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KlimawandelErde erreicht höchsten CO2-Gehalt der Menschheitsgeschichte

Satellitenbild von einem Teil der Erde bei Nacht.
Immer mehr Menschen auf diesem Planeten benötigen immer mehr Energie und Ressourcen. Nachhaltige Systeme auf der Erde sind nötig, damit die Erde auch in Zukunft bewohnbar bleibt (skeeze / pixabay.com, CCO Public Domain)   

Forscher haben in Hawaii die höchste CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Allen Klimaschutz-Versprechungen zum Trotz nehmen Treibhausgase in der Atmosphäre immer weiter zu.

20.05.2019 – Das Mauna Loa Observatorium in Hawaii dokumentiert seit den 1950er Jahren den CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre. Mit immer erschreckenderen Ergebnissen. Im Durchschnitt steigen die Treibhaugase jedes Jahr immer weiter an, trotz einem wachsenden Bewusstsein über die verheerenden Folgen. In diesem Monat wurde nun ein neuer Rekordwert gemessen, wie die Agence France-Presse berichtet. 415,26 CO2-Teilchen pro Million Teilchen Luft. Die zuständigen Forscher des Earth System Research Laboratory schätzen, dass die CO2-Werte zuletzt vor drei Millionen Jahren so hoch waren.

Wissenschaftlichen Schätzungen nach war das Klima vor drei Millionen Jahren bis zu fünf Grad wärmer und der Meeresspiegel 22 Meter höher als heute. Die hohen Kohlendioxidwerte von damals sind auf natürliche geologische Prozesse zurückzuführen, bedingt vor allem durch Magma erwärmtes Methaneis und in der Folge freigesetzte Methangase. Doch der Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration zog sich damals über viele tausend Jahre hin und ging einher mit einer sich anpassenden Biosphäre.

CO2-Konzentration steigt schneller als jemals zuvor

Heute hingegen verursacht vor allem der Mensch die steigende CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre. Und dies schneller, als jemals zuvor. So liegen drei der vier Jahre mit dem höchsten CO2-Anstieg in den letzten vier Jahren, zeigen ebenfalls Messungen des Earth System Research Laboratory. Und dass trotz weltweiter Diskussionen und Maßnahmen den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.

Doch neben Erfolgsmeldungen, wie eines weltweiten Solarbooms und Windenergie, die an guten Tagen fossilen Strom aus dem Netz fegt, werden weltweit neue Kohlekraftwerke gebaut und die Emissionen im Verkehrssektor nehmen immer weiter zu. Vor allem die Luftfahrt eilt von einem traurigen Rekord zum nächsten.

Ohne menschliche Eingriffe wäre das Klima noch 50.000 Jahre stabil

Zwar war die Erde in der Vergangenheit stets natürlichen Schwankungen bei der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre und damit einhergehenden Temperaturunterschieden unterworfen, doch Forscher sind sich sicher, ohne menschliche Eingriffe wäre das Klima auf der Erde noch mindestens 50.000 Jahre stabil geblieben.

Allein 2018 jedoch trug menschliches Wirken zu globalen CO2-Emissionen von 33 Milliarden Tonnen bei. Um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, dürften laut IPCC nur noch 580 bis 770 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre entlassen werden. Höchste Zeit also den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch zu reduzieren und CO2-Speicher wie den Amazonas-Regenwald zu schützen. mf