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Wasserkraft in SchottlandLeistungsstarke Gezeitenturbine kurz vor Betriebsstart

Gezeitenturbine Orbital O2
Die 74 Meter lange Gezeitenturbine Orbital O2 auf ihrem Weg nach Orkney. (Foto: Orbital Marine Power)

In Schottland nimmt eine Zwei-Megawatt-Gezeitenturbine ihren Betrieb auf – derzeit wird die 680 Tonnen schwere Anlage zu der Inselgruppe Orkney geschleppt. Zukünftig liefert sie regenerativen Strom für rund 2.000 britische Haushalte.

28.04.2021 – In der schottischen Küstenstadt Dundee begann für die Gezeitenturbine Orbital O2 in den letzten Tagen die finale Etappe vor dem Betriebsstart: Die rund 680 Tonnen schwere Anlage wird nach Orkney geschleppt, eine Inselgruppe vor der schottischen Nordküste. Damit erreicht das Projekt die nächste Phase, der Bau der 2-Megawatt-Gezeitenturbine ist abgeschlossen.

Nach dem Transport über das Meer soll die Anlage an das European Marine Energy Centre (EMEC) angeschlossen werden, das als führend bei der Demonstration und Erprobung von Wellen- und Gezeitenkraftwerken gilt. Anschließend nimmt Orbital O2 ihren Betrieb auf. Laut dem Hersteller Orbital Marine Power Ltd handelt es sich dabei um die derzeit leistungsstärkste im Betrieb befindliche Gezeitenturbine auf der Welt. Zukünftig wird sie genug erneuerbaren Strom erzeugen, um den Bedarf von rund 2.000 britischen Haushalten zu decken. Dadurch werden im Schnitt 2.200 Tonnen CO2 eingespart.

Begonnen wurde mit dem Bau der Turbine in der zweiten Hälfte des Jahres 2019. Die meisten Teile wurden dabei in Großbritannien selbst gefertigt – vom schottischen Stahlwerk über die Hauptfertigung bis hin zu den Ankern aus Wales oder Schaufeln aus Südengland. Die beteiligten Unternehmen sind deshalb besonders stolz, unter Beweis zu stellen, dass die Transformation des Energiesystems mit dem britischen Maschinenbau- und Fertigungssektor gestemmt werden kann.

Gezeitenturbine Orbital O2

Die Gezeitenturbine verfügt über eine etwa 74 Meter lange Rumpfstruktur, die mit zwei jeweils ein Megawatt starken Rotoren zur Stromerzeugung ausgestattet sind. Durch das Ein- und Ausströmen von Wasser werden die Rotoren in Bewegung versetzt, sie verfügen jeweils über zwei Blätter und einen Durchmesser von insgesamt 20 Metern. Laut dem Hersteller können sie aufgrund ihrer Bauweise besonders kostengünstig und leicht gewartet werden.

Finanziert wurde das Projekt unter anderem aus dem europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Interreg-Programms Nordwesteuropa. Geld floss außerdem im Rahmen des Saltire Tidal Energy Challenge Fund der schottischen Regierung.

Mit dem MeyGen-Projekt befindet sich vor der Nordküste Schottlands ein weiteres Gezeitenkraftwerk, das zukünftig eine Größe von rund 400 Megawatt erreichen soll. Im Jahr 2019 haben die vier bereits installierten 1,5-Megawatt-Turbinen 13,8 Gigawattstunden produziert. Kanada erforscht ebenfalls seit Jahren die Möglichkeiten von Gezeitenkraftwerken – und erprobt seit 2016 eine Turbine mit einem Durchmesser von 15 Metern. In Gibraltar wurde vor ein paar Jahren ein einzigartiges Wellenenergie-Projekt gestartet, das zukünftig eine Leistung von fünf Megawatt erreichen soll. jk


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Kommentare

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willfried Kurz 29.04.2021, 00:05:15

Gut so ! Aber wann endlich setzt man das unendliche Vorkommen von Salzwasser in Energie um ? Das sehr interessante Video anbei erklärt die Vorgehensweise. ---> https://www.youtube.com/watch?v=srxJGn4woGI


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