpen werden vor allem in Einfamilienhäusern eingebaut. (Foto: Bundesverband Wärmepumpe)

Noch drei Jahre, dann soll jede neue Heizung in Deutschland zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Der sanfte Druck steigender CO2-Preise auf Brennstoffe mag helfen, die Wärmewende selbst braucht aber mehr.

10.01.2022 – Der CO2-Preis auf Brennstoffe startete letztes Jahr mit 25 Euro pro Tonne. Zum Jahresbeginn 2022 stieg er wie geplant auf 30 Euro. Das wirkt sich auf die Benzin- und Dieselpreise aus, aber auch auf Preise für Gas und Heizöl. Der Preis soll jährlich steigen, bis auf 55 Euro im Jahr 2025. Pro 1.000 Liter Heizöl entstehen damit in dieser Zeitspanne insgesamt Zusatzkosten von rund 600 Euro.

Mit diesem Instrument des nationalen CO2-Preises für Wärme und Verkehr sollen fossile Energieträger unattraktiver werden. Flankiert werden soll diese Maßnahme durch die Förderung von erneuerbaren Alternativen – im Verkehr und im Gebäudesektor.

Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP findet sich neben anderen konkreten Vorhaben für den Bausektor auch die Ankündigung, dass ab 2025 jede neu installierte Heizung – egal ob im Alt- oder Neubau – zu 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Eine Herausforderung vor allem in Städten, und dort konkret in Mehrfamilienhäusern.

Förderbedingungen müssen schon jetzt an das Ziel angepasst werden

Der Bundesverband Wärmepumpe sieht darin ein Zeichen zum Aufbruch, weist aber auch auf jetzt notwendige Weichenstellungen dafür hin. So fordert er, das Förderregime der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) schnell an das Ziel anzupassen, damit für Hausbesitzer schon jetzt ein Anreiz geschaffen wird, die ab 2025 geltenden Vorgaben zu erfüllen. Wärmepumpen sind vor allem im Neubau eine wirtschaftliche Alternative zum Gaskessel, kommen aber auch immer öfter bei der Sanierung von Einfamilienhäusern zum Einsatz.

Die Vorgaben für die Modernisierung und die Effizienzhausstandards im Neubau sollten so festgelegt werden, dass klar erkennbar ist, welche Heizungslösungen geeignet sind, um die 65 Prozent Erneuerbare zu erreichen und welche nicht. Dies ist eine weitere Forderung des Branchenverbandes.

Wichtig sei außerdem, dass für Fachhandwerker, Planer und Berater Anreize geschaffen werden, sich verstärkt mit zukunftsfähigen Heizungssystemen auseinanderzusetzen. Die Ausbildung für SHK-Anlagenmechaniker berücksichtige insgesamt zu wenig klimaschonende. Für die bestehenden Handwerksbetriebe müssen Anreize geschaffen werden, damit sie sich weiterentwickeln und fortbilden. Es sollten außerdem neue Berufsbilder entwickelt werden, damit Fachkräfte nachrücken und jungen Menschen erkennen, was sie im Handwerk für die Energiewende bewegen können.

Keine neuen Ölheizungen ab 2026

Schon länger beschlossen ist, dass ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen, auch nicht, wenn lediglich ein alter Kessel ausgetauscht werden soll. Lediglich sogenannte Hybridheizungen sind dann noch beim Heizungstausch oder Neubau erlaubt: Ölheizungen, die mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie ergänzt werden. Langfristig sind aber solche Systeme dem Untergang geweiht: auf dem Weg zur Klimaneutralität wird es keine Ölverbrennung zur Wärmegewinnung mehr geben können.

Für die Wärmewende in Städten ist es mit einem Heizungstausch allerdings nicht getan. Hier müssen Quartierskonzepte entwickelt werden, Nahwärmenetze entstehen, nutzbare Abwärmequellen lokalisiert und eingebunden werden. Ein großer Hebel liegt außerdem in der energetischen Sanierung von Gebäuden, so dass der Wärmebedarf insgesamt sinkt. pf


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Kommentare

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Uwe Nägele Nägele Brennstoffe St.Blasien 10.01.2022, 16:30:52

Schade das in Ihren Bericht Synthetische Brenn und Kraftstoffe noch nicht einmal erwähnt werden

Sie können sich aber gerne auf der IWO Seite schlauer machen


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