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Moosach in OberbayernGemeinde macht innovative Wärmewende vor

Solarthermie-Anlage, Pufferspeicher und Energiezentrale
Solarthermie-Freiflächenanlage, Pufferspeicher und Energiezentrale in der Gemeinde Moosach (Foto: © NATURSTROM AG)

Ab 2030 will die Gemeinde Moosach in Oberbayern komplett auf fossile Energieträger verzichten. Dafür wurde nun eine komplett erneuerbare Wärmeversorgung eingeweiht, die aus einer Solarthermie-Anlage, einem Biomassekessel und Pufferspeicher besteht.

10.04.2019 – Die Oberbayerische Gemeinde Moosach ist ihrem Ziel einen Schritt nähergekommen, bis 2030 komplett unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein. Gestern hat sie zusammen mit dem Öko-Energiepionier NATURSTROM AG eine moderne und umweltfreundliche Nahwärmeversorgung in Betrieb genommen. Diese basiert auf einer Solarthermie-Freiflächenanlage, einem Biomassekessel und Pufferspeicher. Die Holzhackschnitzel kommen aus der Region.

Besonders im Sommer wird die 1.067 Quadratmeter große Solarthermie-Freiflächenanlage einen wichtigen Beitrag für die Wärmeversorgung des Ortes leisten und den Holzeinsatz in der Energiezentrale signifikant reduzieren. Zwischengespeichert wird die Wärme in einem 100 Kubikmeter großen Pufferspeicher. Bei Mehrbedarf sowie in den Wintermonaten können drei Biomassekessel mit insgesamt 1.450 kW Leistung bedarfsgerecht zugeschaltet werden. Die Kombination dieser Techniken speist das 4,4 Kilometer lange Leitungsnetz mit aktuell circa 70 privaten und kommunalen Abnehmern mit erneuerbarer Wärme – und löst so viele alte Ölheizungen in der Gemeinde ab.

Hackschnitzel aus der Region

Als Brennstoff für die Biomassekessel kommen Hackschnitzel aus der Region zum Einsatz. Um die Wertschöpfung vor Ort zu halten, stellt die Betreibergesellschaft durch Rahmenverträge mit lokalen Lieferanten sicher, dass der Brennstoff aus einer Entfernung von maximal 40 Kilometern kommt.

Die Kombination aus Sonne und Holz macht schon heute eine 100 Prozent erneuerbare Wärmeversorgung möglich„Die Kombination aus Sonne und Holz macht schon heute eine 100 Prozent erneuerbare Wärmeversorgung möglich – und das zu jeder Jahreszeit“, erklärt Thilo Jungkunz, Geschäftsbereichsleiter Dezentrale Energieversorgung bei NATURSTROM. „Gemeinsam werden Solarthermieanlage, Biomassekessel und Pufferspeicher den Wärmebedarf von ca. 2,25 Millionen Kilowattstunden decken können.“

Das Moosacher Wärmeprojekt zeigt exemplarisch, wie verschiedene Akteure die Energiewende gemeinschaftlich voranbringen: Während NATURSTROM die Heizzentrale sowie die Freiflächen-Solarthermieanlage errichtet hat und nun betreibt, liegt das Leitungsnetz in der Hand der Gemeinde Moosach. Die lokal aktive Genossenschaft Regenerative Energie Ebersberg eG (REGE eG) fungiert als Servicepartner der Betreibergesellschaft und ist für Wärmekundinnen und -kunden der regionale Ansprechpartner.

Leuchtturmprojekt für die Energiewende

„Das Nahwärmeprojekt in Moosach ist ein Leuchtturmprojekt für die Energiewende im Landkreis Ebersberg. Ohne NATURSTROM als starker Partner, den Nahwärmebeauftragten Willi Mirus sowie  Bürgerinnen und Bürger, die ihre Gebäude mit regenerativer Wärme aus der Region versorgen möchten, wäre eine erfolgreiche Umsetzung nicht möglich gewesen“, lobt Robert Niedergesäß, Landrat des Landkreises Ebersberg. Die erfolgreiche und schnelle Realisierung des Nahwärmeprojekts feierten die Gemeinde Moosach und die NATURSTROM AG kürzlich mit vielen Anschlussnehmerinnen und Anschlussnehmern sowie allen Projektpartnern.

Moosachs Engagement für eine nachhaltige dezentrale Energieversorgung überzeugt auch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.: Sie nimmt die Gemeinde demnächst in die Liste der Bioenergiedörfer auf. Als Bioenergiedörfer gelten Dörfer oder Gemeinden, die einen Großteil ihres Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien decken und somit mit gutem Beispiel vorangehen. tl/jk