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MegaprojektSolarkraftwerk der Superlative soll Australien und Singapur verbinden

Ausschnitt Landkarte mit geplantem Kabelverlauf
Der Solarstrom aus dem australischen Outback soll über ein Seekabel am Meeresboden durch die Javasee nach Singapur fließen. (Grafik: Suncable)

In Singapur sind Flächen für die Erneuerbare Energieerzeugung knapp. Die Energiewende kann dennoch stattfinden: Aus dem australischen Outback soll Solarstrom aus einem riesigen PV-Kraftwerk in den 5.000 Kilometer entfernten Stadtstaat fließen.

01.10.2021 – Australien und Singapur nehmen eines der größten und ehrgeizigsten Photovoltaik-Projekte in Angriff.  Im Nordterritorium Australiens 800 Kilometer südlich von Darwin, wo die Erde flach ist und die Sonneneinstrahlung so hoch wie nur in wenigen anderen Regionen der Welt, wird ein Solarpark der Superlative errichtet.

Auf 12.000 Hektar trockenem Land soll das solare Riesenkraftwerk mit einer Leistung von 17 bis 20 Gigawatt Strom erzeugen. Damit ist das Projekt um ein Vielfaches größer als der derzeit größte Solarpark Bhadla in Indien mit 2,2 Gigawatt Leistung. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 36 bis 42 Gigawattstunden – ebenfalls eine kaum vorstellbare Größenordnung – ergänzt das Kraftwerk im australischen Outback und sorgt für gleichmäßigen Abtransport des Stroms.

Über Freileitungen soll der Strom an die Küste geleitet werden und danach über ein 3.750 Kilometer langes Hochspannungs-Gleichstrom-Unterseekabel auf dem Meeresgrund bis nach Singapur geliefert werden. Australia-Asia Power Link heißt das Projekt, das vom australischen Unternehmen Sun Cable geleitet wird. Nach Fertigstellung könnte Singapur aus dieser Quelle 15 Prozent seines Strombedarfs decken. Nach Angaben von Sun Cable könnte Singapur mit dieser erneuerbaren Energieversorgung seine Emissionen um 6 Millionen Tonnen pro Jahr senken.

Derzeit laufen Umweltstudien und die Finanzierungsaktivitäten. Die Kapitalbeschaffung soll 2023 abgeschlossen sein, der Bau kurz danach beginnen. Ab 2027 sollen Kraftwerk und Stromtrasse im Normalbetrieb sein. Die Investitionen für das auf 70 Jahre angelegte Projekt werden mit 26 Milliarden US-Dollar kalkuliert. Während der Bauphase werden etwa 1500 und während des Betriebs 350 Arbeitsplätze geschaffen.

Die indonesische Regierung, durch deren Hoheitsgewässer das Seekabel führen wird, unterstützt das Projekt. Die Genehmigung für die Unterwasservermessung wurde erteilt. Indonesien wird den genauen Routenverlauf des Seekabels vorschlagen, im Gegenzug fließen Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar nach Indonesien. Sun Cable hat zudem Wissenstransfer an indonesische akademische Einrichtungen zugesagt. pf


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