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Dezentrale EnergiewendeSolarstromspeicher auf dem Vormarsch, Marktbarrieren müssen fallen

(Grafik: © EuPD Research, BSW, The smarter E Europe)

Die Zahl der installierten Solarstromspeicher in Deutschland hat sich in nur zwei Jahren verdoppelt. Branchenkenner fordern den Fall politisch gesetzer Marktbarrieren, denn bis 2030 wäre eine Verzehnfachung der Speicherkapazität notwendig.

12.06.2020 –In den Jahren 2018 und 2019 wuchs die Nachfrage nach Photovoltaik-Speichern in Deutschland jeweils um rund 50 Prozent, berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW). Über 200.000 Solarstromspeicher sind mittlerweile bundesweit installiert. Die Preise sind stark gesunken und trotz der Corona-Pandemie rechnet der BSW auch für dieses Jahr mit einem weiteren Marktwachstum. Wenn sich Privathaushalte und Unternehmen für ein Solardach entscheiden, gehöre die Installation einer Solarbatterie inzwischen meist dazu, so BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig, mit einem Solarspeicher im Keller und einer Solartankstelle vor der Haustür. Für alle am Thema Interessierten hatte der BSW im Januar eine Verbraucher-Erstinformation zum Thema Speicher online gestellt.

Laut einer Studie von EuPD Research, BSW und der Innovationsplattform The smarter E Europe waren in Deutschland Ende 2019 rund 1,8 Gigawattstunden (GWh) als Heim-, Gewerbe- oder Netzspeicher installiert. Für die Umsetzung der Klimaziele der Bundesregierung, zur Vermeidung einer Stromlücke und zum Ausgleich von Erzeugungsschwankungen bei Erneuerbaren Energien halten Marktforscher eine Verzehnfachung der Speicherkapazität von Batteriespeichern in Deutschland auf rund 18 GWh in den kommenden zehn Jahren für erforderlich.

Die Sonnensteuer ist ein Energiewende-Killer.

Um ein solches Ziel zu erreichen, müssten die von der Politik gesetzten Hürden jetzt endlich fallen. So dürfe Solarstrom nicht länger mit der EEG-Umlage belastet werden, wenn dieser vom eigenen Eigenheim- oder Gewerbedach geerntet, gespeichert und verbraucht werde, so der BSW. Neben dem Förderdeckel für Solardächer sei diese „Sonnensteuer“ auf solaren Eigenverbrauch „eine der größten Investitionshindernisse. „Die ‚Sonnensteuer‘ verstößt gegen EU-Recht und blockiert gegenwärtig die sinnvolle Nachrüstung von hunderttausenden Solarstromanlagen, die nach 20 Jahren Betriebsdauer ab 2021 aus der EEG-Förderung fallen werden,“ kritisiert Körnig.

Denn mit dem weiteren Ausbau der fluktuierenden Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien und der gleichzeitigen Verringerung regelbarer Erzeugungskapazitäten steigt der Bedarf an Speicherkapazitäten zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und Netzstabilisierung. Solarstromspeicher würden künftig zu einer zentralen Flexibilitätsoption der Stromversorgung. na