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Klimagipfel Paris – Stand zur Halbzeit unentschieden

Pünktlich zur Halbzeit der Klimakonferenz in Paris haben die Unterhändler die Grundlage für das Klimaabkommen erarbeitet, das heute den Ministern vorgelegt wird. Viele Beobachter sind nicht zufrieden, denn Lösungen seien darin noch nicht in Sicht.

07.12.2015 – Das 38-seitige Papier soll als Grundlage für das neue Klima-Abkommen dienen, entschieden ist noch nichts. Auf die Minister warte nun auch eine Menge Arbeit, so Jochen Flasbarth, deutscher Umwelt-Staatssekretär, in der Tagesschau – eine Woche haben sie nur noch Zeit für ein für das Weltklima entscheidendes Abkommen. Lösungen seien noch nicht wirklich in Sicht, so die Beobachter, lediglich die Konflikte seien nun deutlich herausgearbeitet.

Im Fokus der Verhandlungen liegt das Ziel der zwei Grad maximalen Erwärmung auf das vor allem die Inselstaaten bestehen, da sie akut vom Klimawandel und den Folgen bedroht sind Entscheidend wird es sein, wie verbindlich sich alle Staaten am Ende auf dieses Ziel festlegen und sich dementsprechend mit genauen Vorgaben für den Ausstieg aus fossilen Energien bekennen. Die im Vorfeld der Konferenz vorgelegten Klimaschutzpläne würden die Temperaturen noch um mindestens drei Grad ansteigen lassen, das hatten Experten vor Paris schon stark kritisiert. Ein Abschlusspapier müsste also höhere Ziele als auch deren Überwachung festlegen.

Viele Staaten setzen auf den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien, die wirtschaftlich immer interessanter werden – doch so nebenbei wird das das Klima nicht retten. Die Entwicklungsländer fordern auch Geld für die Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel. 100 Milliarden Dollar ab 2020 jedes Jahr wollen die Industriestaaten in Klimaschutzmaßnahmen der Entwicklungsländer investieren.

Einer der vielen Beobachter und Berichterstatter von der Klimakonferenz ist NABU-Präsident Olaf Tschimpke, er zieht seine Zwischenbilanz: „Der Impuls, der von der Anwesenheit der rund 150 Staatschefs ausging, hat offensichtlich nicht gereicht, um substanzielle Fortschritte bei den Verhandlungen zu erreichen.“ Der Vertragstext, der nun den Ministern vorgelegt wird habe keine Einigung in den wesentlichen Fragen erzielt.

Von vielen beobachtenden Teilnehmern in Paris kommen Zweifel an der Wirksamkeit des Abkommens. Denn es finde sich darin weder die notwendige Überprüfung der Klimaschutzbeiträge und -ziele aller Staaten im Fünf-Jahres-Rhythmus, noch seien die Finanzierungsfragen oder die Anerkennung von Verlusten und Schäden sicher.

Der Text zum Klimaabkommen sei in der ersten Woche deutlich kürzer geworden, der 55-seitige Vertragsentwurf zu Beginn der Verhandlungen ist auf nun 38 Seiten geschrumpft. Dabei sei aber auch ein Aspekt aus dem rechtsverbindlichen Vertragsteil gestrichen worden, beklagt Tschimpke, und zwar der Schutz der biologischen Vielfalt und Ökosysteme – aus Naturschutzsicht sei das eine herbe Niederlage. na

Hintergrundpapier sowie Berichte zu NABU-Klimaschutzprojekten 

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