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Neue StudieDie meisten Jugendlichen fürchten den Klimawandel

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Jugendliche haben Angst vor der Zukunft (Bild: Robin Erino / pexels).

Mehr als zwei Drittel der Jugendlichen haben Angst vor dem Klimawandel. Auch fehlt vielen das Vertrauen in Politik und Wirtschaft, die Klimakrise wirksam zu bekämpfen. Für die Jugendlichen selbst fängt Klimaschutz vor allem bei der Mobilität an.

06.07.2019 – „Der Klimawandel macht mir große Angst“ – dieser Aussage stimmten 68 Prozent der 14-24-Jährigen in Deutschland zu. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Studie des Sozialforschungsinstituts SINUS. Dort wurden 1.102 junge Menschen aus der deutschsprachigen Bevölkerung zu Klimawandel, Klimaschutz und den relevanten Akteuren befragt. Während der Klimawandel vielen Angst macht, glauben nur wenige, dass der Mensch nicht schuld am Klimawandel sei. Erkennbar dabei: Mehr Jungen als Mädchen sitzen diesem Irrglauben auf, ebenso wie ein niedrigerer Bildungsgrad mehr junge Menschen die wissenschaftlichen Fakten verleugnen lässt.

Mit steigendem Bildungsgrad hingegen vertrauen mehr junge Menschen dem wissenschaftlichen Konsens über den Klimawandel. Entsprechend groß ist auch das Vertrauen der Hochgebildeten in Wissenschaft und Forschungseinrichtungen der Klimakrise entgegenzuwirken. 83 Prozent mit höherer Bildung schätzen deren Arbeit, während es bei jungen Menschen mit niedriger Bildung immerhin noch 59 Prozent sind. Auch Umwelt- und Tierschutzorganisationen genießen hohes Ansehen, ebenso wie das Vertrauen in die eigene Generation, das Klima retten zu können.

Wenig bis kein Vertrauen dagegen genießen über alle Bildungsschichten hinweg Politiker und Parteien. Auch die Wirtschaft wird überwiegend kritisch gesehen. Und gerade diese Akteursgruppen sind es, die nach Meinung der jungen Menschen entscheidend zum Klimaschutz beitragen müssten. Bei der Nennung von zwei möglichen Akteuren, nahmen 69 Prozent Politiker/Parteien und 49 Prozent Unternehmen/Wirtschaft in die Pflicht, etwas für die Klimarettung zu tun.

Mit Fridays for Future etwas bewegen

Bei der eigenen Generation sehen sich immerhin 26 Prozent in der Pflicht, entscheidend zum Klimaschutz beizutragen. So nahmen fast ein Viertel der Befragten bislang ein bis mehrmals an den Fridays for Future Demonstrationen teil. Nur neun Prozent hatten derweil nie etwas von der Bewegung gehört. Etwas über die Hälfte derer, denen Fridays for Future bekannt ist, glauben indes, dass die Bewegung etwas verändern wird.

Für Veränderung beim Klimaschutz gilt es auch die eigenen Lebensgewohnheiten infrage zu stellen. Dabei achten viele junge Menschen vor allem im Alltag darauf, sich möglichst klimaneutral fortzubewegen, wie die Umfrage des SINUS-Instituts zeigt. 56 Prozent der Befragten achten demnach immer oder fast immer darauf kurze Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen, weitere 24 Prozent manchmal und 20 Prozent selten bis nie.

Geht es hingegen um Konsumfragen, so zeigt sich noch kein deutlicher Trend zu Verzicht zum Wohle des Klimas. Zwar verzichten immerhin 47 Prozent auf das immer neueste Smartphone, doch gerade einmal 16 Prozent achten dem Klima zuliebe darauf keine billigen Klamotten zu kaufen. Nur 14 Prozent verzichten immer oder fast immer für den Klimaschutz auf Fleisch, 67 Prozent hingegen selten bis nie. Auch Fast Food, Autos und Fernreisen kommen für viele nach wie vor in Frage. mf