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Globale Erwärmung1,5 Grad Limit rückt bedrohlich nah

Vor allem die wunderschönen Eis-Ebenen der Arktis sind akut vom Klimawandel bedroht. (Bild von Free-Photos auf Pixabay)

Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur könnte in den nächsten fünf Jahren erstmals 1,5 Grad erreichen. Auch wenn damit die Pariser Klimaziele noch nicht scheitern, sind höhere Klimaschutzambitionen dringend nötig.

10.07.2020 – Zwischen 2020 und 2024 könnte zumindest in einem der Jahre der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur 1,5 Grad betragen. Dies zeigen Analysen der Weltwetterorganisation. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 20 Prozent, mit steigenden Chancen über die Zeit. Dass der Anstieg von 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter für Mindestens einen Monat erreicht wird, liegt sogar bei 70 Prozent. Ob und wie häufig dies geschieht, hängt in den nächsten Jahren vor allem von ungewöhnlichen Wetterextremen ab, die mit dem Klimawandel zunehmen.

Das Wetterphänomen El Niño etwa sorgt vor allem auf der Südhalbkugel für Temperaturextreme. 2016 war dieser allein für eine globale Erwärmung von 0,12 Grad verantwortlich. Auf der Nordhalbkugel ist es vor allem der schwächelnde Jetstream, der für Wetterextreme sorgt. Der Jetstream wandert im Normalfall in wellenförmigen Bewegungen um die Nordhalbkugel und transportiert Hoch- und Tiefdruckgebiete über die Kontinente hinweg. So entsteht eine Abfolge verschiedener Wetterbedingungen.

Doch der schwächelnde Jetstream bewirkt in den letzten Jahren anhaltende Hochdruckgebiete und hatte zuletzt massive Auswirkungen auf den grönländischen Eissschild, der im Rekordtempo schmilzt. Auch Deutschland hatte im vergangenen Sommer mit einer Hitzewelle zu kämpfen. Vermutungen legen nahe, dass auch die aktuelle Hitzewelle in Sibirien eine Folge des schwächelnden Jetstreams ist.

Diese Studie zeigt die enorme Herausforderung, die Pariser Klimaziele einzuhalten

Zwar wären mit einem Jahr globaler Erwärmung von durchschnittlich 1,5 Grad die Pariser Klimaziele noch nicht gescheitert, doch die Nachricht ist ein weiterer dringender Weckruf. Der Generalsekretär der Weltwetterorganisation sagte gegenüber dem Guardian: „Diese Studie zeigt – mit hoher wissenschaftlicher Kompetenz – die enorme Herausforderung, die Pariser Klimaziele einzuhalten.“

Dem Pariser Klimaabkommen nach hat die Staatengemeinschaft sich verpflichtet, die globale Erwärmung auf weit unter 2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten und gleichzeitig weitreichende Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Eindeutig ist die Prognose der Weltwetterorganisation, dass die globale Durchschnittstemperatur in den nächsten fünf Jahren immer über ein Grad ansteigen wird, mit regional zum Teil großen Unterschieden. Besonders fatal wird es demnach in der arktischen Region. Dort wird mit großer Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren eine globale Erwärmung von durchschnittlich zwei Grad Einzug halten.

Damit sind sowohl die Eisschilde in Grönland, Alaska und das Packeis am Nordpol akut bedroht, als auch der Permafrostboden in Sibirien – beides mögliche Kippelemente der Erde. Das Auftauen der Permafrostböden führt dazu, dass Treibhausgase freigesetzt werden, die wiederum die globale Erwärmung antreiben. Das Schmelzen von Eisschild und Packeis indes führt zu einem Schwinden der sogenannten Eis-Albedo-Rückkopplung. Das Schmelzen des Eises legt Meerwasser und Land frei, wodurch die Sonne nicht mehr so gut reflektiert und die Erde mehr Wärme aufnimmt, was wiederum die Eisschmelze verstärkt. mf


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