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KlimawandelfolgenChinesische Fluten beeinträchtigen die Weltwirtschaft

Schon kleinere Überschwemmungen – wie hier in Peking – beeinträchtigen die Produktivität der Wirtschaft. (Foto: Paul Gonzalez / flickr.com, CC BY 2.0)

Das Hochwasserrisiko für Flüsse wird wegen des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten deutlich ansteigen, besonders China ist betroffen. Die dadurch bedingten wirtschaftlichen Ausfälle haben erhebliche Auswirkungen auf den globalen Handel.

30.05.2018 – Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt auf, dass Fluss-Überschwemmungen in China ohne weitere Anpassungsmaßnahmen in den nächsten 20 Jahren um 80 Prozent zunehmen könnten. Und das hat große wirtschaftliche Folgen: Durch die katastrophalen Hochwasser wird China wirtschaftliche Verluste von 380 Milliarden US-Dollar erleiden, errechneten die Forscher des PIK. Dies entspricht etwa 5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Alleine 175 Milliarden US-Dollar der Gesamtschäden würden voraussichtlich durch den Klimawandel verursacht. Auch weltweit werden die wirtschaftlichen Ausfälle durch Flussfluten klimawandelbedingt um 15 Prozent ansteigen, so die neue Studie.

Die Forscher untersuchten nicht in erster Linie die Schäden an Produktionsanlagen von Unternehmen, sondern inwieweit eine regionale Wirtschaft durch Überschwemmungen zum Erliegen kommen könnte. Neben den regionalen Ausfällen betrachteten sie auch die globalen wirtschaftlichen Verflechtungen. Mit dem erschreckenden Ergebnis, dass besonders wirtschaftliche Ausfälle in China erhebliche Auswirkungen auf den globalen Handel nach sich ziehen können. Vor allem die USA werden den Prognosen zufolge durch Handel bedingte indirekte Schäden von bis zu 170 Milliarden US-Dollar davontragen.

Trumps Strafzölle machen die USA noch anfälliger für den Klimawandel

Schuld ist die Import-Export-Bilanz der USA mit China. „Die USA importieren viel mehr aus China als sie dorthin exportieren. Das macht die USA anfälliger für klimabedingte Risiken wirtschaftlicher Ausfälle, die durch die globalen Liefer- und Handelsketten weitergegeben werden“, sagt Sven Willner, leitender Autor der Studie. Und Trumps Strafzölle gegenüber China dürften die US-Wirtschaft noch anfälliger für den Klimawandel machen.  

Die vernünftigere Strategie ist eine ausgeglichene wirtschaftliche Vernetzung. „Wie unsere Studie zeigt, ist die vernünftigere Strategie eine ausgeglichene wirtschaftliche Vernetzung, da diese es ermöglicht, wirtschaftliche Schäden verursacht durch unerwartete Wetterereignisse zu kompensieren – von denen wir in Zukunft noch mehr erwarten“, so Anders Levermann, Mitautor der Studie. Europa schlage den Prognosen nach den vernünftigeren Weg ein.

Zwar wären auch hierzulande die Folgen spürbar, etwa wenn für die Produktion notwendige Teile vorübergehend nicht mehr von einer überschwemmten Region in China an europäische Unternehmen geliefert werden könnten. Andererseits wäre Europa ebenso Profiteur und könnte klimabedingte Produktionslücken in China durch den Export von Waren nach Asien schließen.

Geoengineering als Lösung?

China selbst indes versucht unter anderem mit Geoengineering dem Klimawandel beizukommen. So sollen riesige unterirdische Kanäle Überschwemmungen in Teilen Chinas verhindern und woanders extrem trockene Regionen bewässern. Welchen immensen Einfluss solche Großprojekte jedoch auf das Ökosystem haben können, zeigt Beispielhaft der Drei-Schluchten-Damm am Jangtse-Fluss. Zwar gingen Überschwemmungen flussabwärts zurück, doch die 185 Meter hohe Staumauer bringt neue Gefahren mit sich. Vermehrte Erdrutsche und kleinere Tsunamis sind die Folge. Und das Gewicht der Wassermassen löste schon Erdbeben aus. mf


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