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Malediven von massivem Korallensterben bedroht

Aufgrund steigender Wassertemperaturen sind über 60 Prozent der Korallen vor den Malediven ausgeblichen. Das Wetterphänomen El Niño führt weltweit zum Absterben von Korallenriffen. (Foto: © Tchami, flickr.com/photos/tchami/10426989653, CC BY-SA 2.0)
Aufgrund steigender Wassertemperaturen sind über 60 Prozent der Korallen vor den Malediven ausgeblichen. Das Wetterphänomen El Niño führt weltweit zum Absterben von Korallenriffen. (Foto: © Tchami / CC BY-SA 2.0)

Aufgrund steigender Wassertemperaturen sind laut der Internationalen Naturschutzunion schon mehr als die Hälfte der Korallenriffe vor den Malediven ausgeblichen. Das Wetterphänomen El Niño führt weltweit zum Absterben der empfindlichen Lebewesen.

10.08.2016 – Das Klimaphänomen El Niño wirbelte bereits im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt das Wetter durcheinander. Nun berichten Experten der Internationalen Naturschutzunion (IUCN), dass schon 60 Prozent der Korallenkolonien vor den Küsten der Malediven ausgeblichen sind. Schuld daran sei der extreme Anstieg der Wassertemperatur in den Ozeanen. So sind in diesem Jahr bereits viele Korallen am weltberühmten Great Barrier Reef abgestorben. Zeitweilig besaß das Meereswasser dort eine Temperatur von rund 33 Grad – viel zu warm für die empfindlichen Korallenriffe.

Korallen werden auch als koloniebildende Nesseltiere bezeichnet und befinden sich in einer lebensnotwendigen Symbiose mit Algen, die schon durch geringe Temperaturschwankungen gestört werden kann. Sind die Ozeane zu heiß, so produzieren die Algen anstelle von Zucker giftige Moleküle, woraufhin die Korallen die Algen abstoßen. Aufgrund fehlender Nahrung stellen die Korallen dann die Kalkproduktion ein und beginnen auszubleichen. Bleibt dieser Zustand über mehrere Wochen bestehen, sterben die Korallen ab. So bleibt nur ein geringes Zeitfenster, in dem sich wieder neue Algen in den Korallen ansiedeln und die Riffe vor den Malediven am Leben erhalten können.

Eine Besserung der extremen Klimabedingungen ist allerdings nicht in Sicht. Im Herbst und Winter dieses Jahres wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die kalte Schwester des Klimaphänomens El Niño erwartet. La Niña verstärkt die natürlichen Wetterbedingungen und trifft die entsprechenden Regionen mit gegenteilig wirkenden Wetterextremen. Die Auswirkungen können damit noch verheerender ausfallen. jk

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