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Diebstahl von Solarmodulen verursacht Millionenschäden

In vielen deutschen Gemeinden sind Solarparks immer noch unbewacht und daher ein lukratives Ziel für Diebe. Gut organisierte Diebesbanden stehlen daher fast täglich teure Solarmodule sowie Wechselrichter. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/ma
In vielen deutschen Gemeinden sind Solarparks immer noch unbewacht und daher ein lukratives Ziel für Diebe. Gut organisierte Diebesbanden stehlen daher fast täglich teure Solarmodule sowie Wechselrichter. (Foto: Markus Spiske / flickr.com, CC BY 2.0)

In vielen deutschen Gemeinden sind Solarparks immer noch unbewacht und daher ein lukratives Ziel für Diebe. Gut organisierte Banden stehlen inzwischen fast täglich teure Solarmodule sowie Wechselrichter, die Schäden gehen in die Millionen.

23.12.2016 – Oft liegen die betroffenen Solarparks mitten im Nirgendwo. Völlig unbewacht stellen sie die professionell agierenden Diebe vor keine größere Herausforderung. Nachts mit dem Transporter angekommen können diese in aller Seelenruhe die Solarmodule, Wechselrichter und andere technischen Gerätschaften abbauen. Der Schaden summiert sich dann schnell auf mehrere zehntausend Euro. Vor allem in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen klagen die Ermittler immer öfter über gut organisierte Banden, berichtet das Handelsblatt.

Allein von Januar bis November sei in Mecklenburg-Vorpommern so ein Gesamtschaden von etwa 1,3 Millionen Euro entstanden, in Sachsen waren es im vergangen Jahr wohl rund 344.000 Euro. Bisher halte sich der Widerstand vieler Solarpark-Betreiber in Grenzen. Es werde weder in Sicherheitspersonal, noch in eine entsprechende Videoüberwachung oder andere abschreckende Technik investiert.

So können die Täter praktisch ungehindert und ohne großen Zeitdruck die Solarparks in Ruhe ausspähen und dann im Schutz der Dunkelheit zuschlagen. Die Aufklärungsrate ist dementsprechend eher gering, da meist keine DNA-Spuren oder Fingerabdrücke festgestellt werden können. Auch Augenzeugen finden sich nur selten.

Polizei fasst Diebesbande mit 81 Solarmodulen

Ende November ging der Brandenburger Polizei allerdings ein dicker Fisch ins Netz. Fünf Tatverdächtige befanden sich mit ihrem Diebesgut in der Nacht zum 25. November auf dem Weg nach Polen. Im Gepäck hatten sie 81 Solarmodule, die sie gerade aus einem Solarpark des Landkreises Prignitz gestohlen hatten. Mindestens 15 weitere Diebstähle sollen nach Polizeiangaben auf das Konto der Diebesbande gehen.

Aufgrund der zunehmenden Häufung von Diebstählen gründete das LKA Brandenburg im August vergangenen Jahres die Ermittlungsgruppe „Helios“. Bereits im März 2016 führte diese zur Festnahme sechs weiterer Täter. Ermittlungen hätten gezeigt, dass sich polnische Diebesbanden aus dem Raum Zielona Gora auf den Diebstahl von Solarmodulen in Brandenburg spezialisiert haben. Vertrieben werden die geklauten Module dann in Polen.

Sicherheitsschilder gegen den PV-Diebstahl

Warnschilder sollen Diebesbanden abschrecken (Foto: PV-Diebstahl.de)

Es gibt allerdings schon seit Jahren relativ einfache und günstige Mittel, um den Solarmodul-Klau einzudämmen. Auf dem Marktplatz für den Kauf und Verkauf von Solarprodukten „SecondSol“ werden daher seit einiger Zeit auch Sicherheitsetiketten und –schilder gegen den PV-Diebstahl angeboten.

Aufgrund der Beschaffenheit des speziellen Etiketts lasse es sich nach Herstellerangaben nur mit sehr hohem Aufwand vom Untergrund entfernen. Während die Schilder vor allem der Abschreckung dienen, kann durch den Scan Code auf dem Sicherheitsetikett der wahre Eigentümer der Solarmodule schnell ermittelt werden. jk

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