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Windpark RepoweringAlter Windpark im neuen Gewand

Windrad
Repowering bietet viel Potenzial für die Energiewende. Genehmigungsverfahren wurden in den vergangenen zwei Jahren verbessert, auch der Windpark Niese-Köterberg darf in Zukunft ein Vielfaches der Strommenge liefern, die er früher hergab (Bild: Raychel Sanner / Unsplash).

Das Aufstellen neuer Windenergieanlagen an alten Standorten wird dank EU und Ampelregierung endlich einfacher. Auch das Repowering eines Windparks in Ostwestfalen kann nach über 10 Jahren Planungszeit endlich losgehen.

13.05.2024 – Der alte Windpark Niese-Köterberg im ostwestfälischen Lügde bekommt ein neues Gewand: Gemeinsam setzen die naturstrom AG sowie die ortsansässigen Koch Wind & Solar GmbH & Co. KG und ToGro Windenergie OHG das Repowering des ehemaligen Pionierprojekts um.

„30 Jahre lang haben unsere Partner im Kreis Lippe bereits Windstrom geerntet. Wir freuen uns, dass in den kommenden Jahrzehnten gemeinsam mit ihnen noch effektiver fortzusetzen.“ freut sich Thomas Banning, Geschäftsführer der NaturEnergy, der Führungsgesellschaft für die Energieerzeugung in der naturstrom-Gruppe.

Aus neun werden drei Windräder

Drei Windräder mit rund 13,5 MW Leistung werden den alten Windpark ersetzen, der aus neun Windrädern mit insgesamt 2,55 MW Leistung bestand. Die Leistung der neuen Windräder beträgt also das Fünfache der alten Windenergieanlagen, die zwischen 1994 und 1998 in Lügde-Niese bzw. am Köterberg installiert wurden. Waren die alten Windräder noch 40 bis 60 Meter hoch, drehen sich die Rotoren der Neuanlagen um Narben in 125 bis 164 Metern Höhe. Mit 38 Mio Kilowattstunden soll das Repowering zehnmal so viel Strom liefern wie zuvor.

Hinter dem Projekt liegt bereits eine lange Planungszeit. Das gemeinsame Repowering wurde bereits vor rund 10 Jahren initiiert, stieß jedoch immer wieder auf Hürden. „Die Repowering-Planungen unserer beiden Altanlagen mussten wir wegen der nordrhein-westfälischen 1.000-Meter-Regelung aufgeben“, erklärt Markus Toeberg von ToGro Windenergie OHG. Die Firma kümmert sich um den Rückbau der neun Altanlagen, mit dem im Herbst 2023 begonnen wurde. Von ursprünglich fünf geplanten Windrädern, werden deshalb nur drei gebaut.

Repowering nicht immer möglich, aber  sinnvoll

Regelungen für Standortfaktoren für Windenergieanalgen wie Abstände ändern sich häufig. So kann es passieren, dass ein bestehender Windpark, der beispielsweise um die Jahrtausendwende in Betrieb genommen wurde, heute nicht mehr genehmigt werden würde. Obwohl Regeln grundsätzlich gut begründet sein mögen, führt dies unweigerlich zu vermeidbaren Kosten für die Allgemeinheit. Denn es ist auf jeden Fall effizienter, einen alten Windpark mit neuen Windrädern auszustatten und die bereits gebaute Infrastruktur zu nutzen, als einen neuen Park an anderer Stelle zu bauen.

Hinzu kommt, dass neuere Windräder im Regelfall verträglicher sind, das heißt sie drehen sich im Schnitt langsamer, sind höher und leiser als alter Anlagen. Vor allem aber produzieren sie einige hunderte Male mehr Strom, da die Technik Erneuerbarer Anlagen sich rasant entwickelt hat. Um die Strommengen eines alten Windparks zu ersetzen, sind also deutlich weniger Windräder nötig. Im Durchschnitt führt Repowering zu einer Verdreifachung der Windparkleistung, während gleichzeitig die Anzahl der Turbinen um ein Viertel reduziert wird.

Mehr Strom, weniger Windräder, geringerer Aufwand

Der neue Windpark „Niese-Köterberg“ soll im Winter 2024/2025 fertig gestellt werden und wieder kräftig Strom liefern. „Mit dem Repowering machen wir den Windpark fit für die nächsten drei Jahrzehnte“, ist sich Banning sicher. „Die Weiternutzung bestehender Windkraftflächen ist essenziell für den weiteren Erfolg der Energiewende. Viele politische Weichenstellungen in Berlin und Brüssel – gerade hinsichtlich der Vereinfachung künftiger Repowering-Projekte – sind deshalb zu begrüßen.“

Eine Notfallverordnung der EU vereinfacht noch bis mindestens Mitte 2025 Genehmigungsverfahren von Windenergieprojekten – auch das Repowering. Die Ampel-Regierung führte Mitte 2023 zudem einen Repowering-Paragrafen ein, in dem festgelegt ist, dass alte Windenergiestandorte grundsätzlich wieder verplant werden können. Das gilt auch, wenn das Gebiet nach heute bestehendem Planungsrecht nicht mehr genutzt werden dürfte. Die neue Anlage darf dabei nicht mehr als ihre doppelte Gesamthöhe von der zu ersetzenden Altanlage entfernt sein.

Insgesamt hat Europa im Jahr 2023 736 Megawatt Windkapazität stillgelegt. Gleichzeitig wurden 1,5 Gigawatt Repowering-Leistung in Betrieb genommen. Im Zeitraum 2024 bis 2030 sollen etwa 27 GW stillgelegt werden. WindEurope schätzt, dass 16 GW davon repowert werden, was zu 28 GW Repowering-Kapazität führt. Die verbleibenden 11 GW werden vollständig stillgelegt und aus dem System genommen. jb

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