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BerlinThemenjahr Rohstoffe im Futurium

Kunstobjekt: Tesla-Modell aus Kupferdrähten
In jedem Elektro-Auto stecken 70 Kilogramm Kupfer. Das abgebildete Exponat in der aktuellen Ausstellung im Futurium stammt von Künstler:innen aus Kongo. (Foto: energiezukunft / Petra Franke)

Rohstoffe stehen im Mittelpunkt des Themenjahres im Berliner Futurium. Wie die Industrienationen weniger Rohstoffe intelligenter nutzen können, wird spielerisch und interaktiv sichtbar. Am 4. Mai wird die Ausstellung mit einem Fest eröffnet.

04.05.2024 – Indem wir Rohstoffe gewinnen und verarbeiten, mit ihnen handeln und sie nutzen, beeinflussen wir weltweit Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf einer rohstoffintensiven Lebensweise gründen die Industrienationen ihren Wohlstand. Mehrere hundert Tonnen Material pro Kopf im Jahr verbrauchen allein die Deutschen.

Auch für die grüne Wende werden große Mengen Rohstoffe benötigt. Die Herausforderung ist, es diesmal anders zu machen als in der Vergangenheit. Ziel ist, Ressourcen im Kreislauf führen. Das heißt Recycling, Wiederbenutzen, nachhaltiger Abbau von unbedingt notwendigen Materialien und viel weniger Müll.

Das Futurium will mit dem Themenjahr Rohstoffe, Schätze der Zukunft, sichtbar machen, wo wir im Alltag Rohstoffe verschwenden und was wir damit in der Welt anrichten, aber auch welch gigantische Rohstofflager wir inzwischen in Form von Gebäuden, Bahntrassen, Autos, Maschinen und anderen Produkten angelegt haben.

Gegliedert ist die Ausstellung in drei Denkräume: Mensch, Natur und Technik. Im Denkraum Mensch sticht ein aus Kupferdrähten gefertigtes Tesla-Modell ins Auge. Es wurde von Künster:innen aus der Demokratischen Republik Kongo geschaffen. Kupfer ist eines der sechs Beispiele aus sechs Weltregionen, anhand derer die Hintergründe von Rohstoff-Abbau und Handel deutlich gemacht werden. Immerhin stecken in jedem Elektroauto 70 Kilogramm des wertvollen Metalls. Aber auch das Mineral Mica dürfte ein Besuchermagnet werden. Das Mineral ist eher unbekannt, steckt aber in vielen Produkten – unter anderem in Make-Up. Weitere Beispiele sind Lithium, Gold, Soja und Arktische Rohstoffe, die immer mehr ins Visier der Bergbauunternehmen geraten – ebenso wie der Tiefseebergbau.

Beim „Fair-o-poly“, angelehnt an das Spiel Monopoly, können Besucher:innen in die Rolle eines Bergbauunternehmens schlüpfen und die Produktionsbedingungen von Rohstoffen kennenlernen. Ziel des Spieles ist es, die Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern, Gewinne fairer zu verteilen sowie mehr Umweltschutz zu implementieren. Im Spielverlauf wird jedoch deutlich, dass dies kein einfaches Unterfangen ist.

Im Denkraum Natur gruppieren sich die neuen Rohstoff-Themen um die „Re-Use-Kugelbahn“. Hier können die Besucher:innen den Rohstoffkreislauf ins Rollen und damit recycelte Materialien zum Klingen bringen. Dafür wurde die seit 2019 in der Ausstellung befindliche und beim Publikum sehr beliebte Kugelbahn nach Prinzipien der Nachhaltigkeit umgebaut: Es wurde so viel Material wie möglich erhalten sowie auf recycelte Rohstoffe zurückgegriffen. Der Rohstoffreichtum der Stadt kann per Laufband und Videoinstallation erkundet werden.

Das Technik-Lab im Untergeschoss – Denkraum Technik – zeigt alternative Schätze der Zukunft: Exponate, die aus wiederverwendbaren natürlichen Materialien gefertigt wurden. Unter den ausgestellten Objekten befinden sich essbare Algenverpackungen, ein Straßenschild aus Hanffaser, Fliesen aus Biozement, Bauwerkstoffe aus Recyclingpapier, Fahrradgriffe aus Birkenholz, Lederalternativen aus Orangenschalen und Mode aus Pilzschaum.  

Reduce, Re-Use, Repair, Refurbish, Recycle – die Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft stehen bei dem Simulationsspiel RRRRRim Fokus. Während der Titel des Exponats diese Prinzipien durch textliche Reduktion zunächst verschlüsselt, fächert das Spiel den komplexen Prozess in verständlicher Form wieder auf: Anhand des Alltagsgegenstandes unserer Zeit, des Handys, wird aufgezeigt, wie aus der linearen Wirtschaft eine Kreislaufwirtschaft entstehen kann. Durch das Setzen von Markern können Spielende das vorhandene System sukzessive verändern. So entsteht ein Verständnis für die Weichen, die zu einer nachhaltigeren und rohstoffleichteren Zukunft führen können.

Mit dem Themenjahr Rohstoffe stellt das Futurium eine aktuelle und brisante Herausforderung unserer Zeit zur Diskussion und macht sie sichtbar und verständlich. „Wie gewohnt wollen wir im Futurium nicht nur Problemfelder aufzeigen, sondern vor allem den Blick auf mögliche Lösungen lenken und zum kritischen Diskutieren anregen. Denn nur wenn wir die positiven Ansätze aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft konsequent in vielen Lebensbereichen umsetzen, können wir die Rohstoffwende schaffen“, erklärte Futurium-Direktor Stefan Brandt anlässlich der Eröffnung.

Mitmach-Fest für Jung und Alt zur Eröffnung

Am 4. Mai von 10 bis 20 Uhr wird die Eröffnung des Themenjahres Rohstoffe mit einem Fest gefeiert. Auf dem Vorplatz werden Musikinstrumenteaus recycelten Materialien gebaut und anschließend in einer JamSession zum Klingen gebracht. Im Foyer stimmt ein Improvisationstheaterauf das Thema ein. Und im Forum erwartet Besucher:innen ein Familienabenteuer mit Julian Janssen, bekannt aus der KiKA-Sendung „Checker Julian“: Auf großer Bühne fragt sich Julian, was Gold eigentlich in seinem Handy macht und geht auf eine Rohstoffreise um die Welt. Mittels VR-Brillekönnen Besucher:innen in der Ausstellung anschließend die digitale Version einer Goldmine der Demokratischen Republik Kongo betreten und erfahren, unter welchen Bedingungen dort Gold abgebaut wird. Am Nachmittag geben internationale GästeEinblicke in ihre Visionen für einen nachhaltigen und gerechten Umgang mit Rohstoffen. Jugendliche und Erwachsene, die gerne knobeln, sind eingeladen, an einer spannenden Escape-Rallye teilzunehmen. Musik und Gastronomie sorgen am gesamten Festtag für eine entspannte Atmosphäre.

Im Jahresverlauf werden weitere Veranstaltungen im Rahmen des Themenjahres angeboten. pf

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