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RekordhitzeSchwedens höchster Berg wechselt den Gipfel

Die Forscherin Gunhild Ninis Rosqvist misst die Höhe der Südspitze des Kebnekaise, die allein im Juli aufgrund der Rekordhitze um vier Meter gesunken ist. (Foto: © Carl Lundberg / Stockholm University)

Mit knapp 2.100 Metern ist der Kebnekaise Schwedens höchster Berg. Bis vor kurzem galt der vergletscherte Südgipfel als höchster Punkt. Aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen verlor er jedoch so viel Eis, dass jetzt der Nordgipfel höher ist.

13.08.2018 – Der Rekordsommer 2018 hat Schweden kräftig zugesetzt. Extreme Hitze traf auf eine monatelange Rekorddürre. Das Ergebnis: Überall loderten Waldbrände auf, die Löscharbeiten überforderten die schwedischen Brand- und Zivilschutzkräfte. Selbst jenseits vom Polarkreis wurden zeitweise Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius gemessen. Doch damit nicht genug. Nun haben Wissenschaftler der Universität Stockholm auch noch aufgedeckt, dass Schwedens höchster Punkt – der Südgipfel des Kebnekaise – Anfang August als Spitzenreiter abgelöst wurde.

Die eigentlich 2.099 Meter hohe Südspitze ist von einer meterdicken Eiskappe bedeckt, die den Rekordtemperaturen anscheinend nicht mehr standhalten konnte. Inzwischen ist so viel Schnee und Eis geschmolzen, dass der 2.097 Meter hohe Nordgipfel seit dem 5. August offiziell als höchster Punkt Schwedens gilt – zumindest vorerst. Seine Spitze besteht aus Felsen, weswegen ihn die Rekordhitze kalt lässt.

Vier Meter Schneeverlust im Juli

„Ich habe noch nie gesehen, dass so viel Schnee wie in diesem Sommer an der Südspitze geschmolzen ist“, sagt Gunhild Ninis Rosqvist, Professorin für Geographie der Universität Stockholm. Allein im Juli verlor der Gipfel demnach vier Meter Schnee und Eis – durchschnittlich 14 Zentimeter pro Tag. Am 31. Juli war der Südgipfel dann nur noch etwa 20 Zentimeter höher als der eisfreie Nordgipfel. Laut der Prognose sollte die Südspitze dann ab Anfang August niedriger sein, so Rosqvist. Offiziell geschah dies dann auch tatsächlich am 5. August.

Auch wenn die Höhe des Kebnekaise aufgrund von Witterungseinflüssen von Jahr zu Jahr variiert, gab es eine solche Entwicklung seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1880 noch nie. In den vergangenen 20 Jahren sei er jedoch im Schnitt um einen Meter pro Jahr geschmolzen. Der „Gipfelwechsel“ hat sich also bereits angekündigt.

Eine neue Vermessung nehmen die Forscher dann zum Ende des Sommers vor, wenn die Eiskappe ihr Minimum erreicht haben wird. Im vergangenen Jahr war der Südgipfel dabei noch um stolze zwei Meter höher als der nördliche. Diesmal wird das aller Voraussicht nach nicht mehr der Fall sein. jk


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