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Photovoltaik nachhaltig nutzen

Europas größtes Solarmodul-Recycling-Werk eröffnet

Solar World – Solar Recycling: Die Solarpanels der frühen Jahre werden bald fällig und müssen recycelt werden – einige Hersteller bereiten sich vor, doch längst nicht alle. (Foto: Flickr © Böhme-Frauenstein / Detlev Müller / CC BY-SA 2.0)

In Südfrankreich wird ein großes Recyclingwerk für ausgediente Photovoltaikmodule eröffnet. Während in Europa das Recyceln von Solarpanels gesetzliche Pflicht ist, sollte sich auch die Solarindustrie in China und USA darüber Gedanken machen.

29.06.2018 – Während die solare Kapazität weiter wächst – weltweit sind derzeit  rund 402 Gigawatt installierter Solarleistung erreicht – kommen die alten Module der frühen Jahre an ihr Leistungsende. Photovoltaikpanels haben eine geschätzte Lebensdauer von rund 30 Jahren, die erste Generation wird jetzt also langsam fällig. Das Unternehmen Veolia hat das Recycling-Werk für ausrangierte Solarmodule im südfranzösischen Rousset nahe Marseille eröffnet. Laut Nachrichtenagentur Reuters hat das neue Werk einen Vertrag mit der Solarindustrie-Recyclingorganisation PV Cycle France abgeschlossen, um 2018 rund 1.300 Tonnen Solarmodule zu recyceln – das wären praktisch alle Solarmodule, die in diesem Jahr in Frankreich anfallen; bis zum Jahr 2022 rechne man mit einem Volumen von etwa 4.000 Tonnen. Es sei das erste Recyclingwerk dieser Größe ausschließlich für Solarpanels in Europa und es soll laut Veolia zum Prototyp für solche Anlagen werden. Die Solarbranche hatte in den vergangenen Jahren mit PV Cycle ein eigenes Rücknahmesystem aufgebaut.

Rohstoffe können wiederverwendet werden

In einem solchen Recyclingverfahren werden die Solarplatten zerlegt, Glas, Aluminium, Silber, Silizium, Kunststoff und Kupfer getrennt und teilweise zu neuen Solarpanels verarbeitet. Dünnschichtmodule werden in der Fabrik allerdings nicht recycelt, auf dem französischen Markt haben diese auch nur einen sehr geringen Anteil.

Laut dem Bericht End-of-Life Management der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) und des Photovoltaik-Programms (PVPS) der Internationalen Energieagentur (IEA). kann durch das Recyceln oder Wiederverwenden von PV-Modulen am Ende ihrer rund 30-jährigen Lebensdauer ein großer Bestand an Rohstoffen und anderen wertvollen Komponenten wieder erschlossen werden. Dem Bericht zufolge wird bis 2050 in China mit 13,5 Mio. Tonnen der größte Teil der PV-Abfälle anfallen. Die USA folgen mit 7,5 Mio. Tonnen, Japan mit 6,5 Mio. und Indien und 4,5 Mio. Tonnen. Deutschland landet auf Platz fünf und könnte bis 2050 etwa 4,4 Millionen Tonnen ausgediente PV-Module anhäufen.

Logistik für Recycling muss jetzt geschaffen werden

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) schätzt, dass bis zum Jahr 2050 zwischen 60 und 78 Millionen Tonnen ausgediente PV-Panels auf der ganzen Welt entstehen werden. China und die USA, die führend in der Installation von Solaranlagen sind, müssten daher ebenfalls Recyclinganlagen errichten. Gegenwärtig hat jedoch nur die Europäische Union Abfallvorschriften erlassen, die speziell auf die Entsorgung von PV-Abfällen in der Zukunft ausgerichtet sind. Das Recycling von Solarmodulen ist in Deutschland im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) geregelt – das ist die deutsche Umsetzung der WEEE-Richtlinie der EU und gilt für alle elektrischen Altgeräte, seit 2015 fallen darunter auch Photovoltaik-Module. Registriert und koordiniert wird die Entsorgung bundesweit von der Stiftung EAR. Im Bericht fordern Experten denn auch wirksame Rechtsvorschriften für PV-Abfälle und den Ausbau der Recycling-Infrastruktur für alle Länder und raten gleichzeitig zu einer Förderung kontinuierlicher Innovationen im Bereich der solarmodulbezogenen Abfallwirtschaft. na


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