TOP-THEMA
Europawahl




EnergiespeicherDie eigene Solarenergie rund ums Jahr nutzen

Solardach
Solarstrom das ganze Jahr nutzen? (Bild: Getty Images / Unsplash+)

Um sich nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter ausreichend mit Ökostrom vom eigenen Dach zu versorgen, muss dieser gespeichert werden. Ein innovativer Gesamtjahresspeicher kombiniert eine Batterie mit Wasserstoffspeicher und Abwärmenutzung.

04.06.2024 – Mit einer Solaranlage auf dem Dach kann jeder seinen eigenen Strom produzieren. PV-Anlagen liefern bekanntlich im Sommer deutlich mehr Strom als im Winter. Im Sommer wird der Strom für eine geringe Vergütung ins Netz eingespeist und im Winter deutlich teurer aus dem Netz zurückgekauft. Strom direkt vor Ort zu nutzen oder zu speichern, kann effizienter sein und macht den Prosumer unabhängiger vom Netz.

„Der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise haben zu einer großen Verunsicherung geführt. Viele unserer Kundinnen und Kunden kommen auf uns zu, weil sie ihren eigenen Solarstrom erzeugen und vollständig nutzen wollen, unabhängig von Energieversorgern oder den Jahreszeiten“, so Rainer Gehrung, Leiter des Unternehmens Home Power Solutions, das den Gesamtjahresspeicher Picea herstellt.

Mehr zum Thema

Mehrere Windräder im Morgendunst
Stabile Stromversorgung

So viel Backup wird bei kalter Dunkelflaute gebraucht

Bei extremen Wetterlagen mit hoher Stromnachfrage und wenig Erzeugung werden zukünftig zwischen fünf und zehn Gigawatt flexible Kraftwerkskapazitäten nötig sein. Solche Backup-Lösungen sind nur wenige Stunden pro Jahr im Einsatz und deshalb teuer.

Energie clever einsetzen

Durch Sektorenkopplung, also die Verbindung verschiedener Bereiche, für die Energie benötigt wird, wie Wärme, Mobilität, Strom oder Warmwasser kann mehr des Stroms direkt genutzt werden, der vor Ort zur Verfügung steht. Das gilt für große Industrieanlagen ebenso wie für das Eigenheim. So kann eine PV-Anlage beispielsweise eine elektrische Wärmepumpe betreiben und Speicher können Energie für einen späteren Zeitpunkt vorhalten.

Gängige Batterien fürs Eigenheim können Strom für einige Tage speichern, für die langfristige Einspeicherung über den Winter fehlt jedoch die Kapazität. Der Markt für größere Speicherlösungen ist eher klein, auch, weil diese schnell teuer werden. Einer dieser nicht gerade günstigen, aber innovativen Ganzjahresspeicher ist Picea.

Abwärme nutzen

Picea ist modular aufgebaut und besteht aus Einer Energiezentrale, einer Batterie als Kurzzeit- und Wasserstoff als Langzeitspeicher. Die Energiezentrale wandelt den Gleichstrom von einer Solaranlage in Wechselstrom für elektrische Geräte. Überschüssiger Strom wird in der Batterie und in Form von Wasserstoff gespeichert.

Wasserstoff in diesem Bereich einzusetzen, hat einige Tücken. Zum einen ist Wasserstoff hochexplosiv, Tanks müssen also außerhalb des Hauses gelagert werden. Zum anderen müssen erhebliche Mengen Strom eingesetzt werden, um Wasser in Wasserstoff umzuwandeln. Der Prozess ist also sehr energieintensiv.

Um den Energieverlust zu reduzieren, stellt Picea die bei den Wandlungsprozessen entstehende Wärme wieder bereit, um Wasser zu erwärmen oder das Haus zu heizen. Die Abwärme der Umwandlungsprozesse kann zwar keine Heizung ersetzen, diese aber unterstützen. Auch die Abwärme der Solaranlage wird nutzbar gemacht. Nach Angaben des Herstellers erreicht der Ganzjahresspeicher so einen Gesamtnutzungsgrad von bis zu 90 Prozent. Der größte Teil der eigenen Sonnenenergie vom Dach kann also in Form von Strom oder Wärme über das ganze Jahr genutzt werden. Und das ganz ohne Emissionen. jb

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

max 2.000 Zeichen