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KonferenzAktuelle Trends in der Solarthermie

Blühwiese, Solarthermie-Anlage
Solarthermie hat ihre Berechtigung, erneuerbare Wärme ist heiß begehrt. (Foto: Naturstrom AG)

Fernwärme soll zunehmend erneuerbar werden und Solarthermie kann dafür einen wichtigen Beitrag leisten. Als Kleinanlage im System mit Biomasse oder PV und Wärmepumpe punktet die Technik ebenfalls. Wissenstransfer bietet das Solarthermie-Symposium.

29.03.2022 – Im Jahr 2020 produzierten in Deutschland 2,5 Millionen installierte solarthermische Anlagen rund 8,7 Terawattstunden Wärme und vermieden damit über zwei Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Viel Potenzial liegt aber noch brach. Laut einer Schätzung des Fraunhofer ISE könnte die Technologie bis zu 30 Terawattstunden Wärme im Jahr 2030 bereitstellen.

Das Symposium für Solarthermie und innovative Wärmesysteme vom 3. bis 5. Mai 2022 nimmt die Chancen und Anwendungsfelder dieser Technologie in den Fokus. Wissenschaft, Industrie, Energieversorger und Praktikerinnen diskutieren die aktuellen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, technische Entwicklungen und konkrete praktische Lösungen.

Solarthermie wird seit Jahrzehnten erfolgreich zur Trinkwassererwärmung und Raumheizung von Ein- und Zweifamilienhäusern eingesetzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit einem Anteil von bis zu 90 Prozent ist der weitaus größte Teil des Energieverbrauchs in Wohngebäuden Wärme und nicht Strom. Die lokale Erzeugung und Nutzung der solaren Strahlungsenergie als Wärme ist zudem unabhängig von der Leistungsfähigkeit und dem Ausbau der elektrischen Netze.

So fordern Branchenvertreter denn auch eine technologieoffene Ausgestaltung der angedachten Solarpflicht. Die Solarthermie soll gleichberechtigt neben der Photovoltaik für Hausbesitzer als grüne Investition gefördert werden. Ein unschlagbarer Vorteil der Technologie: die Wertschöpfung findet zu nahezu 100 Prozent in Deutschland und Europa statt. Bis auf wenige Materialien sind die Komponenten recycelbar.

Wärmenetze mit Solarthermie im Fokus

Insgesamt wird die gesamte Bandbreite der Solarthermie auf der dreitägigen Veranstaltung im Kloster Banz in Bad Staffelstein thematisiert. Besonderen Raum erhalten in diesem Jahr Wärmenetze mit solarer Unterstützung. Die Förderung für innovative Kraft-Wärme-Kopplung hat einige sehr interessante große Solarthermieanlagen angereizt, die im Verbund mit anderen Technologien einen wertvollen Beitrag zur erneuerbaren Wärmeversorgung leisten. Diese Projekte gilt es nun in die Breite zu tragen. Die Veranstaltung bietet dafür Gelegenheit.

Sinnvolle Anwendungen für PVT-Module

Solarthermie gilt es vor allem im Systemkontext zu sehen – nicht als alleinstehende Energiequelle. Vor allem im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser geht es um die kluge wirtschaftliche und technische Kombination mit PV und Wärmepumpe. Eine Session am ersten Tag der Veranstaltung widmet sich den Kombimodulen, die die Kraft der Sonne photovoltaisch und thermisch nutzen. Planung und Anwendungsbeispiele werden auf der Veranstaltung präsentiert.

Solare Prozesswärme für die Industrie

Die in der Industrie benötigte Prozesswärme kann ebenfalls teilweise aus Solarthermie kommen. In der Vergangenheit war dieser Input aus Kostengründen wenig nachgefragt. In der aktuellen Situation häufen sich die Anfragen. Das Symposium wird auch dazu Wissen anbieten.

Ein direkter Austausch mit der Politik findet ebenfalls statt: Der für die Wärmewende im Gebäudesektor zuständige Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium Christian Maaß wird in einer Session die Sichtweise der Politik zur Solarthermie erläutern und sich den Fragen der Teilnehmer stellen. Ihn erwartet eine Branche, die startbereit ist, aber von den aktuellen Rahmenbedingungen eher behindert wird. „Die Branche wartet seit langem auf die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW). Die muss endlich kommen und so gestaltet sein, dass die Solarthermie sich nicht am klimatisch ungünstigsten Jahr orientieren muss, um die Förderkriterien zu erfüllen“, erläutert Karin Rühling. Sie ist die fachliche Leiterin der Konferenz und Fachbereichsleiterin Wärmeversorgung an der Professur für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung der TU Dresden. Zugleich würden Investitionen in die Wärmenetze langfristig geplant und sind auf viele Jahre angelegt – deshalb dränge die Zeit.

Rühling sieht einen weiteren wichtigen Hebel: „Für den Einsatz im Ein- und Zweifamilienhaus steht die Solarthermie erprobt und beim Handwerk bekannt zur Verfügung. Die Anhebung des Fördersatzes für Solarthermie-Anlagen auf 40 Prozent in der Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG) wäre ein entscheidender Schritt für mehr erneuerbare Wärme.“ Die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) muss die sofortige Klimaschutzwirkung von Solarthermie – auch als Effizienzbooster für Biomasse und Co. – besser berücksichtigen und Lösungen finden, damit tatsächlich schnell 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen kommen können. pf

32. Symposium Solarthermie und innovative Wärmesysteme

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