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Forscher und Behörden warnen vor Klimawandel

Insgesamt 16 Bundesbehörden und -institutionen haben am Dienstag in Berlin die umfassende Vulnerabilitätsanalyse zu den zukünftigen Folgen des Klimawandels in Deutschland vorgelegt. (Foto: BMUB/Sascha Hilgers)
Insgesamt 16 Bundesbehörden und -institutionen haben am Dienstag in Berlin die umfassende Vulnerabilitätsanalyse zu den zukünftigen Folgen des Klimawandels in Deutschland vorgelegt. (Foto: BMUB/Sascha Hilgers)

Führende Klimawissenschaftler sowie 16 Bundesbehörden warnen gleich in mehreren Erklärungen vor den Folgen des Klimawandels in Deutschland. In Ostdeutschland und im Rheintal werden Hitzewellen zunehmen, im Norden und Süden drohen Überschwemmungen.

25.11.2015 – Das Schadenspotenzial für Natur, Gesellschaft und Wirtschaft wird steigen, bis zur Mitte des Jahrhunderts wird die Gefahr für Hochwasser und Hitzewellen zunehmen – die Folgen des Klimawandels werden sich künftig auch in Deutschland stärker bemerkbar machen. Das ist das Ergebnis der sogenannten Vulnerabilitätsanalyse, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die detaillierte Untersuchung beschreibt die Verwundbarkeit Deutschlands gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Zugleich bildet sie die Grundlage für konkrete Anpassungsmaßnahmen und zur Weiterentwicklung einer deutschen Anpassungsstrategie.

Denn Veränderungen werden kommen, darin sind sich sowohl Forscher als auch Bundesbehörden einig. Die führenden deutschen Klimawissenschaftler, zusammengeschlossen im Deutschen Klima-Konsortium (DKK), warnen kurz vor den UN-Klimaverhandlungen, dass nur ein „couragiertes und schnelles Handeln auf der weltpolitischen Ebene“ die globale Erderwärmung noch auf unter zwei Grad Celsius begrenzen kann. „Der Klimawandel und seine Folgen gefährden die Lebensgrundlagen der heutigen und erst recht der kommenden Generationen. Die Zeit, in der die Menschheit eine ‚gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems‘ noch verhindern kann, wird knapp“, erklärten die Forscher gestern auf einer Pressekonferenz in der Humboldt-Universität zu Berlin.

Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören u.a. die weltweit renommierten Klimaexperten Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Nur wenn die Dekarbonisierung deutlich vor Ende des Jahrhunderts abgeschlossen ist, haben wir noch eine reelle Chance, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen“, erklärte DKK-Vorstandsvorsitzender Latif. Die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas müssten deshalb bis zur Mitte dieses Jahrhunderts weitgehend durch alternative Energien ersetzt werden.

Mehr Hitzewellen und Überschwemmungen

Während die Klimawissenschaftler Druck auf den kommende Woche startenden UN-Klimagipfel in Paris ausüben wollen, beschreibt die Vulnerabilitätsanalyse die konkreten Veränderungen in Deutschland. „Wir müssen zukünftig noch mehr als bisher mit häufigeren Hitzewellen, Starkregen und Hochwasser rechnen“, fasste Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), die Ergebnisse der umfangreichen Studie zusammen. Dabei ist auffällig, dass die verschiedenen Regionen unterschiedlich stark und mit unterschiedlichen Wetterextremen zu kämpfen haben werden.

Ballungsgebiete in Ostdeutschland um Berlin, Leipzig, Dresden und im Rheintal müssen verstärkt mit Hitzewellen rechnen. Bis 2050 können die heißen Tage mit mindestens 30 Grad Celsius Lufttemperatur pro Jahr von heute 8 bis 12 auf 15 bis 25 Tage steigen. Das norddeutsche Tiefland muss mit vermehrten Überschwemmungen durch Flusshochwasser rechnen, Süddeutschland dagegen mit Überschwemmungen aufgrund von Starkregen. Zudem wird es voraussichtlich häufiger zu Frühjahrs- und Sommertrockenheit kommen. Dies wird nicht nur die Tierf- und Pflanzenwelt verändern, sondern auch die Landwirtschaft und könnte schließlich zum Anbau anderer Nutzpflanzen führen. cw

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