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DänemarkKünstliche Energieinsel als Knotenpunkt für Offshore-Windstrom

Offshore-Windkraftpark „Race Bank“ vor der Küste Großbritanniens.
Offshore-Windkraftpark „Race Bank“ vor der Küste Großbritanniens. (Foto: Nicholas Doherty on Unsplash)

In der Nordsee startet Dänemark das größte Bauvorhaben seiner Geschichte. Vor der Küste entsteht eine künstliche Energieinsel mit gigantischem Ausmaß. Zukünftig soll sie bis zu zehn Millionen europäische Haushalte mit Offshore-Windstrom versorgen.

09.02.2021 – Rund 80 Kilometer von der Halbinsel Jütland entfernt plant Dänemark mitten in der Nordsee einen riesigen Umschlagplatz für Offshore-Windenergie. Für umgerechnet 28,24 Milliarden Euro soll eine künstliche Insel aufgeschüttet werden, die mehrere europäische Staaten mit erneuerbarem Strom versorgt. Dabei dient die Insel als eine Art Knotenpunkt für umliegende Offshore-Windparks und verteilt den Strom an zahlreiche europäische Staaten. Durch das Projekt soll die Integration der europäischen Stromnetze gestärkt und ein großer Schritt in Richtung EU-Klimaziele gemacht werden.

Wenn das gesamte Bauvorhaben komplett umgesetzt ist, soll es mit einer Kapazität von zehn Gigawatt rund 10 Millionen europäische Haushalte mit Offshore-Windstrom versorgen. Dafür wird an dem Energieknotenpunkt der Ökostrom von Hunderten Windkraftanlagen rund um die Insel gesammelt, gespeichert und über Unterwasserkabel nach Dänemark und in die unterschiedlichen Nachbarländer weitergeleitet. In einer ersten Projektphase sind 200 Windkraftanlagen geplant, die mit einer Kapazität von drei Gigawatt etwa drei Millionen Haushalte versorgen können.

Größtes Bauprojekt der dänischen Geschichte

„Diese Entscheidung markiert den Beginn einer neuen Ära nachhaltiger Energieproduktion in Dänemark und der Welt und verbindet sehr ehrgeizige Klimaziele mit Wachstum und grünen Arbeitsplätzen“, sagt der dänische Klimaminister Dan Jørgensen. „Der Energieknotenpunkt in der Nordsee wird das größte Bauprojekt in der dänischen Geschichte sein.“ Man wolle mit dem Projekt einen großen Beitrag zur Realisierung des enormen Potenzials europäischer Offshore-Windkraft leisten.

Nach Fertigstellung wird die Insel wohl eine Größe von bis zu 460.000 Quadratmetern haben. Das entspricht in etwa 64 Fußballfeldern. Der Windstrom soll zukünftig nicht nur gesammelt, gespeichert und an die Nachbarstaaten weitergeleitet werden, sondern auch für die Herstellung von klimafreundlichem Kraftstoff für Schifffahrt, Luftfahrt, Schwerindustrie oder Schwerlastfahrzeuge genutzt werden.

Zweiter Energieknotenpunkt auf Bornholm geplant

Zusätzlich zur künstlichen Insel soll noch ein weiterer Knotenpunkt für Windstrom auf der dänischen Insel Bornholm entstehen. Zunächst werden die beiden Drehkreuze zusammen eine Kapazität von fünf Gigawatt erreichen – was die derzeit in Dänemark installierte Offshore-Kapazität verdreifachen würde. Später sollen die beiden Knotenpunkte auf eine Kapazität von insgesamt zwölf Gigawatt ausgebaut werden. Der dänische Staat wird zwar die Mehrheit an der Energieinsel besitzen, jedoch sollen auch private Unternehmen beteiligt werden.

Im vergangenen Jahr hatte Dänemark bereits eine Einigung über die Zukunft der fossilen Energiegewinnung in der Nordsee erzielt. Demnach sieht das Abkommen einen endgültigen Ausstieg aus der Förderung von Erdöl und -gas bis zum Jahr 2050 vor. Derzeit ist das Königreich noch der größte Ölproduzent in der Europäischen Union. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen des Landes um 70 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt werden. Mit der Realisierung des Megaprojekts in der Nordsee wird man diesem Ziel wohl einen großen Schritt näherkommen. jk


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