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Solarenergie im KlimawandelRisiken von Photovoltaik-Projekten in Indien minimieren

Kleine Affen in Indien, die unter Photovoltaikpaneelen sitzen und sich an den Kabeln zu schaffen machen.
Obwohl Indien ein vielversprechender Markt für große PV-Projekte ist, hält die Umwelt eine Reihe von Risiken bereit. (Foto: © PI Berlin)

Indien gilt als vielversprechender Markt für große PV-Projekte, doch die Umwelt hält eine Reihe von Risiken bereit – extreme klimatische Bedingungen, aber bspw. auch fehlerhafte Installation. Eine Studie hat sich nun der Risikovermeidung gewidmet.

01.08.2018 – Indien hat große Pläne für den Ausbau seiner Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien und will bis 2022 über 100 Gigawatt Solarenergie verfügen. Bis 2030 sollen 40 Prozent der indischen Stromerzeugungskapazität auf Erneuerbare Energien entfallen. Der indische Photovoltaik-Markt gilt für Projektentwickler und Investoren daher als einer der profitabelsten aber zugleich auch risikoreichsten, berichtet das Photovoltaik-Institut Berlin (PI Berlin): Vor allem weil Großprojekte mit mehr als 100 Megawatt (MW) heute üblich sind, stiegen die Investitionsrisiken durch klimatische Bedingungen aber auch teilweise fehlerhafte Installation oder unzureichende Wartung der Anlagen. In einer Studie im Auftrag der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt hat das Photovoltaik-Institut Berlin (PI Berlin) deshalb nun die häufigsten Risiken indischer PV-Projekte untersucht – und wie sich solche Risikofaktoren minimieren und möglichst ganz vermeiden lassen. Dazu wurden 2017 sechs Photovoltaik-Projekte in Indien untersucht.

Besonders hohe Stressfaktoren für die Photovoltaik-Technologie

„In den meisten Regionen der Welt sind PV-Projekte in erster Linie von einigen klimatischen Stressfaktoren wie Salz in der Luft, hoher UV-Strahlung, hoher Luftfeuchtigkeit, Hitze, Sand oder starken Winden betroffen“, erläutert Senior Consultant bei PI Berlin Asier Ukar das Problem. In mehreren Bereichen Indiens seien PV-Projekte oft sogar mit einer Kombination dieser Faktoren konfrontiert. Gerade im Bundesstaat Rajasthan, der aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung für PV-Projekte besonders lukrativ ist, hätten PV-Module und andere Systemkomponenten mit vielen klimatischen Stressfaktoren gleichzeitig zu kämpfen. „Darüber hinaus hat Indien einige der höchsten Sonneneinstrahlungsraten der Welt, aber das kann auch zu einem schnelleren Abbau der Komponenten führen“, so Ukar. Um Ausfälle zu vermeiden, müssten Investoren und Projektentwickler sicherstellen, dass PV-Projekte von Anfang an richtig konzipiert sind. „So korrodieren beispielsweise Erdungsverbindungen aus Aluminium oder mit geeigneten Beschichtungen in Böden mit hohem Salzgehalt nicht so leicht“, sagt der Solarexperte.

Fehler könnten vermieden werden, ohne die Kosten zu sprengen

Der Preisdruck auf dem indischen Markt führe häufig dazu, dass die Qualität der PV-Module nicht im Vordergrund stehe, berichtet Ukar. So wurden laut Studie beispielsweise bei mehreren PV-Projekten fehlerhafte elektrische Verbindungen und Delaminationen beobachtet. An allen Standorten kamen Risse in den Modulzellen vor, die wahrscheinlich während des Transports, der Installation und der Wartung entstanden. „Diese Fehler hätten bei fachgerechter Handhabung vermieden werden können.“ Eine regelmäßige Überwachung der Leistungs- und Betriebsdaten könnte laut Studie eine vorausschauende Wartung ermöglichen und die Systemverfügbarkeit erhöhen. Während beispielsweise zwei Reinigungen von PV-Modulen pro Monat während der Monsunzeit nicht erforderlich sind, müsse dieser Vorgang in Trockenzeiten häufiger durchgeführt werden, so Ukar.

Ein weiteres Problem, bei dem nachjustiert werden müsse: Die Investitionen seien auch durch Unklarheiten bei den Verträgen gefährdet, denn diese enthielten teilweise nur vage formulierte Garantien. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass trotz des derzeitigen Preisdrucks bezahlbare praktische Schritte unternommen werden könnten, um diese Risiken zu mindern. na / PI Berlin


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