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Kältespeicher im kommunalen Netzwerk

Stadt Helsinki nutzt Abwärme zum Kühlen

Unter Helsinkis Esplanadi Park befindet sich nun eine große regenerative Anlage für das Heizen und Kühlen der Gebäude in der Stadt. Dafür wird die in den städitschen Liegenschaften anfallende Abwärme genutzt. (Foto: Jari Kippola / © Helen)

In den Städten dieser Welt fällt viel Abwärme an, die meist ungenutzt verpufft. In Helsinki ist im Laufe der letzten Jahre eines der europaweit größten regenerativen Fernkühlsysteme für die Stadt entstanden, das die Abwärme der Gebäude nutzt.

02.07.2018 – Wie bereits viele andere Städte arbeitet auch die finnische Hauptstadt Helsinki an der urbanen Energiewende und ist Teil der C40 – einem Städteverbund, der sich zu mehr Klimaschutz verpflichten will. Es ist oft kalt in Finnland, es muss viel geheizt werden. Durch Heizen und industrielle Prozesse entsteht aber auch viel Abwärme – die sollte nicht ungenutzt bleiben, hat sich der städtische Energieversorger Helen schon vor einigen Jahren vorgenommen und nutzt anfallende Abwärme, um damit sowohl Fernwärme als auch Fernkälte mittels Wärmepumpen bzw. Kältemaschinen zu erzeugen.

Denn im Sommer müssen Bürogebäude und Gewerbeeinheiten gekühlt werden, es fällt immer mehr Wärme vor allem durch elektrische Geräte an, zudem steigen die Komfortanforderungen. Das Interesse an regenerativen Klimatisierungsverfahren, die Wärme auf niedrigem Temperaturniveau wie bspw. Abwärme für die Kühlung nutzbar zu machen, wächst daher. Abwärme kann als treibende Kraft genutzt werden, um Kälte oder Strom zu erzeugen; das ist ökonomisch wie  ökologisch sinnvoll, bspw. die Nutzung von Abfallwärme aus dezentralen Stromerzeugungsanlagen, die im Sommer sonst kaum genutzt werden kann.

Kältespeicher unterm Park

Nun wurde eine neue unterirdische Heiz- und Kühlanlage in Finnlands Hauptstadt fertiggestellt und der Probebetrieb aufgenommen. Für den Antrieb der Wärmepumpen wird vor allem die Abwärme aus den umliegenden Liegenschaften wiedergenutzt. Die neue Heiz- und Kühlanlage befindet sich unter Helsinkis beliebtem Esplanade Park in einer Tiefe von etwa 50 Metern. Ein gigantischer Kältespeicher mit einem Volumen von 25 Millionen Litern ist bereits Teil der Anlage. Die beiden Wärmepumpen haben in der Inbetriebnahmephase eine Gesamtwärmeleistung von 22 Megawatt (MW) und eine Kälteleistung von 15 MW. Die Wärmepumpen würden die Gesamtkühlleistung des Esplanade-Kühlzentrums auf 50 MW erhöhen.

Ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität

Der Energieversorger Helen will mit den neuen regenerativen Systemen die Energieproduktion mit fossilen Energien – vor allem Gas und Kohle – reduzieren: Die Anlage soll die CO2-Emissionen um mehr als 20.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. „Mit den neuen Wärmepumpen wird eine erhebliche Menge Abwärme aus den Liegenschaften in der Wärmeproduktion wiedergenutzt“, berichtet Helen-Projektmanager Eero Kaartokallio. Der Energieversorger strebt nach eigenen Aussagen eine klimaneutrale Energieproduktion in der Zukunft an; die Investition in das Wärmepumpen-System sei eine der Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen. „Die Wärmepumpen sind auch eine Antwort auf die wachsende Nachfrage nach Fernkälte in Helsinki“, so Helens Direktor Heikki Hapuli.

Das regenerative Fernkältesystem in Helsinki ist das drittgrößte in Europa. Helen produziert bereits einen großen Teil der Fernkälte in Helsinki in der weltgrößten Anlage zur Erzeugung von Fernwärme und -kälte, der Heiz- und Kühlanlage Katri Vala in Sörnäinen. na

Bau der neuen Heiz- und Kühlanlage unter dem Esplanade-Park in Helsinki


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