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Aktion von PENNY und NABU

Ohne Bienen bleiben die Regale leer

In einer Supermarkt-Filiale in Langenhagen blieben am Montag viele Regale leer. Sämtliche Produkte wurden entfernt, die es ohne bestäubende Insekten nicht mehr gäbe. (Foto: © Till-David Schade / NABU)

In einem Supermarkt wurde am Montag die Abhängigkeit unsere Gesellschaft von Bienen und Schmetterlingen erschreckend deutlich. In der Filiale wurden sämtliche Produkte aus den Regalen entfernt, die es ohne bestäubende Insekten nicht mehr gäbe.

16.05.2018 – Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem Niedersächsischen Umweltministerium hat der Lebensmittel-Discounter PENNY in einer Filiale in Langenhagen nahe der Stadt Hannover eine eindrucksvolle Aktion gestartet. Dabei wurden sämtliche Produkte aus den Regalen genommen, die es bei einem unvermindert voranschreitenden Insektensterben zukünftig nicht mehr geben wird. Rund 60 Prozent der insgesamt 2.500 Artikel sind direkt oder indirekt von der Bestäubung durch Insekten abhängig – und fehlten dementsprechend in den Regalen. Sehr zur Verwunderung der unvorbereiteten Kunden, die bewusst vorab nicht informiert wurden.

„Ich war schockiert als ich die Auflistung sah“, sagt Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland / COO PENNY. „Man macht sich überhaupt keine Vorstellung davon, wie viele Produkte ohne die Bestäubungsleistung der Insekten wegfallen würden.“ Den Besuchern der Supermarktfiliale ging es vermutlich ähnlich, als sie am Montag an den leeren Regalen vorbeiliefen. Neben der Obstabteilung blieben auch viele andere Abteilungen größtenteils leer. Stattdessen hingen überall Poster mit der Aufschrift „Biene weg. Regal leer“.

Eine düstere Zukunftsvision

„Die Konsequenzen eines ungebremsten Insektensterbens werden uns hier auf erschreckend deutliche Weise vor Augen geführt“, sagt der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies. Er betrachtet die Aktion als eine düstere Zukunftsvision, die eintreffen könnte, wenn die Menschen nicht rechtzeitig gegensteuern.

Paradoxerweise ist vor allem die Landwirtschaft in einem besonders hohen Maße von den Insekten abhängig, jedoch vermutlich ebenfalls hauptverantwortlich für deren dramatischen Rückgang in den letzten Jahrzehnten. Im vergangenen Jahr hatte eine Studie gezeigt, dass seit 1989 die Masse an Fluginsekten in 60 Naturschutzgebieten in Deutschland um durchschnittlich 76 Prozent abgenommen hat. Durch ein massives Ausbringen von Pestiziden werden in der industriellen Landwirtschaft nicht nur viele Insekten direkt getötet, sondern auch die Nahrungsquellen der Bestäuber vernichtet.

Umdenken in der Landwirtschaft unausweichlich

„Wenn also zukünftig die Bestäuber geschützt werden sollen, ist ein Umdenken in der Landwirtschaft unausweichlich“, mahnt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU. Die PENNY-Aktion trage deshalb einen wichtigen Teil zur Bewusstseinsbildung bei. Neben der menschlichen Versorgung mit Lebensmitteln sei auch das Funktionieren der Ökosysteme immer stärker gefährdet.

Bienen gelten nach den Schweinen und Rindern als das drittwichtigste Nutztier der Menschen, da weltweit etwa 85 Prozent der Wild- und Kulturpflanzen auf die Bestäubung der Insekten angewiesen sind. Ohne sie gäbe es nicht nur diverse Obst- und Gemüsesorten nicht, auch würden Kaffee, Kakao, Pflegeprodukte oder viele Tiefkühlwaren in den Regalen der Supermärkte fehlen. jk


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